Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1157/16

Wenn man meinen Jammer wäget



Originaltitel:
Wenn man meinen Jammer wäget / a / 2 Violin / Viol / 2 Cant / Alt / Tenor / Basso / e / Continuo. / Dn. 16 p. Tr. 1716.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 16. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1716
Vokal: Sopran (2), Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 2
Instrumente: (fg), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SSATB,str,bc) - c - C
     2.rec (S,bc)
     3.aria (S,vl unis,bc) - Es - 12/8 (largo)
     4. rec (A,bc)
     5.coro (SSATB,(fg),str,bc) - c - 4/2+3/2 (allabreve)
Dichter: G.C. Lehms
Partitur: 13 Seiten;
S 1, 2, A, T (2x), B (2x): 2, 1, 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1, 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: in last mov vlne is playing simplified part, basso additional fg-part in vlne 2 (means?) /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-424-22
RISM ID:   450005841
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Chor
    Wenn man meinen Jammer wäget
    und mein Leid zusammenleget,
    wird es wie der größte Stein,
    ja, so schwer als Felsen sein.
    Gottes Hand hat mich gerühret
    und auf diesen Weg geführet,
    da sich Himmel, Erd’ und Welt
    wider mich in Waffen stellt.
  2. Secco-Rezitativ
    Mein Gott will bei dem größten Beten
    ganz ferne von mir treten.
    Die Menschen setzen sich
    ingleichen wider mich.
    Der Satan sucht mich zu verschlingen
    und in den Höllen-Pfuhl zu bringen.
    Mein alter Adam tritt mit ihm in gleichen Bund
    und macht mir seine Feindschaft kund.
    Ich bin der Welt ein Gräu’l, dem Seraphinen Orden
    ein Fluch, ein Schimpf, ein Schauspiel worden.
    Ja, was noch mehr, ich muss ein Narr
    - doch merkt’s -: allein
    um Christi Willen sein.
    So viel muss ich erleiden,
    doch alles ohne Schuld;
    drum ruf ich voller Freuden:
    Geduld! Geduld!
  3. Arie
    Ich weiß, dass eben dieses Leiden
    auch über meine Brüder geht,
    Drum küss’ ich’s mit vergnügten Freuden,
    so lang es in dem Herzen steht.
    Nach überstand’nem Sturm und Regen
    muss sich das größte Wetter legen
    und ein beliebter Sonnenschein
    ein neuer Blick der Freude sein.
  4. Secco-Rezitativ
    Kann’s nun nicht anders sein,
    so leid ich Qual und Pein
    mit ganz gelass’nem Herzen;
    Gott lindert endlich doch
    das schwere Kreuzes-Joch
    und tilgt die harten Schmerzen.
  5. Chor
    Gott geht noch stets den alten Gang
    und kann nicht anders mit uns handeln.
    Drum muss man nur geduldig sein,
    denn er kann bei der größten Pein
    den bitter’n Angst- und Weh-Gesang
    in süßes Freuden-Spiel verwandeln.