Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1102/45

Sehet an den Feigenbaum



Originaltitel:
Sehet an den Feigen Baum / und alle Bäume / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 2. Adv. / 1745. / ad / 1737.
Abschnitt im Kirchenjahr: Advent
Sonntag im Kirchenjahr: 2. Advent
Entstehungszeit: 1745
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.dictum (T,str,bc) - F - C
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,str,bc) - G - 3 (allegro)
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,str,bc) - C - 3
     6.rec (T,bc)
     7.choral (SATB,str,bc) - F - C

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Mache dich, mein Geist, bereit (Seite 94)
Liedtext: Mache dich, mein Geist, bereit

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-453-33
RISM ID:   450006872
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume:
    Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr an
    ihnen, dass jetzt der Sommer nahe ist.
  2. Secco-Rezitativ
    Ein Glaubiger ersieht in der Natur
    gar manche Spur,
    die seiner Hoffnung Grund und seinen Glauben stärket.
    Wenn er in Andacht merket,
    wie Laub und Gras den Glanz verliert,
    und wie es die Natur
    auch wieder neu gebiert,
    so sieht er’s als ein Vorbild an,
    was Gottes Allmacht kann.
    Er spricht: „Getrost! Soll mir für’m Sterben grauen?“
    O Nein!
    Er denkt: „Fällt diese Welt und Alles ein,
    es wird Gott ein Geringes sein,
    so Erd’ als Himmel neu zu bauen.“
  3. Arie
    Getrost, mein Herz, wenn Erd’ und Himmel krachen.
    Ihr Fall kann dir ein froher Vorbot’ sein.
    Gott, der die Seinen kennt,
    macht aller Not ein End’.
    Auf harten Winter schwerer Leiden
    erfolgen schöne Frühlingszeiten
    und ewig holder Sonnenschein.
  4. Secco-Rezitativ
    Ach Gott, wie ist die Welt
    so gar verstellt,
    ihr Untergang muss ja wohl endlich kommen.
    Die Himmelslichter scheinen nicht,
    der Tugend Glanz hat abgenommen,
    die Wasserwogen brausen sehr,
    es rauscht bald hier, bald dort ein Heer.
    Die Angst verstellt der Menschen Angesicht.
    So schlägt der Baum der Welt jetzt aus:
    Was wird er wohl für Früchte bringen?
    Ihr Sünder, glaubt’s! Ihr erntet Qual und Graus.
    Allein die fromme Schar wird „Hallelujah“ singen.
  5. Arie
    Die Frommen schauen in die Höhe,
    ihr Heil, ihr Retter naht heran.
    Sie zagen nicht bei solchen Zeiten,
    sie wissen wohl, was sie bedeuten.
    Auf Angst und Not,
    ja, auf den Tod
    fängt ihr Erlösungs-Sommer an.
  6. Secco-Rezitativ
    Hört! Jesus heißt euch betend wachen.
    Wer wacht, der kann vor Ihm bestehen.
    Zerschmelzt des Himmels Bau zuletzt mit großem Krachen,
    das Himmelreich wird dennoch nicht vergeh’n.
  7. Choralstrophe
    Drum, so lasst uns immerdar
    wachen, flehen, beten,
    Weil die Angst, Not und Gefahr
    immer näher treten.
    Denn die Zeit
    ist nicht weit,
    da uns Gott wird richten
    und die Welt vernichten.