Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1149/11

Ereifre dich gerechter Himmel



Originaltitel:
Cantata / Ereiffre dich gerechter Himmel / a / Voce Sola / 2 Hautbois / 2 Violin / Viola / Violon / e / Continuo. / Domin. 8 post Trinit. / 1711.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 8. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1711
Vokal: Sopran
Solostimmen: 1
Instrumente: ob (2), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.aria (S,ob(2),str,bc) - F - C (allabreve)
     2.rec (S,bc)
     3.aria (S,ob(2),str,bc) - C - C
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,ob(2),str,bc) - F - 3(/2) (affettuoso)
Dichter: G.C. Lehms
Partitur: 10 Seiten;
S: 4 - vl 1, 2, vla, vlne, vlne grosso, bc (2x): 1, 1, 1, 1, 1, 2, 2 - ob 1, 2: 1, 1f.
Kommentar: Eine Continuostimme in D-dur / ob



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-419-14
RISM ID:   450005753
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Arie
    Ereif´re dich, gerechter Himmel,
    und strafe die verführte Welt.
    Sie will zwar Gott „Herr, Herr!“ benennen,
    Ihm aber diesen Ruhm nicht gönnen,
    den seine Majestæt erhält.
  2. Secco-Rezitativ
    Der Satan hat itzt einen Orden
    auf dieser Welt gestift´t,
    in welchem manch verkehrter Geist
    ein schnödes Glied geworden.
    Er heißt:
    Der Heuchel-Christen-Orden
    und führt die Uberschrift:
    „Verblende nur die Welt durch äußerlichen Schein,
    so kannst du schon bei ihr ein wahrer Christe sein.
    Doch höchst verdammte[n] Worte,
    ihr öffnet euch den Weg zur Höllenpforte.
    Ein Heuchler und ein Christe sein,
    das stimmt so wenig überein,
    als Gott und Belial zusammen stimmen.
    Der Heuchler Herz ist ihm ein Gräu´l
    und solcher Menschen Teil
    ist Glut und ewig Feuer.
    Sie sind ein rechtes Ungeheuer;
    Ein Höllenbrand und Satansbild,
    das bei der Erde wohl, doch nicht bei Jesu gilt.
  3. Arie
    Der Urteilsstab ist schon gebrochen
    und dieses harte Wort gesprochen
    dass Gott die Heuchler von sich treibt.
    Drum soll man ihn mit Ernst verehren
    und nichts als Himmelswahrheit lehren,
    weil sie der Weg zum Leben bleibt.
  4. Secco-Rezitativ
    Allein!
    Die Pharisäer-Art ist schon zu wohlgelitten.
    Wogleich im Herzen Schlangen sein,
    die Lippen aber nur um Glaub´ und Andacht bitten
    da muss der Himmel offen stehn?!
    Nein! Nein!
    Nur diese Christen
    sind rechte Pietisten,
    das ist des Höchsten liebste Kinder,
    die ganz allein in ihre Kammer geh´n,
    daselbst ihr Herz vor Gott bekennen
    und ihn in Wahrheit Vater nennen.
    Dies ist das rechte Christentum
    und unser schönster Ehren-Ruhm,
    wenn wir der Heuchler Gift vermeiden
    und uns in weiße Seiden
    der Himmelswahrheit kleiden.
  5. Arie
    Ach, so will ich in der Stille
    ganz allein,
    Jesu, dein Verehrer sein.
    Werd´ ich dich „Mein Vater!“ nennen,
    soll es Mund und Herz bekennen,
    denn der bloße Schein
    trägt uns wenig ein.