Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1126/21

Ein jeglicher sei gesinnet



Originaltitel:
Ein ieglicher sey gesinnet wie / Jesus Christus auch war. / a / 2 Violin / Viol / 2 Cant. / Basso / e / Continuo. / Am grünen Donnerstag. / 1721.
Abschnitt im Kirchenjahr: Karwoche
Sonntag im Kirchenjahr: Gründonnerstag
Entstehungszeit: 1721
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 10.04.1721
Vokal: Sopran (2), Bass
Solostimmen: 2
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SSB,str,bc) - g - C
     2.rec (S,bc)
     3.aria (S,str,bc) - B - 12/8
     4.acc (S,str,bc)
     5.choral (SSB,str,bc) - F - C (largo)
     6.aria (B,str,bc) - d - C
     7.rec (B,bc)
     8.choral (SSB,str,bc) - g - C

Melodie zum 5. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
O Gott, du frommer Gott (Seite 110)
Liedtext: Ach, wenn ich mich doch könnt

Melodie zum 8. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Herr Jesu Christ, ich schrei zu dir (Seite 58)
Liedtext: Ich komm jetzt als ein armer Gast

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 9 Seiten;
S 1, 2, B: 1, 1, 1 - vl 1, 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-429-08
RISM ID:   450005963
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war.
  2. Rezitativ
    Vollkomm’nes Bild! Wir sehen deine Zierde
    zwar oft mit offnen Augen an,
    doch gehen wir so ungern dran,
    die übermütige Begierde
    des stolzen Fleisches zu besiegen.
    Ach, du! Du musst uns selbst nach deiner Gleichheit biegen.
  3. Arie
    Entfernt euch, stolze Welt-Gedanken!
    Mein Jesus lehrt mich niedrig sein.
    Wenn ich sein Bild in Demut trage,
    so geht mein Geist am Todestage
    gleich ihm zur wahren Hoheit ein.
  4. Accompagnato
    Ach! Nichts mag Jesus Demut gleichen!
    Wie war sein äußrer Schein so schlecht,
    er selbst war seiner Jünger Knecht,
    - ach, möchten wir doch gleichen Sinn erreichen! -
    und nichts als Liebe ist’s, die ihn so niedrig macht.
    Der Trieb hat ihn zum Kreuzestod gebracht,
    der uns zum Trost, zum Heil gedeiht.
    Und dass wir dieses nicht vergessen:
    Ach, seht! So gibt uns dessen Freundlichkeit
    ein Liebesmahl, ach ja! sich selbst zu essen.
  5. Choralstrophe
    Zu viel, ach, gar zu viel
    tust du mir, Jesu, Gnade!
    Ich armes Stücklein Erd’
    bekenne ganz gerade:
    Ich bin der’ keines wert,
    so du an mir getan,
    und weiß auch nimmermehr,
    wie ich g’nug danken kann.
  6. Arie
    Süßer Jesu, ach, wie kräftig
    labt mich deiner Speise Saft.
    Kann mein Geist die Wunderhöhen
    dieser Kost gleich nicht verstehen,
    dennoch spürt er ihre Kraft.
  7. Rezitativ
    Du gibst uns, Jesu, solche Proben
    von deiner Huld, die unaussprechlich sind,
    das Labsal, das aus dir von oben
    auf unsre matte Seelen rinnt.
    Ach, welcher Trost will uns daraus entsteh’n!
    Lass, teurer Heiland, nur die Gaben
    in uns die edle Wirkung haben,
    dass wir wie du allstets in Lieb’ und Demut geh’n.
  8. Choralstrophe
    Entzünd’ in mir die Andachtsbrunst,
    dass ich die Welt verlasse,
    und deine Treu’ und Brüdergunst
    in dieser Speise fasse,
    dass durch dein Lieben Lieb’ in mir
    zu meinem Nächsten wachs’ herfür
    und ich fort niemand hasse.