Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1125/41

Fürwahr er trug unsre Krankheit – oT: Das Leiden Jesu in der schmerzlichen Geisselung



Originaltitel:
Das Leyden Jesu in der schmertzlichen / Geißelung. / Fürwahr, Er trug unßere Kranckheit / u. lud auf / a / 3 Chalumeaux. / Fagotto / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. Palmar. / 1741.
Abschnitt im Kirchenjahr: Karwoche
Sonntag im Kirchenjahr: Palmarum/Palmsonntag
Entstehungszeit: 1741
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: ob/fl, chal (3)stb, fg, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,chal(3)stb,fg,str,bc) - C - C (largo)
     2.rec (T,bc)
     3.coro (SATB,chal(3)stb,fg,str,bc) - a - C (largo)
     4.aria (S,chal(3)stb,str,bc) - F - C
     5.acc (B,str,bc)
     6.aria (B,ob/fl,fg,str,bc) - g - C+3 (adagio)
     7.acc (T,str,bc)
     8.choral (SATB,chal(3)stb,fg,str,bc) - C - 3 (affettuoso)
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 17 Seiten;
S, A (2x), T (2x), B (2x): 1, 1, 1, 1, 1, 2, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne, bc: 2, 2, 2, 2, 2, 2 - ob 1, chalumeau 2, 3, fag: 2, 1, 1, 2f.
Kommentar: Passionszyklus 8 - Eine Tenor-Stimme mit Alto bezeichnet. - Beiliegend: Kopie der autographen Partitur (21f.). - Autographe Partitur in D Bds / chal1 in parts changed in ob(1?) - ob&fl unis in mov6 in chal1-part! /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-449-16
RISM ID:   450006634
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



 Ich möchte einen Fehler oder eine Verbesserung zu
    dieser Kantate melden:  
 


    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Fürwahr, Er trug unsere Krankheit
    und lud auf Sich unsre Schmerzen.
    Wir aber hielten Ihn für den, der geplaget und
    von Gott geschlagen und gemartert wäre.
  2. Secco-Rezitativ
    Soll der kein Sünder sein,
    soll der für Gottes Ehre fechten,
    der unter Henkersknechten
    durch Rechtsspruch Strafe trägt?
    Der ist kein Frommer, nein,
    einer, den der Zorn des Höchsten schlägt.
    So denkt die Welt,
    so glaubt das Fleisch , das nichts von Leiden hält.
  3. Dictum
    Aber er ist um unserer Missetat willen
    verwundet und um unserer Sünde willen
    zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm,
    auf dass wir Friede hätten,
    und durch Seine Wunden sind wir geheilet.
  4. Arie
    Menschenfreund, ach welch´ Verlangen
    trägst Du doch nach meinem Heil.
    Welche Arbeitslast und Plagen
    hast Du nicht für mich ertragen,
    mich vom Tod und Höllenpein
    zu befrei´n.
    Und wer bin ich? Ach! ein Gräu’l.
  5. Accompagnato-Rezitativ
    Ihr Sünder, wollt ihr nicht erschrecken,
    wenn Gottes Lamm für eure Sündenschuld
    in ganz erstaunender Geduld
    die größte Qual erträgt?
    Soll das bei euch nicht einen Scheu
    für aller Sündenlust erwecken?
    Kommt, kommt herbei,
    seht, wie Ihn eure Bosheit schlägt.
    Ach! Diese hat die Geißeln und die Ruten
    gebunden und des Häschers Hand,
    die Ihn gepeiniget, gestärkt.
    Ja, eure Sünden macht Ihm Seinen Rücken bluten,
    sie ist schuld
    an Seinem Marterstand.
    Ach, merkt
    einmal die Größe eurer Sünden,
    bedenkt, was Jesus Liebe tut.
    Lasst euch in Buße eifrig finden,
    so wird, was ihr verschuld’t,
    durch Seine Bürgschaft gut.
  6. Arie
    Harte Herzen, harte Herzen,
    könnt ihr noch in Sünden scherzen?
    Denkt an Jesus Jammerbild.
    Sünder, hast du das für Augen,
    o, so musst du gar nichts taugen,
    wenn du noch
    an des Satans Sündenjoch
    mit Verfluchten ziehen wilt.
  7. Accompagnato-Rezitativ
    Denkt, was ein Heide spricht:
    „Seht, welch ein Mensch!“ Seht Gottes Lamm,
    wie ist es nicht
    um eurer Sünden willen,
    o Jammer, zugericht’t.
    Ach kommt, Sein Verlangen zu erfüllen:
    Erkennt, liebt euren Bräutigam
    der Sich für euch in solche Qual ergeben.
    Ach Seelen, wollt ihr Ihm nicht zu Gefallen leben?
  8. Choralstrophe
    Seht, welch ein Mensch ist das!
    Ach ja, wir wollen sehen,
    was Dir, Du Menschenfreund,
    durch Menschen ist geschehen.
    So lang ein Auge blickt,
    so lange soll die Pein,
    die Du für uns gefühlt,
    auch unvergessen sein.