Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1127/31

Mein Gott warum hast du mich verlassen



Originaltitel:
Mein Gott, warum hastu mich / verlaßen / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / In diem Parasc. / 1731.
Abschnitt im Kirchenjahr: Karwoche
Sonntag im Kirchenjahr: Karfreitag
Entstehungszeit: 1731
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,str,bc) - c - C
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,vl unis,vla,bc) - F - C
     4.choral (SATB,str,bc) - C - 12/8
     5.rec (T,bc)
     6.aria (AT,str,bc) - D - C
     7.rec (B,bc)
     8.choral (4) DC
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 13 Seiten;
S, A (2x), T, B (2x): 1, 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Edition: nicht bekannt
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-439-08
RISM ID:   450006286
Graupner-Werke-Verzeichnis:   157630000001189605
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
    verlassen? Ich heule, aber meine Hilfe ist fern.
  2. Secco-Rezitativ
    Ach große Not, ach schwere Klage!
    Komm Sünder, komm herbei,
    hör deines Jesu Angstgeschrei,
    sein Gott ist seiner Seele ferne.
    Ach unaussprechlich harte Plage!
    O Sünder lerne
    an deines Jesu bittren Schmerzen,
    wie groß die Sündenstrafe sei.
    Gott weicht von einer Seele:
    Ach glaubst du nicht, dass dieses quäle?
    Ach allzu sehr, ach nimm’s zu Herzen!
  3. Arie
    Gott will den einz’gen Sohn verlassen,
    der Bürge ist. Was will Er Schuldnern tun?
    Ach Gott, wie groß ist Deine Strenge!
    Doch ach, Er büßt die Sündenmenge
    der ganzen Welt.
    Drum ist sein Antlitz so verstellt
    weil alle Schulden auf Ihm ruh’n.
  4. Choral
    Nun, was Du, Herr, erduldet,
    ist alles meine Last,
    ich hab es selbst verschuldet,
    was Du getragen hast.
    Schau her, hier steh’ ich Armer,
    der Zorn verdienet hat;
    gib mir, o mein Erbarmer,
    den Anblick Deiner Gnad’.
  5. Secco-Rezitativ
    Ich weiß, o Jesu, all Dein Leiden
    ist meine wohlverdiente Schuld
    und diese tilgst Du mit Geduld;
    mein Herz sieht’s dankbar ein.
    Ich liebe Dich
    und nichts soll mich von deiner Liebe scheiden.
    Mein Alles soll Dir ewiglich
    zum Opfer übergeben sein.
  6. Duett
    Stirb, mein Herz, dem eitlen Wesen,
    stirb der Welt und allem ab.
    Jesus leidet deinetwegen,
    ja! Er stirbt und aller Segen
    ist in seinem Tod zu finden,
    alle Sünden
    nimmt Er mit sich in das Grab.
  7. Secco-Rezitativ
    Verlass die Welt, sonst muss dich Gott verlassen,
    und kostet’s Kampf: die Not ist bald vorbei.
    Kommt’s gar zum Tod, trag dessen keine Scheu.
    Sprich „Jesu hilf!“, sein Arm wird dich umfassen.
  8. Choral
    Erscheine mir zum Schilde,
    zum Trost in meinem Tod,
    und lass mich sehn Dein Bilde
    in Deiner Kreuzesnot.
    Da will ich nach Dir blicken,
    da will ich glaubensvoll
    Dich fest an mein Herz drücken.
    Wer so stirbt, der stirbt wohl.