Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1101/22

Die Nacht ist vergangen



Originaltitel:
Die Nacht ist vergangen / a / Corno di Selva / 2 Hautb. / 2 Violin / Viol / 2 Cant / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 1. Adv. / 1722 [changed into: 1723.]
Abschnitt im Kirchenjahr: Advent
Sonntag im Kirchenjahr: 1. Advent
Entstehungszeit: 1722
Vokal: Sopran (2), Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: ob (2), fg, hn, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (S(S)STB,hn,str,bc) - F - C
     2.rec (S,bc)
     3.aria (S,fg,str,bc) - B - 3 (affettuoso)
     4.rec (B,bc)
     5.coro,aria (B,SSTB,hn,str,bc) - F - 3 (vivace)
     6.rec (T,bc)
     7.choral (SSTB,ob(2),hn,str,bc) - F - C
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 14 Seiten;
S 1, 2, T (2x), B (2x): 2, 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 and ob 1 (2x), vl 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2 - cor: 1f.
Kommentar: ob in vl-part, only mov7 - fg in 1 vlne-part only in mov3 - mov1: written for 3S, S2 only one bar not covered, missing in parts - mov6: alternativ part for B -> possible to perform without T-solo /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-430-27
RISM ID:   450006014
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen.
    Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage.
  2. Rezitativ
    Erwacht, ihr schläfrige Gemüter!
    itzt ist die Stunde da,
    vom Sündenlager aufzusteh’n,
    denn seht! das Heil ist allzu nah.
    Der Herr beut seine Gnadengüter
    in reicher Fülle an.
    Ach! wollt ihr nicht dem Glanz entgegen geh’n?
    Auf! auf! weicht von der Höllenbahn;
    die Nacht des Zorns ist nun verschwunden.
    Eilt! braucht die angenehme Stunden.
  3. Arie
    Angenehmster Tag der Gnaden,
    brich in meinem Herzen an.
    Brich doch an! erwünschtes Licht!
    Säume nicht;
    wecke, stärke meine Kräfte
    zum Geschäfte
    das beim Licht bestehen kann.
  4. Rezitativ
    Gott lässt sein Licht, sein Heil,
    zwar aller Welt zum Trost entstehen;
    allein der meiste Teil
    mag nicht zum Dienst des Lichtes gehen.
    Der Sünden Sklaverei
    hält Seele, Herz und Sinn gefangen.
    Die Finsternis, die solcher Kerker hegt,
    lässt keinen Schein des Lichts in sie gelangen,
    bis endlich Satans Tyrannei
    den Sündenknecht in Höllenbande legt.
    Doch würde dessen Macht die Menschen nicht so binden,
    wo sie nicht selbst mit Lust in seinen Diensten stünden.
  5. Chor
    Rüste dich Seele! mit Waffen des Glaubens,stärke den Mut!
    Dämpfe die Lüste der höllischen Brut.
    Sodoms verdammliche Werke zu treiben,
    heißt, sich dem Satan zum Sklaven verschreiben.
    Schande! wenn solches ein Christenmensch tut.
  6. Rezitativ
    Die Welt hält zwar den Kampf vor Spott,
    sie will bei Hader, Neid, bei Unzucht, Fressen, Saufen
    ganz frech in ihr Verderben laufen.
    Den Bauch macht sie zum Gott.
    Kein Gnadenruf, kein Wahrheitslicht
    mag sie von solchem Wesen trennen.
    Ach! welcher Jammer ist das nicht,
    dass auch die solches tun, die sich doch Christen nennen.
  7. Choral
    Erleucht’ doch unser Sinn und Herz
    durch Deines Geistes Gnad’,
    dass wir nicht treiben draus ein’ Scherz,
    der unsrer Seele schad’.
    O Jesu Christ,
    allein Du bist,
    der solches kann ausrichten.