Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Konzerte & Veranstaltungen

Dieses Archiv gibt Ihnen Informationen über die Veranstaltungen und Konzerte der Christoph-Graupner-Gesellschaft seit dem Jahre 2003.


 

Neue CD mit Graupnerkantaten veröffentlicht

Christoph Graupner: Passionskantaten Vol. 3

Ab Mai 2019 sind die in den letzten drei Jahren unter dem Dirigenten Florian Heyerick aufgenommenen Passionskantaten von Christoph Graupner als Vol. 3 im Handel erhältlich. Die in Zusammenarbeit mit der Christoph-Graupner-Gesellschaft entstandenen drei Kantatenaufnahmen vollenden einen Zyklus über das Leiden Jesu.

Termin: 1. Mai 2019
Quelle: cpo


Tagungsbericht Jagdschloss Kranichstein 30.11. - 2.12.2018

Internationale Tagung im Jagdschloss Kranichstein als Kooperation der Abteilung Musikwissenschaft (IKM) der Johannes Gutenberg-Universität und der Musikhochschule Mainz in Verbindung mit der Christoph-Graupner-Gesellschaft Darmstadt und der Stiftung Jagdschloss Kranichstein 30.11. - 2.12.2018

Die Grundlagenforschung der Kulturwissenschaften besteht im Studium historischer Originalquellen in Archiven und Bibliotheken. In diesem Sinne war die Tagung zur aktiven künstlerischen, insbesondere musikalischen Betätigung von Landesfürsten und des Hofadels insgesamt im Zeitalter des Barock eine eindrucksvolle Präsentation ebenso lebendiger wie ertragreicher gegenständlicher Forschung. Dass diese gerade in der Musikwissenschaft, deren zentraler Forschungsgegenstand die ohne Erklingen nie vollständig aussagekräftige Notenschrift ist, noch zwingender als in anderen Disziplinen Bereicherung erfährt, ja erfahren muss durch interdisziplinäre Blicke z.B. in die Sozial- oder Kunstgeschichte, konnte man in dem differenziert zusammengesetzten Referentenkreis aus Musikwissenschaftlern, Historikern, Archivaren und ausübenden Künstlern intensiv erleben.

Im historisch passenden Ambiente des am Rande Darmstadts gelegenen, ehemaligen landgräflichen Jagdschlosses Kranichstein gelang es zudem, die Intensität der Beschäftigung mit den Gegebenheiten des 18. Jahrhunderts noch zu isteigern, indem die höfische Vergangenheit auf Schritt und Tritt gegenwärtig war. 

In drei thematischen Blöcken näherten sich die Vortragenden dem Hauptgegenstand, Landgraf Ernst Ludwigs aktiver musikalischer und tänzerischer Betätigung, bezeugt durch zwei zentrale handschriftliche Quellen in der historischen Musiksammlung der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, aus verschiedenen kulturhistorischen Blickwinkeln an.

Die erste Sektion („Paris als Ort kultureller Orientierung“) diente der Erstellung eines inhaltlichen Fundamentes für die zentrale Fragestellung, indem zunächst der europäische Kontext durchmessen wurde, in dem sich dieVernetzung künstlerisch interessierter und tätiger Fürsten des Barockzeitalters abspielte. Die Höfe von Bayern, Frankreich und Italien wurden exemplarisch in den Mittelpunkt gestellt. 

Klaus Pietschmann (Mainz) steckte im Eröffnungsvortrag „Fürsten als Künstler“ den Rahmen ab, innerhalb dessen die Deutung jeglicher künstlerischer Betätigungen des Hofadels sich als unauflöslich abhängig erwies von Repräsentation und Zeremoniell des höfischen Lebens, dauerhaft dokumentiert durch Baldassare Castigliones Cortegiano. Die dazu zwingend gehörenden gegenseitigen Besuche regierender Landesherrscher boten Gelegenheiten, deren künstlerische Ambitionen im geschützten Bereich des vertrauten Milieus präsentieren zu können. Dies erschien um so wichtiger, als offenbar speziell mit der Musikausübung eine zuweilen leicht abwertende Beurteilung verbunden wurde in dem Sinne, dass der Musik und dem Tanz im Vergleich zu Literatur oder Philosophie etwas Leichtfertiges im Sinne von Müßiggang und Laster anhaften könne. Demzufolge lasse sich aus den Quellen herauslesen, dass herrscherliche Musikausübung bei öffentlichen Anlässen wohlkalkuliert zur Schau gestellt wurde.

Andrea Zedler (Bayreuth) bekräftigte anhand der Kavaliersreisen der fünf kurbayerischen Prinzen zwischen 1715 und 1725 die Beobachtung, dass musikalische Aktivitäten von Personen fürstlichen Ranges stets eingebettet waren in den politischen Austausch regierender Kollegen und die dazu obligatorischen Besuche von Hof zu Hof. Musik und Tanz wurden als Teil einer mit politischen Anliegen verknüpften Reisekultur betrachtet und erlebt, vor deren Hintergrund eine erhellende Kategorisierung entsprechender Aufführungen nach unterschiedlichen Kontexten von Zeit, Ort und Milieu deutlich werden konnte: entscheidend für Machart und Niveau des Dargebotenen sei die jeweilige Adressierungssituation gewesen. Diese wiederum war Teil einer ausgeklügelten Profilierungsplanung junger Fürsten aus konkurrierenden Residenzen und, wie Zedler an den konkreten Reisen der Prinzen zeigen konnte, an deren vorherbestimmte politische Anlässe gebunden.

Die Konzentration auf sozial geschlossene Adelskreise als Adressaten fürstlicher Musikausübung untermauerte Margret Scharrer (Saarbrücken) mit der Einführung des historisch positiv konnotierten  Dilettantenbegriffs als verbindenden Merkmals für die überwiegende Mehrheit fürstlicher Künstler. Der französische Hof Ludwigs XIV. und seiner Nachkommen mit dem damaligen Leuchtturm höfischer Leitkultur in Versailles stellte diesbezüglich keine Ausnahme dar, vielmehr bestätigte die dort übliche Praxis die Gesetzmäßigkeiten, die im absolutistischen Zeitalter gewissermaßen natürliche soziokulturelle Grenzen für eine, wenn auch von den Protagonisten oft sehr geliebte und von berühmten Musikern gelehrte, Nebenrolle festlegten.

Die gleichsam europäische Grand Tour entlang der kulturell maßgeblichen Höfe in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vervollständigte Berthold Over (Mainz/München), indem er sich auf die Suche nach dem spezifischen Habitus adliger Musiker in Italien begab, der geprägt war vom höfischen Adelsethos, kultureller Erziehung und konkreter Musikproduktion als Komponist. Der süditalienische Principe Giacomo Francesco Milano wurde beispielhaft für eine Schicht nicht regierender, dennoch sich in hohen höfischen Kreisen bewegender Adliger vorgestellt, die – jenseits der im Absolutismus französischer Prägung obligatorischen Repräsentation – sich mit Muße und Konzentration im intimen Rahmen der musica da camera ernsthaft dem Komponieren widmen konnten. Over machte eine neapolitanische Kompositionstradition aus, deren Musiksprache expressiver dissonanter Harmonik in der Nachfolge des adligen Carlo Gesualdo sich in einem Marienoratorium Milanos wiederfinden lässt.

Die maßgeblichen Facetten der Musikausübung im höfischen Alltag – Reisen, repräsentative Zwecke und umfassende Ausbildung, für die man sich, unbelastet von ökonomischen Zwängen, die besten Komponisten als Lehrer leistete – wurden vertieft durch den ersten Beitrag, der den titelgebenden Landgrafen Ernst Ludwig selbst in den Mittelpunkt stellte. Rainer Maaß (Darmstadt) bestätigte und untermauerte mit seinem aus archivalischen Quellen extrahierten Bericht über die Kavaliersreisen des jungen Erbprinzen nach Paris und London erstens den exorbitanten Einfluss des französischen Hofes auf nahezu alle Formen fürstlicher Hinwendung zu Musik und Tanz, zweitens die wichtige Rolle des Unterrichts durch bedeutende Komponisten und drittens die Bedeutung der künstlerischen Transferbewegungen durch den Austausch zwischen deutschen und europäischen Höfen. Die erhaltenen Katalogisate von im 2. Weltkrieg zerstörten, früheren Beständen der Darmstädter Hofmusiksammlung bezeugen das Vorhandensein der Noten von mehreren Opern Lullys in Darmstadt. Hinzu kam die darmstädtische Spezialität der überaus musikinteressierten Mutter Ernst Ludwigs, Landgräfin Elisabeth Dorothea, die aktiv die Hofkapelle durch Anwerbung von Musikern optimierte und diese Ambitionen wohl ihrem Sohn vererbte.

Dass das in seinen Rahmenbedingungen flächendeckend artifizielle, hoch verfeinerte, an Etiketten  zuweilen fast erstickende Hofleben die Musik und darstellende Künste auch als Gegenpart individueller Freiräume brauchte, thematisierte Rouven Pons (Wiesbaden), indem er den Begriff des Dilettantismus aus sozialgeschichtlicher Perspektive aufnahm und ihn, quellengestützt und ergänzt durch ikonographische Beispiele, beleuchtete als in Adelskreisen verbreitetes Rezept gegen gepflegte Langeweile. Dabei kamen Aspekte der Zerstreuung und Triebsublimierung zum Vorschein, ohne die offenbar die gesamte Palette der Kunstausübung an Fürstenhöfen nicht vollständig bewertet werden kann. Es erscheint schließlich auch folgerichtig, dass nicht jedes Mitglied der Hofgesellschaft bei Musik- und Tanzdarbietungen zum Genie werden konnte, so dass das Moment der demonstrativen Zurschaustellung von Kultiviertheit unbedingt zum Gesamtbild des Phänomens Fürst als Künstler gehört, zumal das Erlernen mindestens eines Musikinstrumentes im gängigen Ausbildungskanon junger Adliger festgeschrieben war.

Vor diesem interdisziplinär errichteten Prospekt über die Hintergründe und Umstände der Musik am Fürstenhof konnten in der zweiten Sektion („Ernst Ludwig und die Musik“) die spezifischen Bedingungen für die kompositorischen und tänzerischen Aktivitäten Landgraf Ernst Ludwigs herausgearbeitet werden.

Roswitha Jacobsen (Gotha) widmete sich angesichts der besonderen Rolle der Landgrafenmutter Elisabeth Dorothea deren eigener musikalischer Sozialisation als Prinzessin am Gothaer Hof. Die prägende Atmosphäre und kulturelle Tradition der streng lutherischen Hofhaltung vervollständigte das Thema Prinzenerziehung jenseits des absolutistischen Prunkes nach französischem Vorbild um die Bedeutung der Kirchenmusik in der mitteldeutsch-protestantischen Tradition. Ein verbindendes Element zum Themenkern zeigte sich dennoch, da auch hier der Musik eine auflockernde Qualität innerhalb der reglementierten religiösen Erziehung zugeschrieben wurde. Eine historische Lücke füllte der Beitrag überdies mit dem aufgrund detaillierter Quellenauswertung gewonnenen, seltenen Beispiel für bezeugten Musikunterricht für weibliche Mitglieder der Hofgemeinschaft.

Wenn die vokale Kirchenmusik so wichtig für die musikalische Grundausbildung des Darmstädter Landgrafen war, so konnte dies nur im Einklang mit der dahinterstehenden Dichtung geschehen, deren Stellung innerhalb des Erziehungskanons junger Fürsten von Helga Meise (Reims) erläutert wurde. Dass der Poesie nicht nur, wie in allgemein höfischer Sichtweise, ein künstlerisch höherer, weil ernsterer Stellenwert zugeschrieben wurde als der Musik, sondern dass sie einen ebenso tiefen künstlerischen Ausdruckswert hatte, war für Ernst Ludwigs Lehrjahre offenkundig essentiell, wie anhand der umfangreich erhaltenen Schreibkalender des Darmstädter Hofs nachgewiesen werden kann. Der Prinz schrieb Gedichte, verarbeitete Verlust und Trauer mit poetischen Leichenpredigten und wertete damit die (geistliche) Dichtung als Partnerin der Musik auf – sichtbare Voraussetzung für die Schwerpunkte, die er als musikliebender regierender Fürst später dem Zusammenspiel der Künste an seinem Hof zugestehen sollte.

Bestätigt wurde die Bedeutung dialogisch ausgerichteter protestantischer Dichtung als Grundlage für Vertonungen, die wiederum eigene musikalische Gattungen hervorbrachten, durch Rashid Pegah (Berlin), der einen prägnanten, verdichteten Blick auf sogenannte Gesprächsspiele am Darmstädter Hof warf: anlassbezogene, allegorische Festmusiken, die vermutlich vom Hofkapellmeister des späten 17. Jahrhunderts, Wolfgang Carl Briegel, komponiert wurden und die, indem einzelne Rollen bestimmten Personen des Hofes zugeordnet wurden, als Keimzelle angesehen werden können für die späteren, unter Briegels Nachfolger Graupner regelmäßig im großen Stil für zeremonielle Ereignisse der landgräflichen Familie produzierten Festkantaten.

Derart eingeleitet durch die Hinwendung zur konkreten musikalischen Produktion am Darmstädter Hof widmete sich Ursula Kramer (Mainz/Darmstadt) der genaueren Beleuchtung von Entstehungsumständen und Vorbildern einer der Originalquellen, die den Anlass zur Tagung gegeben hatten: die sowohl handschriftlich als auch in zwei identischen Druckausgaben in der Musiksammlung der Universitäts- und Landesbibliothek erhaltene Ausgabe von Suitenkompositionen des Landgrafen Ernst Ludwig, Partition de 12 Suites et Symphonies 1718.  Die unmittelbare Quellenforschung aufgrund einer Parallelüberlieferung in der Musiksammlung wurde zur Aufstellung von drei Thesen herangezogen: Erstens der Möglichkeit eines Studienvorbildes für die Machart von Ernst Ludwigs Ouverturen nach französischen Vorbildern als solcher; zweitens hinsichtlich der Überarbeitung des Tonsatzes, was anhand der Gegenüberstellung von Manuskript und Druck demonstriert werden konnte, deren Machart einen professionellen Komponisten vermuten lässt – welche Beobachtung wiederum die Beteiligung von Graupner selbst nahelegt; und drittens den direkten Bezug zur Pflege des Tanzes am Hof.

Europäisches Netzwerk und Ergebnisse des daraus erwachsenen Austauschs zwischen künstlerisch tätigen Regenten in Gestalt überlieferter musikalischer Werke wurden von Gabriela Krombach (Mainz) im imaginären Brennglas anhand der erhaltenen Kompositionen von Friedrich Karl Graf zu Erbach (Darmstadt benachbart im Odenwald) untersucht. Die Sammlung von Trios für verschiedene Melodieinstrumente und B.c., als Divertimenti armonici in der Darmstädter Sammlung vorhanden, offenbart in ihrer vorangestellten Widmungsschrift eine gegenseitige Dedikation von Graf Erbach an Landgraf Ernst Ludwig und umgekehrt, welche ihrerseits eine Art Teilstück innerhalb der Beziehungsgeflechts zwischen den Protagonisten schöngeistig orientierter Adelskreise in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts darstellte. Im südhessischen Dreieck Darmstadt – Frankfurt – Erbach spielte sich im engen regionalen Rahmen die gleiche wechselseitige Inspiration von Fürsten (Ernst Ludwig, Graf Erbach), Komponisten (Telemann) und Textdichtern (Johann Friedrich v. Uffenbach) ab wie im übergeordneten Zusammenhang der Fürstenhöfe Europas. Dass die eingehende Analyse der kompositorischen Technik in den Werken Graf Erbachs hinsichtlich der musikalischen Qualität als typisch für einen adligen Dilettanten eingestuft werden konnte, bestätigte eines der Kernthemen der Tagung.

Die dritte und letzte Sektion („Vergleichende Fallbeispiele“) verfestigte über die Untersuchung spezieller Bezüge in einzelnen Residenzen den Eindruck einer deutschlandweiten und europäisch beeinflussten Allianz musikliebender und -ausübender regierender Fürsten anhand der exemplarischen Betrachtung von Zeugnissen zur konkreten musikalischen Betätigung der jeweiligen Herrscher.

Margret Scharrer (Saarbrücken) führte in einem zweiten Beitrag das Beispiel des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel – des Vaters der in ihrem ersten Vortrag vorgeführten fünf reisenden Prinzen – aus, der sich über das übliche dilettierende Laienmusikertum hinaus als Gambenvirtuose einen Namen auch in französischen Hofkreisen gemacht hatte. Seine fachliche Korrespondenz mit bekannten Komponisten wie Forqueray und Marais sowie der intensive Austausch mit Gemahlin und Mätresse über das Gambenspiel belegen ebenso wie der bezeugte, organisierte Instrumenten- und Notenerwerb zwischen München und Paris, dass die Musik an diesem Hof eine ungewöhnlich gewichtige Rolle spielte; wiewohl die Quellenlage die Gambe in der Zeit um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert als typisches Instrument des Adels erkennen lässt. Dies wurde erhärtet von der engagierten Weitergabe der eigenen Musikalität an die kurfürstlichen Kinder, was durch mehrere zeitgenössische Gemälde untermauert werden konnte.

Die gleichsam leitmotivisch die Tagung durchziehenden Einflüsse des französischen Hofes für die ästhetische Bildung an deutschen Fürstenhöfen schienen noch einmal hell auf anhand der Tanzhandschrift La Hessoise Darmstadtdes am Münchner Hof tätigen französischen Tanzmeisters Dubreil; spielte doch der Tanz die eigentlich zentrale Rolle für die gesellschaftliche Repräsentation bei Hofe. Carola Finkel (Frankfurt am Main) hatte sich der schwierigen historischen Choreographie-Notation kompetent genähert und daraus Hinweise für ein aus andernorts entstandenen Tanzsätzen zusammengesetztes Ballet mit den in Frankreich gebräuchlichen Einzeltänzen extrahieren können. Datierte Quellen der Tanzsätze mit Angabe der Widmungsträger lassen einen Nachvollzug der Wege durch die Residenzen zu, der 1718 – im selben Jahr wie die Suitenkompositionen des Landgrafen – in jenes Ernst Ludwig gewidmete und wohl zu seiner Musik getanzte Ballet mündet, das außerdem wohl der Bewerbung für die Stelle am Hof dienen sollte; ein vielfach bezeugter und verbreiteter, pragmatischer Zweck von Dedikationen.

Der bisher ausgebreitete Bilderbogen verschiedenster Grade und Stufen der künstlerischen Betätigung des Hofadels im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert wurde eindringlich abgerundet durch zwei Beispiele für Musikpflege und aktives Komponieren an zwei weiteren, mit Darmstadt in Verbindung stehenden Höfen.

Reinmar Emans (Hamburg) bestätigte mit seinen Ausführungen über die Musikerziehung und -aufführung in Braunschweig-Wolfenbüttel anhand der Entwicklung der Hofkapelle während mehrerer Herrschergenerationen die wesentlichen Befunde der Motive und Zwecke höfischen Musizierens: Existenz eines didaktischen Kanons, ikonographisch dokumentiertes Instrumentalspiel, Verbindung von Musik und Dichtung in allegorischen Singspielen, basierend auf der spezifisch protestantischen Wort-Ton Religiosität – zusammengefasst Aspekte, die eine deutsche Hofmusikkultur vom französischen Vorbild unterschieden und ihr eigenes Gepräge gaben.

Dass es neben all den Beobachtungen von Gesetzmäßigkeiten der musikalischen Praxis in fürstlichen Kreisen auch die Ausnahme eines exzessiv und anspruchsvoll komponierenden Monarchen gab, zeigte Greta Haenen (Bremen/Saarbrücken) an den als „Schlafkammerbibliothek“ überlieferten Kompositionen Kaiser Leopolds I., innerhalb derer sie allein 200 musikdramatische Werke identifizieren konnte.

Silvia Uhlemann


Tagung und Konzert: Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt Sänger, Tänzer, Komponist

Konzert: Barocke (Tanz-) Musik von Landgraf Ernst Ludwig u.a. am 1.12.2018

Bildrechte: Klaus Mai, Darmstadt

Ein Herrscher, der tanzt, singt, komponiert und dirigiert? Bei der Erziehung von Fürstenkindern standen auch künstlerische Fächer und besonders die Musik auf dem Unterrichtsplan. Der Darmstädter Landgraf Ernst Ludwig praktizierte diese früh geweckte Leidenschaft auch noch im Erwachsenenalter.

Im Zentrum des Konzerts stehen seine eigenen Kompositionen. Es erklingen aber nicht nur Werke aus seiner Feder; zwei Tanzpaare präsentieren auch historische Choreographien auf seine Melodien, die der Tanzmeister von Ernst Ludwigs Münchner „Kollegen“, Kurfürst Max Emanuel, auf die Musik von Ernst Ludwig konzipiert hat.

Werke von Graf Friedrich Carl zu Erbach, Telemann, Lully und nicht zuletzt Ernst Ludwigs Kompositionslehrer Christoph Graupner ergänzen das Programm.

Bildrechte: Klaus Mai, Darmstadt

 Tagungsflyer, Konzert und Konzertflyer

Veröffentlichung: 30. November 2018
Quelle: Kooperation mit der Dotter-Stiftung, Musikhochschule Mainz mit der Abteilung
Bilder: Klaus Mai, Darmstadt
Musikwissenschaften (IKM) der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz


Prof. Dr. Ursula Kramer und Marie-Claire Bäre Le Corre über den Landgrafen Ernst Ludwig

Tagung und Konzert mit Barocktanz aus Anlass seines 350. Geburtstags

Die beiden Musikspezialistinnen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Hochschule für Musik in Nürnberg berichten über das eigens für den Regenten Ernst Ludwig konzipierte Symposium der Christoph-Graupner-Gesellschaft. Die umfangreichen musikalischen Aktivitäten des Landgrafen Ernst Ludwig, der zudem auch Sänger, Tänzer und Komponist war, sind das zentrale Thema der Tagung der Christoph Graupner-Gesellschaft vom 30. November bis zum 2. Dezember. Gemeinsam mit einem Konzert im Jagdschloss Kranichstein endet das Jubiläumsjahr des Regenten, dessen Geburtstag sich im Dezember 2017 zum 350. Mal jährte.

Veröffentlichung: 17. November 2018
Quelle: Interview von Susanne Pütz am 17.11.2018 im Hessischen Rundfunk, hr2 - Musikszene Hessen
Live-Interview


Landgraf Ernst Ludwig (1667-1739) als Musiker, Tänzer, Komponist

Tagung und Konzert mit Barocktanz aus Anlass seines 350. Geburtstags

Aus Anlass des Ernst-Ludwig-Jahres veranstaltet die Christoph-Graupner-Gesellschaft vom 30.11.-2.12.2018 in Kooperation mit der Abteilung Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität und der Hochschule für Musik Mainz eine Internationale Tagung im Jagdschloss Kranichstein, die sich speziell mit den künstlerischen Aktivitäten von Landgraf Ernst Ludwig befassen wird. Dass Regenten bzw. Regentinnen als Kinder und Jugendliche im Rahmen ihrer generellen Ausbildung auch musikalischen Unterricht erhielten, ist hinlänglich bekannt, nicht aber, ob und inwieweit sie ihre erworbenen (spielpraktischen) Fähigkeiten später auch tatsächlich anwendeten. Zeitgenössische Zeremonialschriften gestehen ihnen Musik als Zeitvertreib für Mußestunden zu, mehr aber auch nicht. Der Darmstädter Landgraf Ernst Ludwig scheint mit seinen musikalischen Aktivitäten einen derartigen engen Rahmen zu sprengen. Es gibt eine ganze Reihe von Hinweisen, wonach er als Sänger, Komponist, Dirigent und Tänzer hervorgetreten ist. Er pflegte Kontakte in professionelle Musikerkreise und verschickte seine Kompositionen an verschiedene Höfe. Es hat den Anschein, als beanspruche die Musik für ihn eine weit größere Rolle, als dies bei anderen Herrschern der Zeit der Fall war. Oder ergibt sich dieser Eindruck nur deshalb, weil man bisher zu wenig über die Rolle eigener künstlerischer Betätigung von Fürsten weiß?

Erst in jüngerer Zeit haben die historischen Kulturwissenschaften begonnen, ihre Auf-merksamkeit diesem Thema zuzuwenden, freilich bislang vor allem in Hinblick auf die Bedeutung der Bildenden Kunst.

Als Beitrag zum Jubiläumsjahr (350. Geburtstag) des Darmstädter Landgrafen und Dienstherrn von Christoph Graupner werden sich französische und deutsche (Kunst-)Historiker und Musikwissenschaftler intensiv mit Fragen nach der Funktion insbesondere der Musik im Leben von Ernst Ludwig befassen. Dazu gehören seine musikalische Prägung durch die Eltern, seine Erfahrungen, die er im Rahmen seiner Kavaliersreise in Paris machte, aber vor allem seine eigenen künstlerischen Aktivitäten, die ihn immer wieder mit einer höfischen bzw. bürgerlichen Öffentlichkeit konfrontierten. Schließlich soll auch danach gefragt werden, wie Ernst Ludwigs künstlerische Ambitionen zu verorten sind, welcher Status ihnen zuzugestehen ist, welche Position der Darmstädter Landgraf mit seiner Kunstausübung im Gefüge anderer Regenten der Zeit einnahm, inwiefern er diesbezüglich einen Sonderfall darstellt etc.

Die Veranstaltung, zu der alle Interessierten bei freiem Eintritt schon jetzt herzlich eingeladen sind, findet im Rondellsaal des Jagdschlosses Kranichstein statt. Das genauere Programm wird rechtzeitig auf der Website der CGG bekannt gegeben.

Am Samstag, den 1.12.2018, findet um 19:30 Uhr ein Begleitkonzert im Ernst Ludwig-Saal in Darmstadt-Eberstadt statt, das thematisch eng auf das Programm der Tagung abgestimmt ist. Unter der Leitung von Felix Koch, Professor an der Hochschule für Musik Mainz, und dem Neumeyer Consort werden Werke von Landgraf Ernst Ludwig, Friedrich Carl Graf von Erbach, Jean Baptiste Lully, Giovanni Porta, Christoph Graupner und Georg Philipp Telemann gespielt.

Veröffentlichung: 19. November 2017
Quelle: Newsletter Christoph-Graupner-Gesellschaft

Tagungsflyer

Hinweis: der Tagungsort ist leider nicht barrierefrei. Wir helfen selbstverständlich gerne, sofern wir darüber bei Bedarf informiert werden.


Besuch aus Neuseeland und Singapur bei der Christoph-Graupner-Gesellschaft

22.-24. Mai 2018 Darmstadt

Vom 22.-24. Mai waren der neuseeländische Musiker und Musikwissenschaftler Donald Maurice von der Universität Wellington und Seow Wei Ang aus Singapur zu Gast bei der Christoph-Graupner-Gesellschaft. Maurice plant eine Einspielung von Graupnerschen Werken für Viola d'more, die aber nicht nur als reine Audio-Spur produziert werden soll, sondern in eine Video-Dokumentation zu Graupner eingebettet wird, die das Team zu den Originalschauplätzen nach Darmstadt führte. Gar nicht so einfach angesichts der massiven Zerstörungen von 1944 - kein altes Theater mehr, in dem einst Graupners Opern aufgeführt worden waren und das noch bis zum Zweiten Weltkrieg als Kleines Haus weitergenutzt wurde.

Auch von seinem einstigen Wohnhaus keine Spur mehr, nur eine nahezu unleserliche Gedenktafel an einer Hauswand über der Filiale der Parfümerie Douglas in der Luisenstraße. Und auf dem Kapellplatz nur noch ein Sammelgrabstein, der an wichtige Personen auf dem einstigen Friedhof erinnert, ohne dass man auf den Meter genau wüsste, wo unter diesem Areal Graupner begraben liegt. Und das Schloss im Stadtzentrum mit seiner Kapelle, in der sonntags Graupners Kantaten erklangen, ist derzeit eine einzige Baustelle ...

Donald Maurice am Sammelgrabstein

Zum Glück haben Graupners Manuskripte allen potentiellen Zerstörungen widerstanden und befinden sich heute im Besitz der Universitäts- und Landesbibliothek, wo sie einen der größten Schätze darstellen. Und so konnte Donald Maurice die Werke, die er in den kommenden Wochen in einem Kloster in Posen einspielen wird, am originalen Manuskript studieren.

Ein Interview mit der Vorsitzenden der CGG, Prof. Dr. Ursula Kramer, das auch Teil der Video-Produktion werden wird, rundete den Darmstadt-Besuch des kleinen Filmteams ab, das sich anschließend nach Kirchberg in Sachsen begab, um sich dort Graupners Anfängen zu nähern.

 


Neue CD mit Graupnerkantaten veröffentlicht

Christoph Graupner: Passionskantaten Vol. 1

Ab Montag, 27. März 2017 sind die in letzten Jahr in der Darmstädter Pauluskirche aufgenommen Passionskantaten von Christoph Graupner im Handel erhältlich. Die in Zusammenarbeit mit der Christoph-Graupner-Gesellschaft entstandenen drei Kantatenaufnahmen unter dem Dirigenten Florian Heyerick sind der Beginn eines Zyklus über das Leiden Jesu.

Termin: 27. März 2017
Quelle: cpo


Film über die Viola d´amore

Graupner und die Viola d´amore

Zusammenfassung des unten angegebenen Films in einer 15-Minuten-Bearbeitung. Sie wurde im Rahmen der Veranstaltung "Tagung und Konzert: Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt Sänger, Tänzer, Komponist" am 30.11.2018 unter Anwesenheit von Donald Maurice dem Fachpublikum präsentiert (Beiträge im Film in Englisch).

Enthaltene Graupner-Stücke:

Ausführende:

  • Donald Maurice (Viola d´amore), Marcin Murawski (Viola), Ewa Murawski (Flöte)
  • Orchestra Ars Longa, Leitung:  Eugenuisz Dabrowski

Ort/Datum: 

  • Owinska, Polen; 1.-5. Juni 2018

Team:

  • Anna Kochnowicz-Kann (Skript, Direktor)
  • Miroslaw Kubiak (Direktor Photographie)
  • Adam Kubiak, Pawel Rybarzyk (Kamera)
  • Waldemar Korzyb (Ton)
  • Adam Kubiak (Beleuchtung)
  • Tomasz Jarosz (Bearbeitung, Postproduktion, Grafik)
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Konzept)
  • Marcin Murawski (Projektmanager)
  • Ang Seow Wei (zusätzliche Kameraarbeit)
  • Marcin Murawski (assoziierter Produzent)
  • Grzegorz Stec (Tonmeister, Mastering)
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Orchesterdirektor)
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Herausgeber)
  • Magdalena Wolinska (Management)
  • Jan A. Jarnicki (künstlerischer Leiter und Produzent)
  • Marlgorzata Loza-Lipszyc (künstlerische Leiterin)
  • Malcom Henbury-Ballan (Beratung)
  • Parisch Church in Owinska von Grzegorz Stec (Titelbild)

Projektfinanzierung:

Co-Finanzierung:

  • Bezirk von Poznan (Polen) innerhalb der Aufgabe "Baroque Music of Owinska" und Bezirk Starost Jan Grabkowski
  • Stadt Poznan innerhalb der Aufgabe "New Zealand in Poznań"

Spezieller Dank an:

  • Victoria University of Wellington (Neuseeland)
  • Te Kōkī New Zealand School of Music Wellington (Neuseeland)
  • The Adam Foundation of New Zealand (Neuseeland)
  • Ang Seow Wei für zusätzliche Kameraarbeit
  • Christoph-Graupner-Gesellschaft, Darmstadt (Deutschland)
  • Prof. Dr. Ursula Kramer, Mainz (Deutschland)
  • Erzdiözese von Poznań
  • Arnsteiner Patres (Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes)
  • Parish Church of Owinska (Polen) und Pfarrer Leszek Golczynski, SSCC
  • Schule für blinde und sehbehinderte Kinder in Owinska (Polen) mit Direktor Maria Tomaszewska
  • Foundation Event-Culture Poznań mit Präsidentin Ewa Murawska und dem Vorstandsmitglied Marcin Beer
  • Polnisch-Norwegisches Kulturzentrum
  • Addario & D´Addario Orchestral
  • Cremona in America und Peter Bahng
  • Frirsz Music Company
  • Acte Préalable mit Direktor Jan A. Jarnicki

Passionszyklus 1741 Teil 1 "Das Leiden Jesu"

27. Februar 2016, Paulus-Kirche Darmstadt

Christoph Graupner vertonte drei Kantatenzyklen seines Schwagers, des Theologen Johann Conrad Lichtenberg, die alle zur Aufführung in der Passionszeit vorgesehen waren.

Die Gepflogenheit, solche zusammengehörenden Musiken während der Fastenzeit aufzuführen, war eine Besonderheit, die im lutherischen Gotha ihren Ursprung hatte und daneben nur noch aus Darmstadt bekannt ist.

Der Zyklus Betrachtungen über die Hauptumstände des großen Versöhnungsleidens unseres Erlösers aus dem Jahr 1741 umfasst zehn Kantaten, in denen von Sonntag Estomihi bis Karfreitag jeweils ein Aspekt der Leidensgeschichte Jesu behandelt werden. Diese Kantatenreihe, aus der hier vier Kantaten zu einem Konzert nach Art eines "Passionsoratoriums" zusammengestellt sind, gilt als ein Höhepunkt in Graupners Gesamtwerk. Emotionale Extremsituationen - die dargestellten Gefühle reichen von Entsetzen, Schmerz und tiefer Trauer bis hin zu inniger Liebe, Trost und dankbarer Ergebenheit - werden mit ausdrucksstarken kompositorischen Mitteln in Musik umgesetzt. Gesangs- und Instrumentalsolisten sind hier in ihrem ganzen Können gefordert. Graupners Instrumentation setzt auch die damals in Darmstadt sehr beliebten, heute selten zu hörenden Chalumeaux ein, die mit ihrem sonoren Holzbläserklang das ohnehin abwechslungsreiche Klangfarbenspektrum bereichern.

  • Kantate "Kommt, Seelen, seid in Andacht still" → GWV 1119/41
  • Kantate "Erzittre, toll und freche Welt" → GWV 1120/41
  • Kantate "Christus, der uns selig macht" → GWV 1121/41
  • Kantate "Fürwahr, er trug unsere Krankheit" → GWV 1125/41

Ausführende:

  • Doerthe-Maria Sandmann (Sopran), Simone Schwarck (Sopran), Anna Bierwirth (Alt), Marnix De Cat (Countertenor), Jan Kabow (Tenor), Yves Vanhandenhoven (Tenor), Dominik Wörner (Bass), Robbert Muuse (Bass)
  • Ex Tempore, Mannheimer Hofkapelle, Leitung: Florian Heyerick

Aus der Werkstatt der Darmstädter Hofkapelle

15. November 2015: Jagdschloss Darmstadt-Kranichstein, Rondellsaal

Am Sonntag, 15.11.2015 fand um 11 Uhr im Rondellsaal von Jagdschloss Kranichstein ein Vortrag mit Live-Musik statt. Unter dem Titel "Aus der Werkstatt der Darmstädter Hofkapelle. Aufführungspraxis und Besetzung in Christoph Graupners Kirchenkantaten" wird der flämische Dirigent und Graupner-Experte Florian Heyerick über Fragen und Probleme der musikalischen Realisierung von Graupners Werken berichten. Im Zentrum seines Vortrags, der von zahlreichen musikalischen Beispielen und zusätzlichem Bildmaterial flankiert wird, stehen Aspekte der vokalen und instrumentalen Besetzungsproblematik in der heutigen und damaligen Aufführungspraxis. 

  • Kantate "Die Krankheit so mich drückt" → GWV 1155/09

Ausführende

  • Ex Tempore, Leitung: Florian Heyerick

Elisabethenkirche Darmstadt

13. September 2014: Elisabethenkirche Darmstadt

In Kooperation mit der Konzertagentur Allegra, Mannheim, Veranstalter der Kammerkonzerte Darmstadt 

  • Ignazio Sieber (c.1680-1753): Sonata in g-Moll für Blockflöte und B.C.
  • Christoph Graupner (1683-1760): „September“ Suite für Cembalo solo aus den "Monatlichen Clavier Früchten" → GWV 117
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Sonate in f-Moll für Blockflöte und B.C. TWV:f1 
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonate in G-Dur für Flöte und B.C. GWV 707
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonate in G-Dur für Flöte und obligates Cembalo GWV 708
  • Francesco Geminiani (1687-1762): Opus 5 Sonate II in d-moll für Violoncello und B.C.
  • Antonio Vivaldi (1678-1741): Sonata a-moll für Blockflöte, Violoncello und B.C. RV 86

Ausführende

  • Sabrina Frey (Blockflöte), Alessandro Andriani (Violoncello)
  • Ars Musica Zürich

10-jährigen Jubiläum der CGG und Jahreshauptversammlung 2013

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2013 gilt es, das 10jährige Bestehen der Christoph-Graupner-Gesellschaft zu feiern – im Vergleich zu anderen Vereinen, die sich dem Andenken und der Förderung historischer Persönlichkeiten verschrieben haben, ist dies noch keine lange Zeit, aber dennoch eine erste Etappe auf einem gerade begonnenen Weg.

Das Jubiläum lädt einerseits dazu ein, Bilanz zu ziehen und zu fragen, was in dieser Zeit gemäß den von der Satzung vorgegebenen Aufgaben und Zielen der CGG bereits gelungen ist, wo noch Handlungsbedarf für die Zukunft besteht, aber auch, um neue Ideen und Ziele für die weitere Vereinsarbeit der nächsten Jahre zu definieren.

Es ist der CGG gelungen ist, diesen besonderen Anlass mit einem Konzert zu verbinden, das uns eine so spezielle wie besondere Facette des Komponisten Graupner präsentierte.

Dr. Ernst Schlader, Mitglied der CGG und Dozent für historische Klarinetten und Chalumeaux an der Musikhochschule Trossingen, hat mit dem Trossinger Klarinettentrio ein Programm präsentiert, in dem zwar selbstverständlich auch die Werke Graupners für diese besondere Besetzung erklangen, das aber darüber hinausgehend auch die Weiterentwicklung der Klarinettenliteratur eindrucksvoll demonstrierte. Umrahmt wurden die dargebotenen Werke durch kurze Erläuterungen der Interpreten.


Konzert zum 10jährigen Bestehen der Christoph-Graupner-Gesellschaft

1. Juni 2013: Jagdschloss Darmstadt-Kranichstein, Rondellsaal

Konzert anlässlich des 10jährigen Bestehens der Christoph-Graupner-Gesellschaft im Rahmen der Jahreshauptversammlung

  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouverture C-Dur für 3 Chalumeaux → GWV 401
  • Franco Donatoni (1927-2000): Clair für Klarinette solo
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Ouverture F-Dur für 2 Chalumeaux und Bass
  • Johann H.G. Backofen (1768-1830): Duo für 2 Klarinetten
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Divertimento (aus den 24 Stücken für 3 Bassetthörner KV 439b)

Ausführende:

  • Trossinger Klarinetten-Trio (Janis Tretjuks, Diederik Ornée, Ernst Schlader)