Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1167/09b

Mein Herz erschrick nur nicht



Originaltitel:
Cantata / Mein Hertz erschrick nur nicht / √¢ Voce Sola / Voilin. unison. / e / Continuo. / Dom. 26 p. Trin. / 1709. / a.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 26. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1709
Vokal: Bass
Solostimmen: 1
Instrumente: , vl unis., bc
Satzbeschreibung:
     1.acc+rec (B,vl unis,bc) (allegro)
     2.aria (B,vl unis,bc) - G - 3
     3.rec (B,bc)
     4.aria (B,(vla),bc) - G - 3
     5.rec (B,bc)
     6.aria (B,vl unis,bc) - e - C+3(/8)
Dichter: E. Neumeister
Partitur: 7 Seiten;
B: 2 - vl (2x), vla, vlc, vlne, bc: 1, 1, 1, 1, 2, 2f.
Kommentar: ob - vla-part for mov4 playing with bc in F-Clef /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-417-18
RISM ID:   450005733
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Accompagnato-Rezitativ / Secco-Rezitativ
    Mein Herz, erschrick nur nicht,
    wenn dir der letzte Tag
    in den Gedanken schwebet.
    Wer mit der Welt mit ihren Lüsten lebet,
    der mag
    erzittern und erbeben.
    Ihm kommt die Finsternis und dir ein Freudenlicht,
    weil: Jesus wird mein Haupt erheben
    und mich zum ewigen Ergötzen
    in seines Vaters Reich versetzen.
  2. Arie
    Ach, ich sehe schon die Krone,
    die er mir vor seinem Throne
    ewig zubereitet hat.
    Dieses Lebens bin ich satt
    und erwarte mit Verlangen,
    jenes Leben zu empfangen.
  3. Secco-Rezitativ
    Das Meer mag grausam brausen,
    die Winde schrecklich sausen,
    der Abgrund aller Tiefe knallen,
    die Sternen auf die Erde fallen,
    das Firmament des Himmels krachen,
    der Engel Feldgeschrei die Lüfte bebend machen,
    die Elemente sich zertrennen,
    die ganze Kreatur verbrennen,
    die Hölle sperre sichtbarlich
    den Schlund und Rachen auf:
    Nichts nicht erschrecket mich.
    Vor mich und alle Frommen
    wird da kein Richter nicht,
    wohl aber ein Erlöser kommen,
    wie uns sein Wort verspricht.
    Ich bin ihm gar nicht unbekannt,
    als möcht’ er im Gedränge
    bei einer solchen Menschenmenge
    mich etwan nicht erkennen oder sehn?
    O, das wird nicht gescheh’n.
    An meiner Stirn ist seines Blutes Zeichen,
    das kennt er allzu wohl. Drum wird er mir die Hand
    als seinem Bruder reichen,
    dass ich zu seiner Rechten stehe
    und drauf
    Zu seiner Herrlichkeit
    mit andern Auserwählten gehe.
    Mich dünkt, Er bietet schon die Engel auf,
    die das Gerichte hegen.
    Drum halt ich mich bereit.
    Ja komm, Herr Jesu, komm und zeuch mich dir entgegen.
  4. Arie
    Meine Seele, freue dich!
    Die Erlösung nahet sich,
    wo man alle Seligkeit ,
    alle Ruh’ und Sicherheit,
    alle Wohllust, allen Mut,
    allen Reichtum, alles Gut,
    alles, was Gott selber ist,
    ewig schauet und genießt.
    Und dies alles erb’ auch ich:
    Meine Seele, freue dich!
  5. Secco-Rezitativ
    Und so ich ja das Leben nicht mehr habe,
    wenn Jesus kommt, so leg ich mich zu Grabe
    und schlafe ganz mit Frieden ein,
    bis dass er mich zum Leben auferwecket.
    Dies mag ein Donnerwort in Aller Ohren sein:
    „Ihr Toten, stehet auf!“
    Mir ist’s ein Gnadenwort, das mir wie Honig schmecket.
  6. Arie
    Möcht es doch nur bald geschehen,
    wäre doch die Zeit schon da,
    dass mein Auge könnte sehen,
    was noch nie kein Auge sah,
    dass in meinen Ohren schwebte,
    was noch nie kein Ohr gehört,
    und in meinem Herzen lebte,
    was noch in kein Herz gekehrt:
    Die Göttliche Schönheit, die Englische Weide,
    das liebliche Wesen der Ewigen Freude.