Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

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GWV 600
 
Sinfonia / a / 2 Corn / 2 Violin / Viola / 2 Flaut: Tr. / e / Cembalo. / [Incipit] / Christoph Graupner.
470-38 Sinfonia

 

Einträge bei CD-Einspielungen, Videos, Büchern, Dissertationen, usw.

 
Bach and his rivals
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Aus der Tiefen rufen wir" → GWV 1113/23a
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Gott führt die Seinen wunderbar" → GWV 1115/24
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Ouvertüre fis-moll TWV 55:fis 1
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Kantate "Wer sich rachet" TWV 1:1600"
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kantate "Jesus nahm zu sich die Zwölfe" BWV 22
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Kantate "Laß vom Bösen und tue Gutes" TWV 1:1038
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouvertüre c-mollGWV 413
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Kantate "Jesus schläft, wa soll ich hoffen" BWV 81
Interpreten:
  • Rachel Elliott (Sopran), Sally Bruce-Payne (Alt), Simon Wall (Tenor), Matthew Brook (Bass)
  • The Bach Players, Leitung: Nicolette Moonen

CD 2013
CD

 

Sonstiger Content

   
Datenschutzerklärung

Datenschutzerklärung

Mit der folgenden Datenschutzerklärung möchten wir Sie darüber aufklären, welche Arten Ihrer personenbezogenen Daten (nachfolgend auch kurz als "Daten“ bezeichnet) wir zu welchen Zwecken und in welchem Umfang verarbeiten. Die Datenschutzerklärung gilt für alle von uns durchgeführten Verarbeitungen personenbezogener Daten, sowohl im Rahmen der Erbringung unserer Leistungen als auch insbesondere auf unseren Webseiten, in mobilen Applikationen sowie innerhalb externer Onlinepräsenzen, wie z.B. unserer Social-Media-Profile (nachfolgend zusammenfassend bezeichnet als "Onlineangebot“).

Die verwendeten Begriffe sind nicht geschlechtsspezifisch. Stand: 2. Dezember 2019

Inhaltsübersicht

Verantwortlicher

Christoph-Graupner-Gesellschaft e.V.
Universitäts- und Landesbibliothek, Historische Sammlungen und Musik
Prof. Dr. Ursula Kramer
Magdalenenstr. 8 | 64289 Darmstadt
Telefon: +49 6151 16-76261

Vertretungsberechtigte Personen: Dr. Michael Hüttenberger, Wolfgang Seeliger
E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: +49 6151 16-76261
Impressum: /index.php/impressum

Kontakt Datenschutzbeauftragter

Richard Weber-Laux: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Übersicht der Verarbeitungen

Die nachfolgende Übersicht fasst die Arten der verarbeiteten Daten und die Zwecke ihrer Verarbeitung zusammen und verweist auf die betroffenen Personen.

Arten der verarbeiteten Daten

  • Bestandsdaten (z.B. Namen, Adressen).

  • Inhaltsdaten (z.B. Texteingaben, Fotografien, Videos).

  • Kontaktdaten (z.B. E-Mail, Telefonnummern).

  • Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. Geräte-Informationen, IP-Adressen).

  • Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten).

  • Vertragsdaten (z.B. Vertragsgegenstand, Laufzeit, Kundenkategorie).

  • Zahlungsdaten (z.B. Bankverbindungen, Rechnungen, Zahlungshistorie).

Kategorien betroffener Personen

  • Geschäfts- und Vertragspartner.

  • Interessenten.

  • Kommunikationspartner.

  • Kunden.

  • Mitglieder.

  • Nutzer (z.B. Webseitenbesucher, Nutzer von Onlinediensten).

Zwecke der Verarbeitung

  • Bereitstellung unseres Onlineangebotes und Nutzerfreundlichkeit.

  • Besuchsaktionsauswertung.

  • Direktmarketing (z.B. per E-Mail oder postalisch).

  • Interessenbasiertes und verhaltensbezogenes Marketing.

  • Kontaktanfragen und Kommunikation.

  • Profiling (Erstellen von Nutzerprofilen).

  • Reichweitenmessung (z.B. Zugriffsstatistiken, Erkennung wiederkehrender Besucher).

  • Sicherheitsmaßnahmen.

  • Tracking (z.B. interessens-/verhaltensbezogenes Profiling, Nutzung von Cookies).

  • Vertragliche Leistungen und Service.

  • Verwaltung und Beantwortung von Anfragen.

Maßgebliche Rechtsgrundlagen

Im Folgenden teilen wir die Rechtsgrundlagen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), auf deren Basis wir die personenbezogenen Daten verarbeiten, mit. Bitte beachten Sie, dass zusätzlich zu den Regelungen der DSGVO die nationalen Datenschutzvorgaben in Ihrem bzw. unserem Wohn- und Sitzland gelten können.

  • Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a DSGVO) - Die betroffene Person hat ihre Einwilligung in die Verarbeitung der sie betreffenden personenbezogenen Daten für einen spezifischen Zweck oder mehrere bestimmte Zwecke gegeben.

  • Vertragserfüllung und vorvertragliche Anfragen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b. DSGVO) - Die Verarbeitung ist für die Erfüllung eines Vertrags, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich, die auf Anfrage der betroffenen Person erfolgen.

  • Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f. DSGVO) - Die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen.

Nationale Datenschutzregelungen in Deutschland: Zusätzlich zu den Datenschutzregelungen der Datenschutz-Grundverordnung gelten nationale Regelungen zum Datenschutz in Deutschland. Hierzu gehört insbesondere das Gesetz zum Schutz vor Missbrauch personenbezogener Daten bei der Datenverarbeitung (Bundesdatenschutzgesetz – BDSG). Das BDSG enthält insbesondere Spezialregelungen zum Recht auf Auskunft, zum Recht auf Löschung, zum Widerspruchsrecht, zur Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten, zur Verarbeitung für andere Zwecke und zur Übermittlung sowie automatisierten Entscheidungsfindung im Einzelfall einschließlich Profiling. Des Weiteren regelt es die Datenverarbeitung für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses (§ 26 BDSG), insbesondere im Hinblick auf die Begründung, Durchführung oder Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen sowie die Einwilligung von Beschäftigten. Ferner können Landesdatenschutzgesetze der einzelnen Bundesländer zur Anwendung gelangen.

Sicherheitsmaßnahmen

Wir treffen nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben unter Berücksichtigung des Stands der Technik, der Implementierungskosten und der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke der Verarbeitung sowie der unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeiten und des Ausmaßes der Bedrohung der Rechte und Freiheiten natürlicher Personen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten.

Zu den Maßnahmen gehören insbesondere die Sicherung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten durch Kontrolle des physischen und elektronischen Zugangs zu den Daten als auch des sie betreffenden Zugriffs, der Eingabe, der Weitergabe, der Sicherung der Verfügbarkeit und ihrer Trennung. Des Weiteren haben wir Verfahren eingerichtet, die eine Wahrnehmung von Betroffenenrechten, die Löschung von Daten und Reaktionen auf die Gefährdung der Daten gewährleisten. Ferner berücksichtigen wir den Schutz personenbezogener Daten bereits bei der Entwicklung bzw. Auswahl von Hardware, Software sowie Verfahren entsprechend dem Prinzip des Datenschutzes, durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen.

SSL-Verschlüsselung (https): Um Ihre via unser Online-Angebot übermittelten Daten zu schützen, nutzen wir eine SSL-Verschlüsselung. Sie erkennen derart verschlüsselte Verbindungen an dem Präfix https:// in der Adresszeile Ihres Browsers.

Einsatz von Cookies

Cookies sind Textdateien, die Daten von besuchten Websites oder Domains enthalten und von einem Browser auf dem Computer des Benutzers gespeichert werden. Ein Cookie dient in erster Linie dazu, die Informationen über einen Benutzer während oder nach seinem Besuch innerhalb eines Onlineangebotes zu speichern. Zu den gespeicherten Angaben können z.B. die Spracheinstellungen auf einer Webseite, der Loginstatus, ein Warenkorb oder die Stelle, an der ein Video geschaut wurde, gehören. Zu dem Begriff der Cookies zählen wir ferner andere Technologien, die die gleichen Funktionen wie Cookies erfüllen (z.B., wenn Angaben der Nutzer anhand pseudonymer Onlinekennzeichnungen gespeichert werden, auch als "Nutzer-IDs" bezeichnet)

Die folgenden Cookie-Typen und Funktionen werden unterschieden:

  • Temporäre Cookies (auch: Session- oder Sitzungs-Cookies): Temporäre Cookies werden spätestens gelöscht, nachdem ein Nutzer ein Online-Angebot verlassen und seinen Browser geschlossen hat.
  • Permanente Cookies: Permanente Cookies bleiben auch nach dem Schließen des Browsers gespeichert. So kann beispielsweise der Login-Status gespeichert oder bevorzugte Inhalte direkt angezeigt werden, wenn der Nutzer eine Website erneut besucht. Ebenso können die Interessen von Nutzern, die zur Reichweitenmessung oder zu Marketingzwecken verwendet werden, in einem solchen Cookie gespeichert werden.
  • First-Party-Cookies: First-Party-Cookies werden von uns selbst gesetzt.
  • Third-Party-Cookies (auch: Drittanbieter-Cookies): Drittanbieter-Cookies werden hauptsächlich von Werbetreibenden (sog. Dritten) verwendet, um Benutzerinformationen zu verarbeiten.
  • Notwendige (auch: essentielle oder unbedingt erforderliche) Cookies: Cookies können zum einen für den Betrieb einer Webseite unbedingt erforderlich sein (z.B. um Logins oder andere Nutzereingaben zu speichern oder aus Gründen der Sicherheit).
  • Statistik-, Marketing- und Personalisierungs-Cookies: Ferner werden Cookies im Regelfall auch im Rahmen der Reichweitenmessung eingesetzt sowie dann, wenn die Interessen eines Nutzers oder sein Verhalten (z.B. Betrachten bestimmter Inhalte, Nutzen von Funktionen etc.) auf einzelnen Webseiten in einem Nutzerprofil gespeichert werden. Solche Profile dienen dazu, den Nutzern z.B. Inhalte anzuzeigen, die ihren potentiellen Interessen entsprechen. Dieses Verfahren wird auch als "Tracking", d.h., Nachverfolgung der potentiellen Interessen der Nutzer bezeichnet. . Soweit wir Cookies oder "Tracking"-Technologien einsetzen, informieren wir Sie gesondert in unserer Datenschutzerklärung oder im Rahmen der Einholung einer Einwilligung.

Hinweise zu Rechtsgrundlagen: Auf welcher Rechtsgrundlage wir Ihre personenbezogenen Daten mit Hilfe von Cookies verarbeiten, hängt davon ab, ob wir Sie um eine Einwilligung bitten. Falls dies zutrifft und Sie in die Nutzung von Cookies einwilligen, ist die Rechtsgrundlage der Verarbeitung Ihrer Daten die erklärte Einwilligung. Andernfalls werden die mithilfe von Cookies verarbeiteten Daten auf Grundlage unserer berechtigten Interessen (z.B. an einem betriebswirtschaftlichen Betrieb unseres Onlineangebotes und dessen Verbesserung) verarbeitet oder, wenn der Einsatz von Cookies erforderlich ist, um unsere vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Allgemeine Hinweise zum Widerruf und Widerspruch (Opt-Out): Abhängig davon, ob die Verarbeitung auf Grundlage einer Einwilligung oder gesetzlichen Erlaubnis erfolgt, haben Sie jederzeit die Möglichkeit, eine erteilte Einwilligung zu widerrufen oder der Verarbeitung Ihrer Daten durch Cookie-Technologien zu widersprechen (zusammenfassend als "Opt-Out" bezeichnet). Sie können Ihren Widerspruch zunächst mittels der Einstellungen Ihres Browsers erklären, z.B., indem Sie die Nutzung von Cookies deaktivieren (wobei hierdurch auch die Funktionsfähigkeit unseres Onlineangebotes eingeschränkt werden kann). Ein Widerspruch gegen den Einsatz von Cookies zu Zwecken des Onlinemarketings kann auch mittels einer Vielzahl von Diensten, vor allem im Fall des Trackings, über die Webseiten http://optout.aboutads.info und http://www.youronlinechoices.com/ erklärt werden. Daneben können Sie weitere Widerspruchshinweise im Rahmen der Angaben zu den eingesetzten Dienstleistern und Cookies erhalten.

Verarbeitung von Cookie-Daten auf Grundlage einer Einwilligung: Bevor wir Daten im Rahmen der Nutzung von Cookies verarbeiten oder verarbeiten lassen, bitten wir die Nutzer um eine jederzeit widerrufbare Einwilligung. Bevor die Einwilligung nicht ausgesprochen wurde, werden allenfalls Cookies eingesetzt, die für den Betrieb unseres Onlineangebotes erforderlich sind. Deren Einsatz erfolgt auf der Grundlage unseres Interesses und des Interesses der Nutzer an der erwarteten Funktionsfähigkeit unseres Onlineangebotes.

Cookie-Einstellungen/ -Widerspruchsmöglichkeit:

http://piwik.p351161.webspaceconfig.de/index.php?module=CoreAdminHome&action=optOut&language=de&backgroundColor=ffffff&fontColor=000000&fontSize=24px&fontFamily=helvetica%22

  • Verarbeitete Datenarten: Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten), Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. Geräte-Informationen, IP-Adressen).

  • Betroffene Personen: Nutzer (z.B. Webseitenbesucher, Nutzer von Onlinediensten).

  • Rechtsgrundlagen: Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a DSGVO), Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f. DSGVO).

Wahrnehmung von Aufgaben nach Satzung oder Geschäftsordnung

Wir verarbeiten die Daten unserer Mitglieder, Unterstützer, Interessenten, Geschäftspartner oder sonstiger Personen (Zusammenfassend "Betroffene"), wenn wir mit ihnen in einem Mitgliedschafts- oder sonstigem geschäftlichen Verhältnis stehen und unsere Aufgaben wahrnehmen sowie Empfänger von Leistungen und Zuwendungen sind. Im Übrigen verarbeiten wir die Daten Betroffener auf Grundlage unserer berechtigten Interessen, z.B. wenn es sich um administrative Aufgaben oder Öffentlichkeitsarbeit handelt.

Die hierbei verarbeiteten Daten, die Art, der Umfang und der Zweck und die Erforderlichkeit ihrer Verarbeitung, bestimmen sich nach dem zugrundeliegenden Mitgliedschafts- oder Vertragsverhältnis, aus dem sich auch die Erforderlichkeit etwaiger Datenangaben ergeben (im Übrigen weisen wir auf erforderliche Daten hin).

Wir löschen Daten, die zur Erbringung unserer satzungs- und geschäftsmäßigen Zwecke nicht mehr erforderlich sind. Dies bestimmt sich entsprechend der jeweiligen Aufgaben und vertraglichen Beziehungen. Wir bewahren die Daten so lange auf, wie sie zur Geschäftsabwicklung, als auch im Hinblick auf etwaige Gewährleistungs- oder Haftungspflichten auf Grundlage unserer berechtigten Interesse an deren Regelung relevant sein können. Die Erforderlichkeit der Aufbewahrung der Daten wird regelmäßig überprüft; im Übrigen gelten die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten.

  • Verarbeitete Datenarten: Bestandsdaten (z.B. Namen, Adressen), Zahlungsdaten (z.B. Bankverbindungen, Rechnungen, Zahlungshistorie), Kontaktdaten (z.B. E-Mail, Telefonnummern), Vertragsdaten (z.B. Vertragsgegenstand, Laufzeit, Kundenkategorie).

  • Betroffene Personen: Nutzer (z.B. Webseitenbesucher, Nutzer von Onlinediensten), Mitglieder, Geschäfts- und Vertragspartner.

  • Zwecke der Verarbeitung: Vertragliche Leistungen und Service, Kontaktanfragen und Kommunikation, Verwaltung und Beantwortung von Anfragen.

  • Rechtsgrundlagen: Vertragserfüllung und vorvertragliche Anfragen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b. DSGVO), Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f. DSGVO).

Bereitstellung des Onlineangebotes und Webhosting

Um unser Onlineangebot sicher und effizient bereitstellen zu können, nehmen wir die Leistungen von einem oder mehreren Webhosting-Anbietern in Anspruch, von deren Servern (bzw. von ihnen verwalteten Servern) das Onlineangebot abgerufen werden kann. Zu diesen Zwecken können wir Infrastruktur- und Plattformdienstleistungen, Rechenkapazität, Speicherplatz und Datenbankdienste sowie Sicherheitsleistungen und technische Wartungsleistungen in Anspruch nehmen.

Zu den im Rahmen der Bereitstellung des Hostingangebotes verarbeiteten Daten können alle die Nutzer unseres Onlineangebotes betreffenden Angaben gehören, die im Rahmen der Nutzung und der Kommunikation anfallen. Hierzu gehören regelmäßig die IP-Adresse, die notwendig ist, um die Inhalte von Onlineangeboten an Browser ausliefern zu können, und alle innerhalb unseres Onlineangebotes oder von Webseiten getätigten Eingaben.

E-Mail-Versand und -Hosting: Die von uns in Anspruch genommenen Webhosting-Leistungen umfassen ebenfalls den Versand, den Empfang sowie die Speicherung von E-Mails. Zu diesen Zwecken werden die Adressen der Empfänger sowie Absender als auch weitere Informationen betreffend den E-Mailversand (z.B. die beteiligten Provider) sowie die Inhalte der jeweiligen E-Mails verarbeitet. Die vorgenannten Daten können ferner zu Zwecken der Erkennung von SPAM verarbeitet werden. Wir bitten darum, zu beachten, dass E-Mails im Internet grundsätzlich nicht verschlüsselt versendet werden. Im Regelfall werden E-Mails zwar auf dem Transportweg verschlüsselt, aber (sofern kein sogenanntes Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsverfahren eingesetzt wird) nicht auf den Servern, von denen sie abgesendet und empfangen werden. Wir können daher für den Übertragungsweg der E-Mails zwischen dem Absender und dem Empfang auf unserem Server keine Verantwortung übernehmen.

Erhebung von Zugriffsdaten und Logfiles: Wir selbst (bzw. unser Webhostinganbieter) erheben Daten zu jedem Zugriff auf den Server (sogenannte Serverlogfiles). Zu den Serverlogfiles können die Adresse und Name der abgerufenen Webseiten und Dateien, Datum und Uhrzeit des Abrufs, übertragene Datenmengen, Meldung über erfolgreichen Abruf, Browsertyp nebst Version, das Betriebssystem des Nutzers, Referrer URL (die zuvor besuchte Seite) und im Regelfall IP-Adressen und der anfragende Provider gehören.

Die Serverlogfiles können zum einen zu Zwecken der Sicherheit eingesetzt werden, z.B., um eine Überlastung der Server zu vermeiden (insbesondere im Fall von missbräuchlichen Angriffen, sogenannten DDoS-Attacken) und zum anderen, um die Auslastung der Server und ihre Stabilität sicherzustellen.

  • Verarbeitete Datenarten: Inhaltsdaten (z.B. Texteingaben, Fotografien, Videos), Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten), Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. Geräte-Informationen, IP-Adressen).

  • Betroffene Personen: Nutzer (z.B. Webseitenbesucher, Nutzer von Onlinediensten).

  • Rechtsgrundlagen: Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f. DSGVO).

Musik und Podcasts

Wir nutzen die Hosting- und Analyse-Angebote der nachfolgend genannten Dienstanbieter, um unsere Audio-Inhalte zum Anhören bzw. zum Download anzubieten und statistische Informationen zum Abruf der Audio-Inhalte zu erhalten.

  • Verarbeitete Datenarten: Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten), Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. Geräte-Informationen, IP-Adressen).

  • Betroffene Personen: Nutzer (z.B. Webseitenbesucher, Nutzer von Onlinediensten).

  • Zwecke der Verarbeitung: Reichweitenmessung (z.B. Zugriffsstatistiken, Erkennung wiederkehrender Besucher), Besuchsaktionsauswertung, Profiling (Erstellen von Nutzerprofilen).

Die zum Anhören eingebauten Links zu Musik von Christoph Graupner sind eingestellt worden mit ausdrücklicher Erlaubnis der jeweiligen Labels, die auch die jeweiligen Rechteinhaber darstellen. Das Anhören der Musik ist ausschließlich für private, nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt.

Newsletter und Breitenkommunikation

Wir versenden Newsletter, E-Mails und weitere elektronische Benachrichtigungen (nachfolgend "Newsletter“) nur mit der Einwilligung der Empfänger oder einer gesetzlichen Erlaubnis. Sofern im Rahmen einer Anmeldung zum Newsletter dessen Inhalte konkret umschrieben werden, sind sie für die Einwilligung der Nutzer maßgeblich. Im Übrigen enthalten unsere Newsletter Informationen zu unseren Leistungen und uns.

Um sich zu unseren Newslettern anzumelden, reicht es grundsätzlich aus, wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben. Wir können Sie jedoch bitten, einen Namen, zwecks persönlicher Ansprache im Newsletter, oder weitere Angaben, sofern diese für die Zwecke des Newsletters erforderlich sind, zu tätigen.

Double-Opt-In-Verfahren: Die Anmeldung zu unserem Newsletter erfolgt grundsätzlich in einem sogenannte Double-Opt-In-Verfahren. D.h., Sie erhalten nach der Anmeldung eine E-Mail, in der Sie um die Bestätigung Ihrer Anmeldung gebeten werden. Diese Bestätigung ist notwendig, damit sich niemand mit fremden E-Mail-Adressen anmelden kann. Die Anmeldungen zum Newsletter werden protokolliert, um den Anmeldeprozess entsprechend den rechtlichen Anforderungen nachweisen zu können. Hierzu gehört die Speicherung des Anmelde- und des Bestätigungszeitpunkts als auch der IP-Adresse. Ebenso werden die Änderungen Ihrer bei dem Versanddienstleister gespeicherten Daten protokolliert.

Löschung und Einschränkung der Verarbeitung: Wir können die ausgetragenen E-Mail-Adressen bis zu drei Jahren auf Grundlage unserer berechtigten Interessen speichern, bevor wir sie löschen, um eine ehemals gegebene Einwilligung nachweisen zu können. Die Verarbeitung dieser Daten wird auf den Zweck einer möglichen Abwehr von Ansprüchen beschränkt. Ein individueller Löschungsantrag ist jederzeit möglich, sofern zugleich das ehemalige Bestehen einer Einwilligung bestätigt wird. Im Fall von Pflichten zur dauerhaften Beachtung von Widersprüchen behalten wir uns die Speicherung der E-Mail-Adresse alleine zu diesem Zweck in einer Sperrliste (sogenannte "Blacklist") vor.

Die Protokollierung des Anmeldeverfahrens erfolgt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen zu Zwecken des Nachweises seines ordnungsgemäßen Ablaufs. Soweit wir einen Dienstleister mit dem Versand von E-Mails beauftragen, erfolgt dies auf Grundlage unserer berechtigten Interessen an einem effizienten und sicheren Versandsystem.

Hinweise zu Rechtsgrundlagen: Der Versand der Newsletter erfolgt auf Grundlage einer Einwilligung der Empfänger oder, falls eine Einwilligung nicht erforderlich ist, auf Grundlage unserer berechtigten Interessen am Direktmarketing, sofern und soweit diese gesetzlich, z.B. im Fall von Bestandskundenwerbung, erlaubt ist. Soweit wir einen Dienstleister mit dem Versand von E-Mails beauftragen, geschieht dies auf der Grundlage unserer berechtigten Interessen. Das Registrierungsverfahren wird auf der Grundlage unserer berechtigten Interessen aufgezeichnet, um nachzuweisen, dass es in Übereinstimmung mit dem Gesetz durchgeführt wurde.

Inhalte: Der Newsletterversand wird Stand heute ausschließlich den eingetragenen Mitgliedern der Christoph-Graupner-Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

  • Verarbeitete Datenarten: Bestandsdaten (z.B. Namen, Adressen), Kontaktdaten (z.B. E-Mail, Telefonnummern), Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. Geräte-Informationen, IP-Adressen), Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten).

  • Betroffene Personen: Kommunikationspartner.

  • Zwecke der Verarbeitung: Direktmarketing (z.B. per E-Mail oder postalisch).

  • Rechtsgrundlagen: Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a DSGVO), Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f. DSGVO).

  • Widerspruchsmöglichkeit (Opt-Out): Sie können den Empfang unseres Newsletters jederzeit kündigen, d.h. Ihre Einwilligungen widerrufen, bzw. dem weiteren Empfang widersprechen. Einen Link zur Kündigung des Newsletters finden Sie entweder am Ende eines jeden Newsletters oder können sonst eine der oben angegebenen Kontaktmöglichkeiten, vorzugswürdig E-Mail, hierzu nutzen.

Eingesetzte Dienste und Diensteanbieter:

Plugins und eingebettete Funktionen sowie Inhalte

Wir binden in unser Onlineangebot Funktions- und Inhaltselemente ein, die von den Servern ihrer jeweiligen Anbieter (nachfolgend bezeichnet als "Drittanbieter”) bezogen werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um Grafiken, Videos oder Social-Media-Schaltflächen sowie Beiträge handeln (nachfolgend einheitlich bezeichnet als "Inhalte”).

Die Einbindung setzt immer voraus, dass die Drittanbieter dieser Inhalte die IP-Adresse der Nutzer verarbeiten, da sie ohne die IP-Adresse die Inhalte nicht an deren Browser senden könnten. Die IP-Adresse ist damit für die Darstellung dieser Inhalte oder Funktionen erforderlich. Wir bemühen uns, nur solche Inhalte zu verwenden, deren jeweilige Anbieter die IP-Adresse lediglich zur Auslieferung der Inhalte verwenden. Drittanbieter können ferner sogenannte Pixel-Tags (unsichtbare Grafiken, auch als "Web Beacons" bezeichnet) für statistische oder Marketingzwecke verwenden. Durch die "Pixel-Tags" können Informationen, wie der Besucherverkehr auf den Seiten dieser Webseite, ausgewertet werden. Die pseudonymen Informationen können ferner in Cookies auf dem Gerät der Nutzer gespeichert werden und unter anderem technische Informationen zum Browser und zum Betriebssystem, zu verweisenden Webseiten, zur Besuchszeit sowie weitere Angaben zur Nutzung unseres Onlineangebotes enthalten als auch mit solchen Informationen aus anderen Quellen verbunden werden.

Hinweise zu Rechtsgrundlagen: Sofern wir die Nutzer um deren Einwilligung in den Einsatz der Drittanbieter bitten, ist die Rechtsgrundlage der Verarbeitung von Daten die Einwilligung. Ansonsten werden die Daten der Nutzer auf Grundlage unserer berechtigten Interessen (d.h. Interesse an effizienten, wirtschaftlichen und empfängerfreundlichen Leistungen) verarbeitet. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auch auf die Informationen zur Verwendung von Cookies in dieser Datenschutzerklärung hinweisen.

  • Verarbeitete Datenarten: Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten), Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. Geräte-Informationen, IP-Adressen), Bestandsdaten (z.B. Namen, Adressen), Kontaktdaten (z.B. E-Mail, Telefonnummern), Inhaltsdaten (z.B. Texteingaben, Fotografien, Videos).

  • Betroffene Personen: Nutzer (z.B. Webseitenbesucher, Nutzer von Onlinediensten), Kommunikationspartner.

  • Zwecke der Verarbeitung: Bereitstellung unseres Onlineangebotes und Nutzerfreundlichkeit, Vertragliche Leistungen und Service, Sicherheitsmaßnahmen, Verwaltung und Beantwortung von Anfragen, Kontaktanfragen und Kommunikation, Direktmarketing (z.B. per E-Mail oder postalisch), Tracking (z.B. interessens-/verhaltensbezogenes Profiling, Nutzung von Cookies), Interessenbasiertes und verhaltensbezogenes Marketing, Profiling (Erstellen von Nutzerprofilen).

  • Rechtsgrundlagen: Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f. DSGVO), Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a DSGVO), Vertragserfüllung und vorvertragliche Anfragen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b. DSGVO).

Eingesetzte Dienste und Diensteanbieter:

Löschung von Daten

Die von uns verarbeiteten Daten werden nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben gelöscht, sobald deren zur Verarbeitung erlaubten Einwilligungen widerrufen werden oder sonstige Erlaubnisse entfallen (z.B., wenn der Zweck der Verarbeitung dieser Daten entfallen ist oder sie für den Zweck nicht erforderlich sind).

Sofern die Daten nicht gelöscht werden, weil sie für andere und gesetzlich zulässige Zwecke erforderlich sind, wird deren Verarbeitung auf diese Zwecke beschränkt. D.h., die Daten werden gesperrt und nicht für andere Zwecke verarbeitet. Das gilt z.B. für Daten, die aus handels- oder steuerrechtlichen Gründen aufbewahrt werden müssen oder deren Speicherung zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen oder zum Schutz der Rechte einer anderen natürlichen oder juristischen Person erforderlich ist.

Weitere Hinweise zu der Löschung von personenbezogenen Daten können ferner im Rahmen der einzelnen Datenschutzhinweise dieser Datenschutzerklärung erfolgen.

Änderung und Aktualisierung der Datenschutzerklärung

Wir bitten Sie, sich regelmäßig über den Inhalt unserer Datenschutzerklärung zu informieren. Wir passen die Datenschutzerklärung an, sobald die Änderungen der von uns durchgeführten Datenverarbeitungen dies erforderlich machen. Wir informieren Sie, sobald durch die Änderungen eine Mitwirkungshandlung Ihrerseits (z.B. Einwilligung) oder eine sonstige individuelle Benachrichtigung erforderlich wird.

Sofern wir in dieser Datenschutzerklärung Adressen und Kontaktinformationen von Unternehmen und Organisationen angeben, bitten wir zu beachten, dass die Adressen sich über die Zeit ändern können und bitten die Angaben vor Kontaktaufnahme zu prüfen.

Rechte der betroffenen Personen

Ihnen stehen als Betroffene nach der DSGVO verschiedene Rechte zu, die sich insbesondere aus Art. 15 bis 18 und 21 DSGVO ergeben:

  • Widerspruchsrecht: Sie haben das Recht, aus Gründen, die sich aus Ihrer besonderen Situation ergeben, jederzeit gegen die Verarbeitung der Sie betreffenden personenbezogenen Daten, die aufgrund von Art. 6 Abs. 1 lit. e oder f DSGVO erfolgt, Widerspruch einzulegen; dies gilt auch für ein auf diese Bestimmungen gestütztes Profiling. Werden die Sie betreffenden personenbezogenen Daten verarbeitet, um Direktwerbung zu betreiben, haben Sie das Recht, jederzeit Widerspruch gegen die Verarbeitung der Sie betreffenden personenbezogenen Daten zum Zwecke derartiger Werbung einzulegen; dies gilt auch für das Profiling, soweit es mit solcher Direktwerbung in Verbindung steht.
  • Widerrufsrecht bei Einwilligungen: Sie haben das Recht, erteilte Einwilligungen jederzeit zu widerrufen.
  • Auskunftsrecht: Sie haben das Recht, eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob betreffende Daten verarbeitet werden und auf Auskunft über diese Daten sowie auf weitere Informationen und Kopie der Daten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.
  • Recht auf Berichtigung: Sie haben entsprechend den gesetzlichen Vorgaben das Recht, die Vervollständigung der Sie betreffenden Daten oder die Berichtigung der Sie betreffenden unrichtigen Daten zu verlangen.
  • Recht auf Löschung und Einschränkung der Verarbeitung: Sie haben nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben das Recht, zu verlangen, dass Sie betreffende Daten unverzüglich gelöscht werden, bzw. alternativ nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben eine Einschränkung der Verarbeitung der Daten zu verlangen.
  • Recht auf Datenübertragbarkeit: Sie haben das Recht, Sie betreffende Daten, die Sie uns bereitgestellt haben, nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten oder deren Übermittlung an einen anderen Verantwortlichen zu fordern.
  • Beschwerde bei Aufsichtsbehörde: Sie haben ferner nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben das Recht, bei einer Aufsichtsbehörde, insbesondere in dem Mitgliedstaat Ihres gewöhnlichen Aufenthaltsorts, Ihres Arbeitsplatzes oder des Orts des mutmaßlichen Verstoßes, wenn Sie der Ansicht sind, dass die Verarbeitung der Sie betreffenden personenbezogenen Daten gegen die DSGVO verstößt.

Für uns zuständige Aufsichtsbehörde:

Der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Postfach 3163
65021 Wiesbaden
Telefon: +49 611 1408 - 0
Telefax: +49 611 1408 - 900 / 901

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Christoph Graupner (1683-1760)

Biography

Who was Christoph Graupner?

That one can even write about Christoph Graupner (1683–1760) marks a peculiar failure of his project to erase himself from history. Had he been successful, his entire corpus of works — some 1,400 cantatas, over 100 sinfonias, and more — would have been entirely destroyed. In an anonymous biographical notice published in 1781, some twenty years after his death, the author writes that Graupner

had his eccentricities, like all great men; he would not permit a painting of himself to be made, and when they tried to do it without his knowledge after he went blind, he became very angry when he found out; he also demanded that before his death, all his musical works should be burnt, a command which, to the benefit of the musical world, remains unheeded. He would also have forbidden the present biography, if he had known of it, but we believe that we need not give in to the excessive modesty of a man who works for a living.

But not only was his music preserved from destruction in the eighteenth century, it has managed to remain almost entirely in one place until the present day. But this has had negative consequences too, for the very same course of events that kept Graupner’s music together also prevented its circulation and study for the first century and a half following his death.

Graupner was born on January 13 (the date not being documented), 1683 in the small Saxon town of Kirchberg, roughly 13 km south of Zwickau. Though not born to a musical family, he was fortunate to receive instruction from the local cantor Mylius and organist Nikolaus Küster. In 1694 he departed for Reichenbach to follow Küster, and remained there until he was admitted as a pupil at the Thomasschule in Leipzig, where he studied from 1696 until 1704. He remained in Leipzig for two more years, studying law at the university. During his Leipzig tenure, he received instruction from both Johann Schelle and Johann Kuhnau. He also made the acquaintance of fellow student Johann David Heinichen (1683–1729), who would become Kapellmeister at Dresden and author the important treatise Der General-Bass in der Composition.

He must also have gotten to know Georg Philipp Telemann (1681–1767), then director of the Collegium Musicum, and only two years his senior. In 1706, war between Sweden and Saxony forced Graupner to emigrate to Hamburg. Such was Graupner’s luck, or rather, he says, divine providence, that the day before his arrival in Hamburg, Johann Christian Schiefferdecker vacated his position as accompanist at the opera to depart for Lübeck, where he succeeded Buxtehude as organist. Though Graupner remained only three years at the Theater am Gänsemarkt, he composed some operas, collaborating with Reinhard Keiser on some more. It was here that Ernst Ludwig, Landgrave of Hesse-Darmstadt, invited him to take up a position at the court of Darmstadt after hearing him play in his capacity as harpsichordist at the opera. He became Vice-Kapellmeister in 1709, and succeeded Kapellmeister Wolfgang Carl Briegel in 1711, even before his death in 1712. This is a point worthy of emphasis: Ernst Ludwig hired an opera composer primarily to write church music.

In these early years, Graupner had a well-funded ensemble at his disposal, and was able to devote significant time to opera composition, alongside his work on cantatas and instrumental music. However, in 1719, this ideal situation began to deteriorate. Financial pressures forced reductions in the size of the ensemble, and obliged those remaining to secure secondary employment; these changes also led Graupner to cease operatic composition. Matters came to a head in 1722, leading to the best-known event in his career. After the death of Johann Kuhnau (1660–1722), the post of Thomaskantor in Leipzig became vacant. Though Bach would go on to take the position, he had not been the town council’s first choice. Telemann was the initial selection, but he withdrew from consideration after receiving a salary increase in Hamburg. This cleared the way for Graupner, the council’s second choice. But he was unable to secure release from his employment at Darmstadt, and was offered an increase in salary and benefits — combined with a guarantee that his salary would receive priority payment — leading him to withdraw from consideration. That he would be ranked by his contemporaries among the top composers in Germany at the time speaks to his considerable talent and reputation.

So far as is known, he did not attempt to leave Darmstadt again. Graupner gives few details about his final decades in a letter to Johann Mattheson — written in May of 1740 for his Grundlage einer Ehrenpforte — except to say that he is extraordinarily busy. He says:

I am so overburdened by my employment, that I can hardly do anything else but must always ensure that my compositions are finished in time for a given Sunday or feast day, though other matters keep intervening.

In the early 1750s, Graupner, by then in his late sixties, went blind — cantata composition ceased entirely after 1754 — and he died six years later.

After Graupner’s death, the position of Darmstadt court Kapellmeister fell to Johann Samuel Endler. Unlike the instrumental music, the cantatas were seen as valuable for reuse in the court chapel, a purpose for which Endler evidently continued to use them. It appears that the manuscripts themselves were in the possession of Graupner’s children, and that Endler had to borrow the materials from them. However, sensing the value of this music, the heirs, who did not have any use themselves for this considerable quantity of music, sought to sell it to the Landgrave Ludwig VIII, the son of the man who initially hired Graupner. When this suggestion was put to the Landgrave, however, his response was less than positive: why should he, who had already paid Graupner a salary for the last fifty years, need to pay more for the music that he wrote during his tenure? Indeed the Landgrave seemed almost baffled that the heirs would even think to ask for compensation — his personal involvement ended here, and aides handled all further correspondence.

In 1766, the heirs wrote again to the court, and this time enclosed a series of supporting materials, including a letter of support by the Gotha Kapellmeister Georg Anton Benda (1722–95). After laying out criteria to determine whether or not the works belong to the court or to the composer’s heirs — including whether ownership was contractually specified—Benda ultimately sided with the latter. One might argue that this document is part of the gradual development of the concept of intellectual property: the works are not mere occasional accompaniments, whose value dissipates after their initial performance, but rather they are the products of a creative mind, and they naturally belong to their creator, unless otherwise reassigned. This latest missive was evidently enough to convince the Landgrave’s advisors to offer 400 florins to the heirs, but this was dismissed by the Landgrave as being far too high. When Ludwig VIII died in 1768, the matter remained unresolved, and when his son, Ludwig IX, took the throne, the court musical establishment was changed so extensively that there was no longer any need of cantatas. As the descendants themselves gradually passed away, the music was slowly consolidated into the possession of Graupner’s niece Maria Luise Köhler (née Wachter).

By the second decade of the nineteenth century, the value of the music had clearly changed in the eyes of its possessors, and, for that matter, in the eyes of its potential purchaser, Grand Duke Ludwig I (formerly known as Landgrave Ludwig X). Rather than being marketed for their utility value — their potential use in the court chapel — the heirs saw them as a cultural treasure for the territory, and appealed to the art- and music-loving duke on these terms. In a letter from March 1819, they refer to Graupner as a “famous composer” whose music is “particularly suitable for the collection of his royal highness.” (As had the first generation of heirs, this generation also tugged at the duke’s heartstrings, describing in detail their financial straits.) At last, this argument seems to have resonated: the duke purchased the music from Graupner’s heirs for the equivalent of 275 florins — almost half the amount contemplated some fifty years earlier.

The music was entered into the court library’s nineteenth-century catalogues, but so far as is known, the music was unused, and simply sat in storage, unperformed and unstudied. The fire-bombing of Darmstadt on September 11, 1944 was enormously destructive: virtually the entire city, including the Residenzschloss, the site of the court library, was destroyed. Yet the music survived, having been evacuated to a safe storage location, outside the city, the previous year. When it returned to the city, after the war, it was now the instrumental music that was thought to be more valuable than the cantatas—the latter were simply tied into bundles, grouped together by annual cycle. Not until the 1970s, over two hundred years since Graupner’s death, were they properly repackaged, and this is how they remain today. In a real boon for scholars, the Technische Universität Darmstadt is digitizing its musical holdings. How far we have come from the locked cabinet of the 1760s.

Today, there is something of a Graupner renaissance underway. Several recent recordings have featured his music. Likewise, in the last ten years or so, several dozen of his instrumental and vocal compositions have been published for the first time. There has been a commensurate increase in scholarly focus as well, led by, among others, Oswald Bill, Ursula Kramer, Christoph Großpietsch, and Beate Sorg. Admittedly, we are unlikely to see the complete publication or recording of his enormous oeuvre, but any work to bring to light the life and music of this fascinating and important figure in eighteenth-century music history is to be commended.

© Evan Cortens/Beate Sorg 2017

Services (in German)

Christoph-Graupner-Gesellschaft e.V.

The Christoph-Graupner-Gesellschaft is a registered non-profit association, founded in 2003 by an union of Darmstadt cultural politicians and experts.

The primary objective of the association is the promotion and dissemination of the compositional work of Christoph Graupner, the longtime Kapellmeister at the court of Hesse Darmstadt.

This is achieved by the organization and promotion of concerts, together with the scientific processing and dissemination through lectures, conferences and publications.

  • Chairman of the Board: Prof. Dr. Ursula Kramer
  • Deputy CEO: Dr. Michael Hüttenberger, Wolfgang Seeliger
  • Treasurer: Richard Weber-Laux
  • Assessors: Dieter Hübner, Ulrich Neuhaus

Read the articles of association (in German only).

Membership

The Christoph-Graupner-Gesellschaft (CGG) looks forward to welcoming new members who are interested in the music of the Darmstadt Court Chapel and would like to actively promote our work by supporting the planning and implementation of our projects or by passive membership.

The CGG is recognized as a non-profit organization. Accordingly, membership fees and donations can be taxed. Since 2013 there are the following levels of membership:

  • Single membership: 40 €
  • Reduced (children, students, students): 30 €
  • Institutional and family membership: 60 €
  • Sponsorship from 100 €

Please use the following form to apply for membership (PDF). The PDF can be printed out and posted to the following address:

Geschäftsstelle der Christoph-Graupner-Gesellschaft e.V.
Universitäts- und Landesbibliothek
Historische Sammlungen/Musikabteilung
Magdalenenstr. 8
64289 Darmstadt
Germany

Or send it as signed scan (PDF or JPG) to: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Services (in German)

Research

Bibliography

To be done

Sources

Almost all of the autographs Graupner's works, which are still extant and recognised, can be found in the collection of the University and State Library in Darmstadt, from the collection of the Hofkapellbibliothek of the first Grand Duke established about 50 years following Graupner's death. Within the scope of a large digitization project, not only all Graupner manuscripts of the ULB Darmstadt have been digitized, but also various compositions by other composers of the 18th century; they are available in the digital collections of the ULB. However, individual works are located outside of Darmstadt; the libraries of Frankfurt, Karlsruhe, Berlin and Paris belong to the owners of these additional compositions. Their locations can be easily identified using the RISM online catalog.

Editions

The history of this corpus of Graupner's works begins in his lifetime. In the years 1718 and 1722, Graupner published collections of keyboard music in self-publishing (partitas on the Clavier, Monatliche Clavier-Früchte). From a third collection, also published in this way (Partitas Vier Jahreszeiten), only a partita (Vom Winter) in Darmstadt is preserved. While the Darmstadt-based singer and theater librarian Ernst Pasqué caused a renaissance of interest in the now forgotten Darmstädter Hofkapellmeister in the mid-nineteenth century he did not leave any practical notes, the early 20th century brought renewed interest and scholarship.

Within the framework of the German monographs, which were first published in 1892, to further the course of newly established musicological research, selected works by composers of the German schools were published. In 1907 the first work by Christoph Graupner appeared: in volume 29/30 of the series - There was also a concerto for 2 trumpets, 2 oboes, 2 violins, viola and harpsichord. In 1926 the Darmstadt-based Graupner researcher Friedrich Noack published a double volume with a total of 17 cantatas of Graupner (Selected Cantatas). Since these ground-breaking editions were re-published between 1957 and 1960, it is possible to gain a clear overview of the compositions. These volumes published more than 70 years ago are now. It seemed that this preliminary work was having some impact through the monumental DDT series. At last the work of the Darmstadt Hofkapellmeister had been noticed, and musical scholars and performers began to be interested in Graupner's oeuvre in all its breadth. After Noack's cantata collection, the focus then switched completely to the instrumental work, which was obviously also to be brought closer to the wider musical world. Thus the first single editions appeared in close succession, and piece by piece all the major publishers included works by Graupner in their catalogues; a continuous cultivation of the Graupner's oeuvre is, however, only to be found for the Schott publishing house in Mainz (the first edition published there from 1939, the most recent of 2008). In detail, these are (links lead directly to editions of Christoph Graupner):

GWV Print version

Already by the 1990s, plans and preparatory work for the compilation of a list of all works by Christoph Graupner was made. Funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), the work on the first part, the list of all instrumental works, was carried out in the department of music of the Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB) in the years 1999-2001, and finally brought to a final conclusion with the 2005 publication in Carus Verlag (in German):

  • Christoph Graupner. Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis. 
GWV – Instrumentalwerke
    Oswald Bill and Christoph Großpietsch (Editors). Stuttgart: Carus 2005. 400 pages. ISBN 978-3-89948-066-5.
    This list assigns instrumental compositions by genre (clavier music, chamber music, concerts, overtures and symphonies), and assigns a new hundredth series to each individual genre, starting with GWV number 100 for the clavier music (except the symphonies with 113 works with hundred numbers and thus claim the 500 and 600 series for themselves). The GWV numbers therefore represent a purely systematic criterion for regulation and are assigned within the individual genres ascending by key.
  • Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis. 
GWV – Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten 1. Advent bis 5. Sonntag nach Epiphanias
    Oswald Bill (Editor). Stuttgart: Carus 2011. 788 pages. ISBN 978-3-89948-159-4.
    Oswald Bill, formerly Head of the Department of Music at the Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, has attempted to tackle the cantata list. The first volume is organized according to the church de-tempore and includes the cantatas for the Christmas festivities from the first advent to the 5th Sunday after Epiphanias. Graupner's work is now visible, neither research nor practice are still dependent on the hitherto rather random publications. In the almost 800-page volume about 700 pages fill the extensive incipits of all cantata records. They are presented in the form of a score-like arrangement and opened up by numerous registers, among which the choral melodies and a bibliographical register may be especially useful for church music work. [A new sound announces itself, which would like to be put into practice.]
  • Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis. 
GWV – Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten Septuagesimä bis Ostern
    Oswald Bill (Editor). Stuttgart: Carus 2015. 846 pages. ISBN 978-3-89948-240-9.
    In addition to detailed incipits, the directory contains all the relevant information on the respective works, [such as occupation, overdelivery,] dating and textual sources. An indispensable reference book for the music of Bach's contemporaries!
  • Two other editions on the rest of cantatas as well as on Secular vocal works and operas are in preparation.

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Information according to §5 TMG (Germany):

Headoffice:

Universitäts- und Landesbibliothek
Historische Sammlungen und Musik
Magdalenenstr. 8 | 64289 Darmstadt | Germany
Phone: +49 6151 16-76261
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Represented by: Prof. Dr. Ursula Kramer

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Graupner im Märchen

Mitgliederbereich

Die goldene Orgel

  • Autor: Ernst Pasqué
  • Quelle: Der schwäbische Postbote 1867. Feuilleton zur „Neuen Augsburger Zeitung“. Nr. 102-110.
  • Präsentation: Wir haben die Orthografie und Interpunktion behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst

I. Ein fürstlicher Hofkapellmeister und Organist

Vor mehr denn hundert Jahren lebte in der damals landgräflichen Residenz Darmstadt ein Musikus mit Namen Christoph Graupner. Selbiger war ein ganzer Meister in seiner Kunst, nicht allein ein fruchtbarer und gründlicher, oder wie man Anno dazumal sagte, „reinlicher“ Komponist, sondern auch ein gewaltiger Spieler und Virtuos auf dem herrlichsten Instrumente, der Orgel. Er hatte seine Lehr- und Wanderjahre in der Stadt Hamburg als Sänger, Komponist und Kapellmeister bei den dortigen Opern zugebracht und dabei ein recht heiteres, lustiges Leben geführt. Der Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt, ein großer Freund der edlen Musica, lernte ihn in jener großen Handelsstadt kennen und zog ihn dann nach Darmstadt, wo er ihn zu seinem Hof- und Leibkomponisten und Kapellmeister machte. Anfänglich gab‘s auch in Darmstadt Opern zu komponieren und zu dirigieren, doch verlor der Fürst bald die Lust an der gar kostspieligen Unterhaltung und gab sie wohlweislich und noch zur rechten Zeit auf. Nun hatte Graupner nur noch mit den Kammer- und besonders den Kirchenmusiken zu tun, und je mehr er sich damit, besonders mit letzteren, befasste, je mehr veränderte sich sein ganzes Wesen, sein Charakter. Aus dem lustigen und leichten Musikanten wurde ein ernster und gesetzter, doch dabei froher und glücklicher Künstler, der seine Kunst, seine Familie über alles liebte, und sich nach und nach ein kleines Paradies auf der Erde schuf. Sein Glück wäre vollkommen gewesen, wenn nur ein Übelstand sich nicht immer von Neuem eingefunden und dasselbe getrübt. Dieser hieß „Nahrungssorge“. Graupners Besoldung als fürstlicher Kapellmeister war klein, seine Familie aber ziemlich groß und demgemäß die Ausgaben. Also entstand in seinem Hauswesen zweitweise eine falsche Harmonie, die noch weit störender und herzzerreißender wirkte, als ohrenzerreißend eine solche in einer stümperhaften Komposition.

Graupner hatte aus Liebe ein braves aber armes Bürgermädchen geheiratet und war nach und nach von seiner Eheliebsten mit just einem halben Dutzend Kinder beschenkt worden. In einem kleinen Hause in der engen Schlossgasse wohnte der landgräfliche Kapellmeister mit seiner großen Familie, zu der noch seine alte Mutter zählte. Sie schlugen sich nun durch die Sorgen des Lebens so gut es eben gehen wollte, und wollte es einmal nicht recht mehr gehen, so fügten sie sich, duldeten und darbten. Dann flüchtete der Musiker sich in sein kleines Dach- und Kompositionskämmerchen, und schaute hoffend zu dem Konterfei des Königs David auf, das in schwarzem Rahmen über seinem Arbeitstisch hing. Was dann seine bedrängte, doch gläubige Seele erfüllte, warf er in Noten auf das Papier, die sich an einem der nächsten Sonntage in der Schlosskirche, und zur größten Erbauung des Hofes und der Gemeinde, in helle Töne und Gesänge verwandelten, die entweder inbrünstig zum Herrn der Welt um Erlösung aus schwererer Pein und Not flehten, oder gläubige Hoffnung auf seine Allmacht und Güte in frömmster, ergreifendster Weise ausdrückten. Oder der Meister eilte auch sofort zu seiner Orgel und erging sich in dem Zauberreich der Töne, so lange bis aller Kummer aus seinem Herzen verschwunden war, und die Ruhe, die Hoffnung aufs Neue eingezogen.

Also gewährte ihm seine schöne hohe Kunst, die edle Frau Musica, eine siegreiche Waffe gegen allen Kummer dieser armen Erde; sie sollte dem wackeren Meister noch mehr gewähren. Hört nur weiter!

Das zweite Quartal des Jahres ging zu Ende und Graupner hatte die fällige Besoldung zu erwarten. Doch ging zur Stunde der Herr Kabinettskassierer mit außergewöhnlich ernstem Gesichte an den Hofbediensteten vorbei und beantwortete ängstlich fragende Blicke mit einem vielsagenden, doch wenig versprechenden Achselzucken. Graupner war es nicht wohl zu mute. Daheim lag seine alte Mutter auf dem Siechbett, und sein ältestes Kind, ein hoffnungsvoller Knabe von etwa zehn Jahren war ebenfalls und nicht unbedenklich erkrankt. Die verordneten Medikamente, die Pflege der Kranken und Bedürfnisse des großen Haushalts erheischten Geld, und zum Übermaß war noch die halbjährige Miete der Wohnung fällig und mußte bezahlt werden. Was sollte der arme Musikus machen, wenn die erwartete spärliche Besoldung, die das Notdürftigste kaum zu decken im Stande war, noch über die Zeit ausbliebe? Es waren traurige Aussichten, und recht trübe Gedanken füllten die Seele Graupners, als er am Sonntagnachmittag zur Schlosskirche schritt, um den musikalischen Teil des Gottesdienstes durch sein Spiel auf der Orgel auszuführen. Je näher er jedoch der Kirche und seinem Lieblingsinstrument kam, je ruhiger wurde es in seinem Innern und er ahnte, dass Hoffnung wie Zuversicht schon wieder bei ihm einkehren, dass Alles sich noch zum Guten wenden würde.

Zu seinem Orgelspiel wählte Graupner diesmal das kräftige Lied des alten prächtigen Gambisten Neumark „Wer nur den lieben Gott lässt walten.“ Aus einem überaus künstlichen und reich figurierten Präludium ließ er plötzlich die einfache, wohlbekannte Melodie in ernster, feierlicher Weise hervortreten, so dass sie ergreifend durch den kleinen Kirchenraum tönte. Er war so durchdrungen von der Wahrheit dessen, was die Worte des Liedes sagten, dass sich dieses zuversichtliche gläubige Fühlen und Denken in seinem Spiel mitteilte und letzerem eine wahre Weihe gab. Die Zuhörer groß und klein, hoch und niedrig, in den fürstlichen Kirchenstühlen und abgesonderten Räumen sowohl als auf den bürgerlichen Bänken, merkten staunend auf und folgten dem Gesange der Orgel mit solcher Andacht, als ob es der schönsten Predigt gelte.

Wie ein einfaches und gläubiges Gebet erklang das Lied in den Mittelstimmen der Orgel. Jetzt gesellten sich andere, hellere Töne und kleine, leichte melodische Gänge dazu: sie tauchten hie und da auf und vereinigten sich endlich zu selbstständigen Melodien, die das Hauptlied gleich wie Kränze von Gesängen umgaben, sich dann mit ihm wie zu einem gemeinsamen Gebet vereinigten. Es war schier, als ob eine Schaar Kinder verschiedenen Alters, verschiedenen Geschlechts, groß und klein, mit ihrem Vater vereint, gleiches Wünschen und Bitten, doch ein Jedes nach seiner Weise, seinen Fühlen und begreifen in Gebeten nach oben sendeten. Immer gewaltiger, eindringender ertönten die Melodien, immer lauter und beredter sprach das Spiel der Orgel die feste Zuversicht aus auf des Herrn Gnade, auf seine Hilfe zur rechten Zeit in schwerer Erdennot. Fest und siegesgewiss schritt dabei das majestätische Hauptmotiv einher, die übrigen Töne und Gesänge haltend, anfeuernd und mit sich emporhebend.

Alle Anwesenden waren aufs Tiefste ergriffen und im Herzen vereinten sie ihr brünstiges Bitten und Beten mit dem gewaltigen Tönen und Singen der Orgel. Jetzt endlich schien das Bitten Gewährung gefunden zu haben, denn die Melodien gingen nach kurzem, gleichsam freudigen Aufjauchzen in einen Hymnus über, der dem Dank froher Gläubiger ausdrückte, und zugleich die Güte und Gnade des Allerhöchsten aufs Herrlichste pries. Es war ein gewaltiges, melodisches Singen und Jubilieren, das die Zuhörer wahrhaft [hin]riss und Ort und Zeit vergessen machte. Doch nun kam die Krone des ganzen Spiels. Motive des ersten Liedes dienten als Thema und Gegenthema zu einer freien Fuge, deren Zwischenharmonien der Organist dem früher improvisierten Hymnus entnahm. Durch die kunstreichsten Gänge und Wendungen führte er die beiden Hauptgedanken durch alle Stimmen und immer größer und überwältigender baute sich das ganze kunstreiche Werk des begeisterten Musikers aus, bis er endlich alle Thematas in einander aufgehen ließ und mit einem höchsten Aufjauchzen der Freude und des Dankes sein Spielen endigte.

Lautlos und stumm saßen die Zuhörer da, ergriffen von dem Gehörten wie noch nie. Das Spiel des Organisten hatte lange Zeit in Anspruch genommen und die Dämmerung war bereits hereingebrochen und hüllte die Räume der Schlosskirche in ihre leichten heimlichen Schleier. Alle hatten der Zeit vergessen und nur dem Gesange der Orgel gelauscht, sich ihm mit ganzer Seele hingegeben. Doch mehr als alle übrigen Anwesenden schien Einer von dem gewaltigen und kunstreichen Spiel des Meisters ergriffen.

Dieser Eine war ein seltsamer Geselle. An dem Pfeiler zunächst der Tür, gerade der Orgel gegenüber, stand er. Es war eine schmächtige Gestalt in einem fadenscheinigen dunkeln Bratenrocke, der wie seine übrigen Kleidungstücke sich sehr vernachlässigt und herabgekommen darstellte. Sein hageres bleiches Gesicht war von einem gewaltigen Wust blondgrauer Haare umgeben, die tief auf Schulter und Nacken fielen und, obwohl in ziemlicher Unordnung, dennoch für eine natürliche Allonge passieren konnten. Ein Paar große dunkle Augen traten scharf aus dem blassen Antlitz hervor und gaben der ganzen eigentümlichen Gestalt etwas recht Absonderliches, ja Unheimliches. Während dem Spiele Graupners hatte er die Kirche betreten und war sofort wie gebannt am Pfeiler des Eingangs stehen geblieben. Mit größter Aufmerksamkeit und Spannung schien er dem Gesange der Orgel zu lauschen; sein ganzer Körper geriet nach und nach dabei in Tätigkeit und empfand wohl auch zugleich eine gewaltige Erschütterung, denn sein bleiches Antlitz rötete sich unmerklich und die Augen begannen zu glühen, indem sie schärfer und schärfer durch die hereinbrechende Dämmerung nach der Orgel schauten. Sein Mund öffnete sich und schloss sich, als ob er die herrlichen Töne mitkosten wollte, und auf seiner Stirne quollen unter den grauen Haaren große Schweißtropfen hervor, die dann und wann von den langen magern, sich zuckend bewegenden Fingern entfernt wurden. War dies geschehen, so sanken Arme und Hände wieder zurück auf die Schöße seine Habits, dort ihr eigentümliches Zucken und Bewegen fortsetzend. Es sah fast aus, als ob die langen Finger das Spiel des Meisters auf der Orgel imitieren, eine gleiche Musik auf der stummen, tuchenen Klaviatur des Bratenrockes ausführen wollten. Als aber Graupner endlich die gewaltige und künstliche Fuge ausführte, da hörte dies Klavierspiel auf und starr und bewegungslos blieben Arme und Hände, nur neigte sich die ganze Gestalt mehr nach vorne, wohl um die Töne der Orgel so früh als nur möglich zu erhaschen und in sich aufzunehmen, während die Augen immer mehr in der Dämmerung erglühten, und das ganze Gesicht sich zu einem freudigen Grinsen verzerrte. Endlich, da das Spiel der Orgel verstummte, die letzten Töne langsam verhallten, warf der sonderbare Geselle sich tief aufatmend auf eine ihm zunächst stehende leere Bank, mit Hand und Ärmel den Schweiß abwischend, der sein ganzes Gesicht bedeckte. Nicht kümmerte er sich bei solchem Thun um die nun die Kirche verlassenden, die den Fremden, der sich recht behaglich auf seinem Sitz streckte, als ob er in seiner Stube wäre, neugierig und staunend betrachteten.

Solchen Blicken begegnete der Geselle nur dann und wann mit keckem, freundlichen Grinsen. Er schien sich äußerst wohl auf seiner Bank zu fühlen, und machte durchaus keine Anstalt, die Kirche zu verlassen wie die übrigen Anwesenden. Endlich war er in der Tat der Letzte und der Hofkirchendiener, eine behäbige, runde Gestalt, schritt mit amtlich wichtiger Miene auf den sonderbaren Fremdling zu, um ihn aufzufordern, nunmehr seiner Wege zu gehen.

Doch auch solche Aufforderung beantwortete der Hagere mit gleicher grinsender Miene und ohne seine bequeme, halb liegende Stellung aufzugeben. Als das Erstaunen der würdigen Amtsperson jedoch in gerechte Entrüstung überzugehen drohte, wandte der Fremde den Kopf nach der Orgel hin und sprach mit recht keck klingendem Tone:

„Ich warte auf den Cantor, Organisten, oder welchen Titel sonst Derjenige tragen und führen mag, der so eben auf das Allervortrefflichste die Orgel dort traktiert.“

„Fürstlich Hessen-Darmstädtischer Hofkapellmeister und Director Musicis ist der Titel des sehr ehrenwerten Herrn Christoph Graupner, der soeben –“ sprach der Hofangestellte mit wachsender Entrüstung. Doch der Andere ließ ihn nicht ausreden, sondern freundlich grinsend wie vorher, fiel er ihm in die wohlgesetzte Rede:

„Nun so warte ich auf den Fürstlich Hessen-Darmstädtischen Hofkapellmeister und Director Musicis, den sehr ehrenwerten Herrn Christoph Graupner, der jedoch nebenbei ein gar rarer und gewaltiger Organist ist.“

„Bedaure, dass sothanes Warten all hier nicht vor sich gehen kann, sintemalen der Herr Hofkapellmeister schon vor einer Weile Kirche und Schloss durch den oberen Gang verlassen haben.“ Also erwiderte der Amtliche ziemlich von Oben herab und mit sehr bezeichnender und einladender Gebärde auf die noch offene Kirchentür.

Doch solche Andeutung war vollständig überflüssig, denn der Hagere sprang von seiner Bank auf und eilte ohne Weiteres hinaus. Kopfschüttelnd folgte ihm der Hofkirchen-Diener, um seine letzte sonntägliche Amtshandlung zu verrichten, nämlich die Kirchentür von außen sorgfältig zu schließen. Doch während er bei solch‘ wichtigem Thun war, sah er dem Fremden schon wieder auf sich zueilen und zwar in größter Hast. Schon hielt er den gewaltigen Kirchenschlüssel schützend vor sich hin, nicht anders vermeinend, als dass er einen mörderischen Angriff des fremden Gesellen zu gewärtigen habe, als dieser jedoch höflich den kleinen Dreimaster abzog und den Herrn Hofkirchen-Diener in geziemender Weise um die Adresse besagten Herrn Hofkapellmeisters Graupner ersuchte.

Als er diese vernommen, erfolgte von Seiten des Fremden eine zierliche Verneigung des Hauptes, begleitet von Blicken der großen Augen, die in ihrer Freundlichkeit nicht wenig Spott zeigten, worauf er sich dann rasch durch das Schlosstor entfernte, während der Hofkirchendiener ziemlich verblüfft und recht ärgerlich, sich in seiner Würde gekränkt fühlend, einem der Eingänge des Schlosses zuschritt, in dessen dunklem Schlunde er verschwand.

II. Der fahrende Musikant

Mit froher Zuversicht und selbst wahrhaft gehoben durch die Macht seines Spiels, langte Graupner in seiner Wohnung an. Er fand seinen kranken Knaben in ruhigem Schlummer, bewacht von der sorgenden Mutter. Die kummervollen Züge der Frau heiterten sich etwas auf, als sie in das frohe, leicht gerötete Antlitz des Gatten schaute, der sie mit Gruß und Kuss herzlich willkommen heisst. Seine Worte und Blicke sprachen Zufriedenheit und Hoffnung aus, und was sie sagten, fand willigen Eingang in ihr Herz. Die übrigen Kinder saßen um eine große Schüssel mit Weckmus, der sie vor dem Schlafengehen noch den Garaus zu machen eifrigst und in lauter Fröhlichkeit beschäftigt waren. Der Musiker verweilte nicht lange bei seiner Familie; er fühlte sich in der rechten Stimmung zu arbeiten, zu komponieren, wie er übrigens alltäglich abends tat und tun musste. Er sagte daher bald Frau und Kindern einen guten Abend und stieg hinauf in seine Dachkammer, in sein stilles Studierstübchen.

Es war ein kleines Gelass, dessen Hauptmöbel aus einem alten Clavicimbal, das hoch auf mit geschriebenen Partituren und Stimmen bepackt war, und einem langen und breiten hölzernen Tisch bestand, dessen einzige Zierrat das schon früher erwähnte Konterfei des Sängerkönigs David bildete. Auf diesem Tische lag ebenfalls eine Menge beschriebene, doch noch weit mehr unbeschriebene Notenblätter; ferner befanden sich da noch ein gewaltiges hölzernes Tintenfass und eine Sandbüchse von gleich dickbäuchigem Umfang. Die ursprünglich weiße Naturfarbe des Tisches war schier vollständig verschwunden unter einer wahren Sintflut von Tintenflecken und Spritzern, die hie und da mit Sandschichten bedeckt, förmliche Hügel bildeten und sich besonders dicht und hoch um das gewaltige Tintenfass lagerte. Alles deutete darauf hin, dass hier viel und tüchtig gearbeitet worden war und noch immer gearbeitet, komponiert und geschrieben wurde. Also war es auch. Graupner war nicht allein ein tüchtiger Musiker, sondern auch ein überaus fleißiger Mann. Ganze vollständige Jahrgänge von Kirchenmusiken, die zurzeit schon weit über das erste Dutzend hinausgingen, hatte er nicht allein komponiert, sondern auch eigenhändig und höchst zierlich in Stimmen gebracht, und in der Schlosskirche aufgeführt. Seine heutige Arbeit sollte dahin bestehen, eine größere Komposition für den bevorstehenden fünften Sonntag nach Trinitatis und über das Evangelium „vom reichen Fischzuge“ zu fertigen, oder vielmehr zu vollenden.

Der fahrende Musikant600" />

Doch war besagter großer Tisch noch mit anderen, auf leiblichen Genuss deutenden Gegenständen verziert und geschmückt. An einer Stelle war aller überflüssige Sand, der der gewaltigen Sandbüchse stets in wahren Strömen zu entquellen schien, sauber weggefegt, und da stand eine große zinnerne Kanne, ganz im Verhältnis zum Tintenfass und zur Sandbüchse, nebst einem schmucken geschliffenen Kelchglase, und daneben auf einem Teller von gleichem Metall wie die Kanne, der hell wie Silber blinkte, lag ein Leibchen Brod nebst mehreren großen Stücken Schinken, der gar saftig ausschaute, und dem nötigen Messer. Ein hoher Lehnstuhl mit geschnörkelten Füßen und Armen, dessen lederner Überzug durch Alter, Gebrauch und die nötigen Tintenflecken dunkel und gar schwarz dreinschaute, befand sich just vor dieser einladenden Stelle des Arbeitstisches und deutete sattsam an, dass der Inhaber des Stübchen hier nicht allein tüchtig komponierte und arbeitete, sondern auch des Leibes in entsprechender Weise pflegte.

Wenn auch der fürstliche Kapellmeister nicht allzufrieden mit dem gestrengen Herrn Kabinettskassierer sein mochte, so war er dafür desto zufriedener mit den übrigen „Meistern“ der fürstlichen Hofhaltung, als mit den Herrn Küchen-, Keller-, sogar Confectmeistern, welche letzterem denn auch aus persönlicher Vorliebe für den tüchtigen Musicus und wackeren Mann, sein Arbeitsstübchen, aus dem so Schönes zu ihrer Erbauung hervorging, auf die oben angedeutete Art ausstaffierten.

Herr Graupner achtete aber diesmal kaum auf so kostbare und schmackhafte Liebesgebaren, und obschon es vollständig und gerechte Zeit zum Abendimbiss und Nachttrunk war, so ging er doch kalt und ungerührt an dem hübschen, einladenden Plätzchen vorüber, schob den hohen Lehnstuhl vor seine unbeschriebenen Notenblätter und schickte sich an, rasch auf das Papier zu werfen, was ihm wohl seit seinem Spielen im Kopfe herum gegangen sein mochte. Schon tunkte er die breitgeschnittene schwarze Feder in den dunkeln Schlund des Tintenfasses, als er plötzlich schwere ungewohnte Schritte die Treppe zu seiner Wohnung heraufpoltern hörte. Horchend hielt er die vollgesogene Feder über der schwarzen Flut. Wer konnte das sein? – Wer zu solcher Stunde und so laut, an dem Eingang seiner mit Kranken so reich gesegneten Familienwohnung pochen?

Die Tür unter ihm hatte sich geöffnet. Einige Zwiegespräche zwischen seiner Frau und einer ihm vollständig fremden Stimme waren gehalten worden, und wieder erdröhnten die Schritte, doch diesmal auf der Treppe, die zu seinem bescheidenen Museum führte. Jetzt pochte es laut an der Türe und auf des Meisters „Tretet ein!“ öffnete sich der Eingang und der uns schon bekannte fremde Geselle stand auf der Schwelle. Herr Graupner legte die um ihre schöne Bestimmung gekommene Feder bei Seite, wandte seinen Stuhl dem Eingange zu und musterte staunend die fremde, wahrhaft ungewöhnliche, doch durchaus nicht freundliche und Vertrauen erweckende Erscheinung. Jedoch der Fremde ließ dem Kapellmeister wenig Zeit zu weiterem Erstaunen, denn er schloss die Tür sorgfältig und trat auf den Sitzenden zu und seine beiden Hände ergreifend und kräftig schüttelnd, ihn dabei mit seinen großen Augen froh und lächelnd anschauend, sprach er:

„Ihr seid es also Meister, der so herrlich spielt! Endlich und noch in letzter Stunde habe ich gefunden, was ich seit Jahren suchte, und nun lasse ich nicht mehr ab von Euch!“

„Wer seid Ihr, und was wollt Ihr von mir?“ sagte Graupner, nicht wenig erstaunt über solch sonderbares Reden und Gebaren des Fremden.

„Das sollt Ihr Alles erfahren, so viel als Ihr nur wollt, und noch Anderes, was Euch sicherlich freuen wird. Denn wie ich aus Allem ersehe, seid Ihr nicht allzu reich mit irdischen Glücksgütern gesegnet, trotz Eurer herrlichen Kunstfertigkeit und Eurem hochklingenden Titel als fürstlicher Kapellmeister.“

„Weil es also ist,“ entgegnete der Musiker etwas verletzt, „so muss ich die Zeit gebrauchen. Und gerade jetzt habe ich eine Komposition zu vollenden, die am nächsten Sonntag executirt werden soll. Deshalb fasst Euch kurz; oder noch besser, verschiebt Euer Anliegen bis morgen.“

„Nichts da, lieber Meister!“ rief der Andere laut. „Ich lasse Euch nimmer! Und werft Eure Notenblätter nur flugs bei Seite, denn ich bringe Euch mehr goldene Dukaten, als Ihr heute noch Notenköpfe zu schreiben im Stande wäret, und wenn Ihr auch bis nach Mitternacht, bis zum Morgen arbeiten und komponieren würdet!“

Das war eine Rede, welche die Aufmerksamkeit des Kapellmeisters fesseln musste. Doch Zweifel erhoben sich sofort in ihm ob der Zurechnungsfähigkeit seines sonderbaren Besuches. Er konnte sich nicht enthalten, Derartiges zu äußern, meinend, dass der Sprecher wohl nicht recht bei Sinnen sei.

„Vollständig bei Verstand und bei Sinnen bin ich, wie Ihr bald sehen werdet“, warf der Fremde gar listig hin. Doch ernster, ja düster setzte er hinzu: „Aber verrückt, wahnsinnig würde ich werden, wenn Ihr mich nicht hören, mir nicht folgen wolltet!“

Dabei entfernte er mit rascher Bewegung einen Haufen Partituren von einem Schemel und rückte diesen dicht vor den Meister hin, welcher staunend den Worten des Fremden horchte, seinem dreisten Thun zusah. Doch legte Graupner dabei die Feder, die er schon wiederergriffen, auf’s Neue bei Seite und die beiden Hände auf die Lehnen des Sessels gestützt, sah er erwartungsvoll und fragend dem fremden Gesellen in das bleiche Antlitz.

Der Fremde sprach: „Also Ihr wollt mich hören. Ich muss dazu etwas weit ausholen und versichere Euch nur noch vorher, dass es mit den Dukaten seine vollständige Richtigkeit hat. Tut Ihr, was ich von Euch verlange, so mache ich Euch reicher, als irgendeinen Eurer Kollegen im ganzen Heiligen Römischen Reich – Einen ausgenommen! Doch erlaubt vorher, dass ich mich zu meiner Erzählung etwas stärke und auch Ihr müsst einen kräftigen Trunk tun, und wenn dort in der Kanne Euer letzter Tropfen wäre; bald könnt Ihr ja Fässer vom Allerbesten im Keller haben!“ Dabei schenkte er flugs und ohne langes Besinnen das geschliffene Kelchglas voll, schob es dem Kapellmeister hin, und er selbst nahm die große, doch handliche Kanne und tat einen langen gewaltigen Zug.

„Jetzt hört, Meister! Hört mir ruhig zu und wenn’s auch wunderbar und unglaublich klingt, was ich Euch erzählen und sagen werde, so urteilt nicht eher, als bis ich mit meinem ganzen Bericht zu Ende bin. Künde ich Euch doch, wie Ihr ganz Wahrsehen werdet, die vollste und lauterste Wahrheit und so wahr Ihr der tüchtigste Meister auf der Orgel seid, den ich bis jetzt gehört!“

Bevor Graupner nur etwas entgegnen konnte, fuhr der Andere fort:

„Ich bin aus dem Elsaß, der Stadt Straßburg, daheim und ein Musikus. Beim dortigen Stadtpfeifer hielt ich meine Lehrzeit aus und übte mich tüchtig aufblasenden und streichenden Instrumenten, auch ein Weniges auf der Orgel. Als ich endlich freigesprochen worden war, nahm ich den Stock in die Hand, hing den ledernen Quersack mit meiner Geige und anderem Notdürftigem um, und trat meiner Wanderschaft an. Weit aber sollte ich vor der Hand nicht kommen. In Weissenburg fand ich bei dem dortigen Stadt-Cantor Kondition und da selbiger kränklich war, durfte ich statt seiner der Jugend die neuen französischen Liedlein eingeigen, die anstatt des bisher üblichen „Pumpernickel“ in der Kirche gesungen werden sollten. Es war dies ein trübseliges Amt und wenn ich nicht die Orgel des alten Künstlers gehabt hätte, auf der ich mich in freier Zeit ergehen konnte, so würde ich es nicht lange ausgehalten haben. Noch etwas Anderes fesselte mich. Wir wohnten in einem alten Gebäude neben dem Künstler, welches ehemals zum Kloster gehört hatte. In diesem befanden sich große Säle, in denen eine Menge alter Bücher und Scripturen wirr durcheinander aufgestapelt lagen. Dort weilte ich gerne und blätterte in den alten Chroniken und Schriften. Da fand ich denn auch ein Buch, welches mich plötzlich Alles, Amt, Orgel und Geige vergessen machte. Es waren Aufzeichnungen eines ehemaligen Insassen der Abtei, allerlei seltsame Vorfallenheiten, unter denen eine mich besonders und derart anzog, dass ich sie Tag und Nacht nicht loswerden konnte. Der alte Mönch erzählte Folgendes:

In der Pfalz, im Sülzbacher Thale, nicht weit von den prächtigen Burgen Triefels und Scharheneck, stand ehemals die überaus reiche und große Abtei Entzersthal, deren Mönche die Hüter der Reichskleinodien waren, so auf dem festen Triefels aufbewahrt wurden. Der Abtei gehörten alle Ländereien, alle Höfe rings herum und sie war der seltensten und kostbarsten Schätze voll. Unter anderen besaß sie auch eine Orgel, deren Pfeifen und Röhren von gediegenem lauterem Golde waren und die gar wundersame schöne Töne hervorbrachten. Diesen Stolz hatten die Mönche lange Zeit sorgsam zu hüten verstanden, und viele Fehden und Kriege waren an der Abtei vorübergegangen, ohne ihn zu vernichten, oder dem Kloster zu rauben. Einst aber, also ein gewaltiger Krieg das Kloster und seine Habe ernstlich bedrohte, wussten die Mönche kein anderes Mittel, ihren goldenen Schatz zu bergen und zu retten, als ihn in den nahen, kleinen aber tiefen See zu versenken. In stiller Johannisnacht zogen sie in langem Trauerzuge aus der Klosterpforte, das goldene Werk auf einem Rädergestell mit sich führend, und bei dem ruhigen tiefen Wasser angekommen, senkten sie die goldene Orgel unter stillem Wehklagen und Beten in die Fluten. Am Tiefsten ergriffen von diesem Verlust wurde der Pater, welcher bisher das Werk gehandhabt und gespielt. Es überkam ihn eine solche Verzweiflung, dass er Alles vergessend, zeitliches und ewiges Heil, sich seinem Lieblings-Instrumente nachstürzte und sich mit ihm in den grünen Fluten des Sees begrub. Doch Ruhe fand der Unglückselige nicht, eben so wenig wie sein goldenes Pfeifenwerk. Alle sieben Jahre, in gleicher Nacht und zu gleicher Stunde, taucht die goldene Orgel aus dem Wasser auf, und der Mönch sitzt daran und spielt wundersame Melodien, die geisterhaft durch Thal und Wald tönen, bald leise klagend, bald lieblich klingend, also dass Mancher es gehört und schier geglaubt, es sei eine Musik der lieben Englein im Himmel droben. Zur selben Zeit nun darf Jeder, der es versteht und sich dazu unterfängt, sich an die Stelle des gespenstischen Mönches setzen und das goldene Werk spielen. Wird er ihm dann gerecht, spielt er also tüchtig und vortrefflich, dass der Mönch ihn als seinen Meister anerkennt, so darf er weiter und als Lohn einen Teil der Orgel zu Eigen verlangen. Doch wenn er unterliegt, den gespenstischen Meister in seinem Spielen nicht überbietet und übertrifft, so verschwinden Orgel und Mönch und der Letzterer wagt Leib und Leben.

Also kündete die alte Handschrift.“

Mönche versenken die Orgel im See600" />

Hier machte der Erzähler eine Pause und wandte sich ohne Weiteres wieder zu dem Kruge, um einige kräftige Züge zu tun, sich nicht im Mindesten um das ungläubige Lächeln kümmernd, das auf dem Gesichte seines Zuhörers aufgestiegen.

Dieser Hatte dem wundersamen Bericht des fahrenden Musikanten von der goldenen Orgel mit rechtem Wohlgefallen gelauscht. Konnte die sagenhafte Begebenheit auch nicht verhehlen, auf eine solche echte Künstlerseele einen anregenden und großen Eindruck zu machen. Doch an die Wahrheit des Gehörten vermochte er nicht zu glauben. Schon wollte er diesem Zweifel Worte geben, sogar schon wieder voll Unmut auf seine kostbare Zeit hindeuten, als sein Gast just die Kanne hinsetzte und ihn mit seinen großen blitzenden Augen ernst anschauend, sprach:

„Ich weiß, was ihr sagen wollt: „„Das klingt Alles recht schön, ist aber ein Märchen, wie es deren so viele gibt und das durchaus keinen Einfluss auf mein Leben und Schicksal haben kann.““ Nicht wahr, also wolltet Ihr sprechen? Ich kann und will es Euch nicht übelnehmen, denn genau dasselbe dachte ich, da ich die fabelhafte Geschichte zuerst las. Doch hört nur den zweiten Teil, meine eigenen Erlebnisse, und Ihr werdet anders denken und reden!“

Graupner war durch diese frisch vorgebrachten Worte, die noch vielerlei Seltsames ahnenließen, wieder ruhiger und auch bereit geworden, weiter zuzuhören. Er nickte lächelnd bejahend mit dem Kopfe, machte sich’s in seinem ledernen Sorgenstuhl recht bequem und der fahrende Geselle fuhr also fort:

Ich betrachtete das Gelesene Anfangs als ein Märchen, doch hatte ich meine Freude daran und las es oftmals, besonders in stiller, einsamer Nacht. Nach und nach aber stieg der Gedanke in mir auf, dass am Ende doch etwas Wahres daran sein könnte, und – wenn es also wäre, sich also verhielte, Derjenige ein reicher Mann werden würde, der das Abenteuer in der Johannesnacht glücklich bestände. Solches Denken nahm mich bald dermaßen ein, dass ich für nichts Anderes mehr Sinn hatte. Nur mein Orgelspiel betrieb ich noch und zwar auf das eifrigste, wohl wissend, dass ich vorerst ein Meister auf dem königlichen Instrument werden müsste, bevor ich an ein glückliches Bestehen des Abenteuers denken könne. So ging der Winter vorüber, der Frühling kam, und mit ihm nahte der Johannistag. Nun hielt es mich nicht länger in Weissenburg. Ich verlangte meinen Abschied und Lohn, und gerne ließ mich der alte Cantor ziehen, denn ich hatte ihm in letzter Zeit wenig gute Dienste mehr getan. Aufs Neue wanderte ich nun südbaß, dem Laufe des Rheines nach und bald langte ich denn auch in der Stadt Landau an, von wo ich den Weg nach dem Sülzbacher Thale und den Ruinen der alten Abtei suchen wollte.

Die Gegend, die durch die jüngsten Kriege schwer gelitten hatte, war öde und trostlos. Ich begegnete ausgebrannten Dörfern und gebrochenen Burgen und Schlössern, bist ich endlich in das Dorf Ramberg einzog, wo die Bewohner sich wieder gesammelt und angefangen hatten, ihre zerstörten Hütten und Häuser aufzubauen, die verwüsteten Felder wieder zu bestellen. Unter der gewaltigen Linde vor der alten Dorfschenke setzte ich mich nieder und labte mich an einem Glase frischer Milch, das die Frau des Wirths mir gebracht. Ein alter Mann, den die Kriegsläufe zum Krüppel gemacht, gesellte sich zu mir, und da er mein Gewerbe an meiner Kleidung, an meinem Geigensack erkannte, verlangte es ihn zu wissen, was ich in den Bergen der Pfalz zu tun gedenke. Ich wandere durch die schöne Gotteswelt, hierhin, dorthin, wie es mir eben gefällt, antwortete ich ihm, und da mir das Thal zusage, sei ich eben hier eingekehrt, um zu ruhend und zu rasten für einige Tage. Das gefiel dem Alten wohl und er plauderte mir Allerlei von der gebrochenen Burg Ramberg, zu der wir just von unserm Platz unter der Linde aufschauten. Ich brauchte nicht lange herumzufragen, und bald erzählte er mir auch die geheimnisvolle Geschichte von der goldenen Orgel im Entzersthal, dort, über dem vor uns liegenden Hinterwald, genau also wie ich sie in der alten Weissenburger Handschrift gelesen, die dem Bauer, der gewiss nicht einmal lesen konnte, wohl nie zu Gesicht gekommen war, von deren Vorhandensein er nicht die entfernteste Ahnung haben mochte. Dies entschied mein Schicksal. Ich beschloss zu bleiben und mein Glück mit dem gespenstischen Orgelspieler zu versuchen.

Um kurz zu sein, teile ich Euch nur mit, dass ich in Ramberg blieb. Ich bot mich den Bauern als Schullehrer und Cantor an, was von allen Seiten mit Freuden auf- und angenommen wurde. Eine herrenlose Hütte war bald hergerichtet, und da die Kirche nur zum Teil zerstört war, so sollte auch diese wieder geflickt und hergestellt werden; dann machte ich mich an die Orgel. Diese war glücklicherweise so ziemlich dem Verderben entgangen, und eine Untersuchung zeigte mir, dass ich das Werk mit einiger Mühe wieder in brauchbaren Stand bringen könne. Hiermit beschäftigte ich mich angelegentlich und wartete mit Ungeduld des bevorstehenden Johannistages.

Ich hatte mich unter der Zeit auch in der Gegend umgesehen und kannte die Örtlichkeit des Entzerthals genau. Als nun endlich der langersehnte Johannistag erschien, zog ich, fest entschlossen, das Abenteuer zu bestehen, abends hinaus durch den Hinterwald und suchte mir eine passende Stelle an den Ufern des kleinen Sees, zunächst den Überresten der alten Abtei. Der hatte sich jedoch in einen Sumpf verwandelt, hochbedeckt von Schilf und Rohr. Mit gewaltig klopfendem Herzen lagerte ich mich unter den mächtigen Kiefern auf einem der Bergabhänge, von wo aus ich den Sumpf, der so Köstliches bergen sollte, vollständig überschauen konnte. Mit welcher Sehnsucht ich die Mitternacht erwartete, vermag ich nicht zu beschreiben. Endlich wurde es Nacht in dem kleinen Thale und unheimlich stille war es rings um mich her. Mitternacht musste da sein und noch immer hörte ich nichts Anderes, als das einförmige Rauschen der gewaltigen Kiefern und das scharfe schneidende Singen und Zischen des im Hauche des Nachtwindes sich bewegenden Schilfes und Röhrichts. Das Herz wollte mir fast die Brust zersprengen vor Aufregung und Erwartung. Doch es nutzte nichts. Alles blieb ruhig und stille, und weder Mönch noch Orgel wollten erscheinen. Da brach der junge Tag an und mit schweren Seufzern musste ich meinen Posten aufgeben und mich heimwärts schleppen. Ein Fieber war die Folge dieses ersten unglücklichen Abenteuers. Die gewaltige Aufregung, die Frische der Nachtluft in dem Thale hatten mir’s angetan, und Wochen lang musste ich dem Siechbett liegen bleiben, gepflegt von mitleidigen Händen. Doch mein Unternehmen hatte ich nicht aufgegeben. Ich durfte und wollte es nicht aufgeben, denn Nichts bewies die erlebte Erfolglosigkeit der vergangenen Johannisnacht. Erschien der gespenstische Mönch mit seiner goldenen Orgel doch nur alle sieben Jahre auf der Erde, und das siebente Jahr konnte noch just das folgende sein! Und wenn ich noch sechs volle Jahre hätte warten müssen, ich beschloss zu bleiben! Hatte doch Jakob zweimal sieben Jahre um Rahel gedient, warum sollte ich nicht die Hälfte dieser Zeit daranwenden, um zu meinem goldenen Ziele zu gelangen?“

Abermals hielt der Erzähler inne und stärkte sich durch den Rest des Inhalts der Kanne, dann führ er fort:

„Wieder erschien der Johannistag und wieder ging es mir wie das erste Mal; ich erlebte nichts! Und also geschah es noch weitere zwei Jahre. Unter der Zeit hatte sich unser Dorf wieder tüchtig gehoben, die Kirche war hergestellt worden und meine Fertigkeit im Spielen hatte sich bedeutend vermehrt. Mit Zuversicht glaubte ich dem Gelingen meines abenteuerlichen Unternehmens entgegenschauen zu dürfen. In der Nacht des fünften Johannistags, den ich im Entzerthal erlebte, lag ich wieder auf dem alten Fleck, auf dem moosigen Abhange unter den Kiefern, doch im Gegensatz zum ersten Male ruhig und auf Alles gefasst. Es war eine dunkle Nacht und nicht das Geringste vermochte ich zu unterscheiden. Da schlugen sonderbare, zauberhafte Töne an mein Ohr. Auf dem Sumpfe tauchte eine Helle auf und dort – mitten in dem bleichen Lichtschimmer stand die goldene Orgel, umgeben von allerlei buntgeschmückten Figuren, Englein und anderen Zierraten. Ein Mönch mit fahlen, hohlen Zügen saß vor den Tasten und eine wundersame Musik, wie ich sie nie gehört, entstieg leide den goldenen Pfeifen und Röhren, und durchzog die Luft, allerlei fremdartige Echo weckend in Thal und Wald!“

Der Erzähler war aufgesprungen. Seine großen dunkeln Augen glühten, sein bleiches Gesicht hatte sich gerötet und mit fieberhafter Hast sprach er weiter. Graupner, dem es ganz sonderbar und unheimlich zu Mut wurde, dabei krampfhaft bei der Hand fassend.

„Ich hatte also soweit mein Ziel erreicht. Es war kein Märchen, die Geschichte von der goldenen Orgel. Da stand sie vor mir, leibhaftig wie Ihr selbst. Einen Augenblick blieb ich starr, dann aber sprang ich auf und mir zuflüsternd „In Gottes Namen voran!“ schritt ich auf die Erscheinung zu, keinen Blick von ihr abwendend. Der Mönch wandte langsam das fahle, eingefallene und knochige Gesicht zu mir hin und schien mir zu winken. Durch Schilf und Röhricht schritt ich voran. Und siehe da! der sumpfige Boden war fest unter meinen Füßen und ungefährdet erreichte ich das goldene Werk. Ach, wie sehnsüchtig schaute ich nach den goldenen Pfeifen, die in dem matten Lichtschimmer so zauberhaft glänzten und funkelten! Die Töne waren verstummt und der gespenstische Spieler hatte mir schon Platz gemacht. Ich weiß nicht, wie es geschah – ich saß an seiner Stelle, meine Hände berührten die kalten beinernen Tasten des Instruments, während meine funkelnden Augen sich nicht von den goldenen Schätzen, die bald mein Eigen sein würden, so dachte ich, trennen konnten. Jetzt begann ich zu spielen. Doch ich war verwirrt; mein Herz, mein Sinn war von dem Golde geblendet und ich fühlte mich unfähig, das Instrument zu regieren und zu handhaben. Mit Gewalt nahm ich mich zusammen und präludierte so gut ich konnte. Jetzt traf mein Blick die gespenstische Gestalt neben mir. Mein Blut gerann, eiskalt lief es mir den Körper herab, denn der Mönch schaute mich mit seinen starren Augen durchdringend an, während seine bleichen Lippen sich unmerklich zu einem mitleidigen Lächeln verzogen. Unbeholfen, hölzern war mein Spielen und matte Töne und Weisen entstiegen den goldenen Pfeifen, und je mehr, je fieberhafter ich mich anstrengte, je weniger wollte es mir gelingen, auf der Orgel hervorzubringen, was ich unter andern Umständen wohl hätte hervorbringen können. Mein Herzschlag stockte; jetzt machte ich einen verzweifelten Versuch. Doch nur schrille Töne wurden laut. Da erhob der Mönch langsam und drohend den Arm. Das Licht erlosch plötzlich und ein Sausen ging über die sumpfige Wasserfläche, die gewaltig anschwoll, mich emporhob und in das nasse Schilf schleuderte. Dann vergingen mir die Sinne. Was weiter geschehen, weiß ich nicht!“.

Erschöpft hielt der Erzähler inne und von dem lautlos und aufs Höchste aufgeregt horchenden Kapellmeister ablassend, warf er sich auf den Schemel zurück, sich mit dem Rücken an den Schreibtisch lehnend und den Schweiß abtrocknend, der während dem letzten Teil seiner unheimlichen Mittheilung ihm Stirn und Gesicht reichlich bedeckt hatte.

Auch Graupner musste aufstehen und um seine nicht geringe Aufregung zu bekämpfen, einige Male in der kleinen Stube auf- und abgehen. Die Erzählung des fahrenden Gesellen hatte ihn in mehr als einer Hinsicht tief ergriffen. Wenn er auch einen seltsamen abenteuerlichen Menschen vor sich hatte, so musste er doch an die Wahrheit des Gehörten glauben, denn es waren ja einige wirkliche Erlebnisse, so wundersam sie auch klangen, die sein Gast ihm erzählt und in so ergreifender Weise erzählt. Der Fremde hatte sich endlich wieder vollständig erholt und mit dem früher kecken und sichern Blick schaut er den noch immer aufgeregt und sinnend umherwandelnden Kapellmeister an, sprechend:

„Ihr zweifelt wohl immer noch an der Wahrheit des Gehörten? Wahrheit ist es, was ich Euch erzählt, traurige Wahrheit! Ich wollte das Abenteuer wäre anders, glücklicher abgelaufen, dann brauchte ich Euch nicht damit zu plagen. Doch hört meinen Bericht nur zu Ende und was ich Euch weiter noch zu sagen habe.“

Nachdem Graupner sich wieder gesetzt, führ der Andere fort:

„Am Tage nach jener entsetzlichen Nacht fanden mich durch einen glücklichen Zufall die Bauern bewusstlos in dem Röhricht des Sumpfes, fast bis an die Schultern im Schlamme steckend. Wäre dies nicht geschehen, so hätte ich meine Kühnheit mit dem Leben gebüßt! Ich erholte mich glücklicher Weise bald von dem gehabten Schreck und Anfall und überlegte, was nun weiter zu tun sei. Von dem Vorhandensein des goldenen Schatzes hatte ich mich hinlänglich überzeugt und ich musste jetzt auf sichere Mittel sinnen, ihn zu heben. Ich hatte ja volle sieben Jahre Zeit dazu. Bald wusste ich, was ich tun müsse, um zu dem so heiß ersehnten Ziele zu gelangen. Ich musste mir entweder eine außergewöhnliche Fertigkeit auf der Orgel aneignen, oder einen tüchtigen wirklichen Meister auffinden, der Willens sei, mit mir das Abenteuer nach sieben Jahren aufs Neue zu bestehen, dann den goldenen Lohn mit mir zu teilen. Zu Ersterem fühlte ich schließlich weder die rechte Kraft, noch die rechte Lust in mir, und so entschloss ich mich denn zu dem zweiten Mittel. Ich verließ meinen traurigen Aufenthalt in dem Dorfe und wanderte wieder als fahrender Musikant hinaus in die Welt, den Meister zu finden, der im Stande sei, das seltene goldene Instrument würdig zu traktieren. Ich zog nach Frankreich, nach Paris, fristete mein Leben so gut es gehen wollte, und wo ich von einem tüchtigen Orgelspieler vernahm, eilte ich hin, um ihn zu hören. Ich lernte große gewaltige Organisten kennen, doch schien mir ihnen hier Dies, dort Jenes zu fehlen, was mir jedes Mal die Hauptsache zu sein dünkte. So prüfte und wählte ich fort und fort, ohne zu irgendeinem Entschluss kommen zu können. Von Frankreich zog ich nach Italien, von Stadt zu Stadt, von Kirche zu Kirche, bald bettelnd, bald musizierend. Jahre vergingen, ohne dass ich fand, was ich so sehnlichst suchte. Endlich wandte ich mich wieder nach Deutschland. Auch hier hörte ich vortreffliche Spieler doch nimmer einen wie ich ihn brauchte. Die Zeit ging zu Ende und verzweifelnd trat ich den Heimweg an, fest entschlossen, nochmals selbst mein Heil zu versuchen, das Geträumte zu erringen oder – unterzugehen. Da führt mich mein Geschick hierher und in Eure Kirche. Und hier, einige Tage vor dem Ablauf der letzten Frist, finde ich in Euch den Meister, den ich sieben lange Jahre vergebens gesucht. Hier bin ich nun und frage Euch, wollet Ihr mit mir das Abenteuer, das ich seit so langen Jahren vorbereitet, dessen Gelingen mir durch Eure Kunst vollständig gesichert erscheint, wollet Ihr es mit mir bestehen, um den hohen goldenen Lohn?“

„Es sei, ich ziehe mit Euch!“ – sagte Graupner, nachdem er lange in tiefem Sinnen dagesessen, „und sei es nur um das Wunderbare, was ich von Euch vernommen, leibhaft zu sehen und zu hören! Ich will das Abenteuer bestehen, und kann die Kunst vollbringen, was Ihr erwartet – so soll es an mir nicht fehlen!“

„Topp!“, rief der Fahrende mit vor Anstrengung heiserer Stimme und rasch in die dargebotene Rechte des Kapellmeisters einschlagend, „Ihr werdet schon vor dem gespenstischen Orgelspieler bestehen. Als Lohn verlangt Ihr dann kecklich die goldenen Pfeifen, und Beide sind wir geborgen bis auf Lebenszeit!“

Noch lange sprachen die beiden Männer zusammen über das sonderbare Unternehmen, bis sie sich endlich spät nach Mitternacht trennten. Der fremde Musicus brachte die Nacht im Lehnstuhl der Studierstube zu, und am andern Morgen saß er vor der von Graupner rasch vollendeten Partitur eifrig beschäftigt, die Stimmen für die Instrumentalisten und Vokalisten aufzuschreiben. Es war Beiden als eine gar günstige Vorbedeutung erschienen, dass gerade dieser letzten Komposition, vor dem großen Unternehmen, Worte des Evangeliums „vom reichen Fischzug“ zu Grunde lagen. Sobald er es hatte wagen können, war Graupner zum Landgrafen Ernst Ludwig, seinem gnädigen Herrn, gegangen, um ihn um sofortigen Urlaub zu einer Reise zu Familien-Angelegenheiten zu bitten, welches Gesuch ihm denn auch von dem Fürsten gewährt worden war. Dann kehrte der Kapellmeister in seiner Musikstube im Schlosse ein und übertrug dem fürstlichen Konzertmeister die Leitung der Musik für den folgenden fünften Sonntag nach Trinitatis, mit dem Bemerken, dass ihm Partitur und Stimmen der aufzuführenden Komposition noch heute zugestellt werden würden. Jetzt aber hatte er den letzten und schwersten Gang vor sich, nämlich zu dem fürstlichen Kabinetts-Cassirer, denn ohne Geld war die mehrtägige Reise nach der Pfalz nicht wohl auszuführen. Doch auch dieser Gang war von bestem Erfolge gekrönt, denn nach allerlei bedenklichen und bedächtigen Worten und unter verschiedentlichen schweren Seufzern hatte Herr Chrummelbach, denn also hieß der Vielvermögende, seine gewaltige eiserne Truhe aufgeschlossen und mit tiefhineinlangendem Griffe vom Boden des festen Behälters ein Päckchen mit zwanzig Brabänter hervorgelangt und solche dem wahrhaft aufatmenden Musiker eingehändigt.

Jetzt stand der wichtigen Reise keine Hindernisse mehr im Wege. Zu Hause versorgte Graupner sein Weib mit dem nötigen Gelde, damit sie die Haushaltung für die Zeit seiner Abwesenheit führen könne, seine eigenen Taschen aber mit den klingenden und sonstigen Bedürfnissen für die Reise, als einem Dutzend blanker Kronenthaler und etlichen gewaltigen Schnitten Wildbret-Pastete, so ihm sein Gönner, der landgräfliche Hofküchenmeister – natürlich auf Kosten seines fürstlichen Herrn – verehrt und zugesteckt. Dann nahm er zärtlichen Abschied von Weib und Kind, eine baldige recht frohe Heimkehr versprechend, und vieles und seltenes Glück in Aussicht stellend. Die arme Frau blickte zwar bei solchen ihr unerklärlichen Reden zweifelnd und recht traurig drein, doch hatte sie immer Vertrauen zu ihrem Gatten gehabt und seine frohe und zuversichtliche Miene konnte sie nur in ihrem Glauben bestärken. So ließ sie ihn denn endlich ziemlich beruhigt und von ihren Segenswünschen begleitet ziehen und vollständig für die gar weite Reise vorbereitet und ausgerüstet, verließ der fürstliche Kapellmeister am Nachmittage Haus und Wohnung, um seine abenteuerliche Fahrt aufzunehmen.

III. Die St. Johannisnacht

Den fahrenden Gesellen hatte Graupner, um Aufsehen zu vermeiden, voraus ziehen lassen; vor der Stadt holte er ihn ein und vereint wanderten beide Männer weiter, die Bergstraße entlang und der Stadt Heidelberg zu. Der fremde Musikus erwies sich nunmehr als ein gar lustiger Patron. Er kehrte fleißig in den Schenken am Wege ein und erlabte sich nach Herzenslust an dem kostbaren Wein des Landes. Jetzt, wo er sein unheimliches Unternehmen für gesichert halten konnte, sich am Ziele seiner goldenen Wünsche sah, meinte er, dass es auf einen Brabänter mehr oder weniger nicht ankomme; bald würde ja Geld in Menge die Taschen füllen und sie Beide reicher denn alle Musikanten der Erde sein. Dann aber wollte er ein lustiges Leben führen und besonders den goldenen Wein, den er über Alles verehrte und liebte, hoch in Ehren halten.

Solche Gespräche erfreuten den würdigen Kapellmeister nicht allzu sehr und doch konnte er dem so lustig gewordenen Gesellen nicht recht gram sein, es erzählte derselbe doch auch wieder allerlei drollige Stücklein von Musikanten und Organisten, die Graupner gar nicht übel behagen konnten. Unter anderen musste der ernste Mann recht herzlich lachen über einen Cantor und Organisten, den sein Reisekumpan auf seinen Fahrten getroffen und kennen gelernt hatte, und der dem goldenen Rebensaft außerordentlich, selbst mehr als billig, zugetan gewesen.

Selbiger weinselige Organist, so erzählte der Fahrende, hatte sich eine förmliche Sauf-Orgel an- und zugelegt. Diese bestand aus sechs unterschiedlichen Gläsern in Gestalt von Orgelpfeifen, die er mit den gebräuchlichen musikalischen Zeichen: UT, RE, MI, FA, SOL und LA benannte! Diese Pfeifen trank er denn gewöhnlich allabendlich mit seinen gleichgestimmten und gesinnten guten Freunden, oder auch mit denen etwa zugereisten Musikanten und Kollegen aus und leer, und zwar mit der drolligen und lustigen Bemerkung, dass es geschehe: UTiliter, mit Nutzen, nicht sowohl seiner als anderer und absonderlich der Weinbauern und Wirthe; REaliter, in der Tat und wahrhaftig; MIrabiliter, auf eine wunderbare Art und Weise, FAciliter, ganz leicht und ohne sonderbare Mühe; SOLenniter, mit großer Freude und Jauchzen, und endlich auch LAcrymabiliter, daß ihm die Tränen der Lust und des Dankes darüber aus den Augen in die Wangen herab fließen, wie es allen Denjenigen zu gehen pflegt, so einen wackeren tüchtigen Zug guten Weines tun!

Just also, meinte der Fahrende lustig, wollte er es auch halten, wann einmal die goldenen Orgel-Pfeifen sein Eigen wären. Doch dann hielt der lachende Kapellmeister inne und entgegnete ernsthaft warnend, dass ein solches Trinken doch am Ende tränenreich und gar kläglich für ihn ablaufen würde, wie es auch wohl bei einem solchen Leben und Saufen nicht anders möglich sei.

Also plaudernd und parlierend verkürzten die beiden Männer die lange Wanderschaft. Bei der Stadt Mannheim ließen sie sich über den Rheinstrom setzen und zogen dann den Bergen der Pfalz, des alten Wasgaues zu. Mehrere Tage vergingen und absichtlich richtete der fahrende Geselle es also ein, dass sie erst am Tage vor Johanni in der Nähe des Sülzbacher Thales anlangten, wobei er vorsichtig vermied, dasselbe von der Seite des Dorfes Ramberg zu betreten. Je näher sie jedoch dem Ziele ihrer Fahrt kamen, je ernster wurde der fahrende Geselle. Seine großen Augen begannen wieder unheimlich und unruhig zu leuchten und umher zu schauen, und seine Züge, die sich auf dem Wege stets heiter und leicht gerötet gezeigt, nahmen wieder ihre frühere starre Blässe an. Auch Graupner war ernst und stille geworden; wusste er doch nicht, wie das seltsame Abenteuer, in das er sich so unwillkürlich eingelassen, für ihn und überhaupt endigen würde.

Das Märchen der Johannisnacht600" />

Im tiefen Walde, bei einer kleinen verlassenen Hütte, einem ehemaligen Wildwärterhäuschen, das ein gewaltiges zerfallenes hölzernes Kreuz zierte, wohl als Zeichen einer geschehenen Mordtat oder eines Unglücks, machten beide Männer Halt und ruhten von den letzten zurückgelegten Wegstunden aus, sich zugleich stärkend und vorbereitend auf die etwaigen Vorkommen der Nacht. Doch weder der unterwegs eingekaufte Wein, noch sonstiger Imbiss wollte munden. Ein Jeder von ihnen war in seiner Weise zu sehr aufgeregt und mit den Gedanken an das, was nun kommen würde, beschäftigt, wozu auch wohl hinlängliche Ursache vorhanden war.

Es war ein trüber Tag, Wolken bedeckten den Himmel und bald hüllte die Dämmerung den dichtbewachsenen Waldplatz ein. Graupner mahnte zum Aufbruch, weil es ihn drängte, den Ort, wo sich das Wunderbare ereignen sollte, noch beim Lichte des Tages schauen zu können. So machten Beide sich denn endlich wieder auf den Weg, und nach kurzer, etwa einstündiger Wanderung traten sie auf einen mit gewaltigen Kiefern bestandenen sanften moosigen Abhang, der in ein kleines an drei Seiten von hohen bewaldeten Bergen eingeschlossenes Thal führte.

Der fahrende Geselle warf sich auf den weichen Boden nieder und sein glühender Blick, womit er in das Tälchen schaute, seine heftig arbeitende Brust, kündeten Graupner genugsam an, dass sie am Ziele ihrer Wanderung seien. Auch dem Kapellmeister wurde es recht sonderbar um’s Herz und schwer, ja sogar ein weniges bänglich schaute er in die Gegend hinaus, die in trübem abendlichen Dämmerschein sich seinen Blicken zeigte.

Just vor ihm, im Kessel des Thales, lag der gespenstische See, ein stilles sumpfiges Wasser, rings von einem breiten dichten Gürtel von hohem Schilf und Röhricht umgeben. Den Namen See verdiente es nicht – er hätte denn in früherer Zeit von größerem Umfang sein müssen. Eine Menge Wasserpflanzen bedeckten noch seine Oberfläche, die ruhig und unbeweglich schien. Seitwärts schauend sah Graupner die gewaltigen hochemporragenden Trümmer und Überreste der alten Abtei, fast die ganze Breite des Thales einnehmend, die von einer düstern über ihnen lagernden Wolke beschattet, schon in tiefes Dunkel gehüllt, erschienen. Durch die oberen Theile der byzantinisch gewölbten Fenster des Chors und andere Mauerrisse und Lücken blickte jedoch noch in matter Helle der ferne noch wolkenlose Abendhimmel, wodurch die Düsterheit des Vordergrundes noch wirklich vermehrt wurde. Noch konnte man durch die Helle der Ferne erkennen, dass sich das Thal hinter der Abtei erweiterte, und einige zerfallene Hütten, wie die Ruinen einer Ortschaft, die bis jetzt noch nicht wieder zu neuem Leben hatte erstehen können. Das also war der Schauplatz, auf dem sich so Wunderbares begeben sollte.

Zweifel begannen nun wieder in Graupner aufzusteigen, da er sich an Ort und Stelle befand. Doch wurden sie durch einen Blick auf seinen Gefährten sofort wieder verscheucht. Dieser lag am Boden, mit glühenden Blicken nach jener Stelle des sumpfigen Wassers schauend, und seiner heftig arbeitenden Brust entsprangen sich einzelne, heiser tönende Worte und Reden.

„Dort – sah ich sie – vor sieben Jahren! – Dort, über den Wassern stand sie – von purem, lauterem Golde – die versunkene Orgel! – Ich sah sie – ich konnte sie fassen und – sie entging mir doch! Verflucht!“ –

Ein ernstes strafendes Wort des Kapellmeisters hemmte diesen gewaltsamen fieberhaften Erguss eines gierigen Herzens.

„Hierher zu mir!“ rief der Andere darauf, seine langen grauen Haare unwillig schüttelnd. „Jetzt ist keine Zeit mehr zum Predigen und Moralisieren. Wir müssen ihn erlangen, den goldenen Schatz; nur darauf lasst uns denken, nur darüber reden. Legt Euch zu mir auf das weiche Moos und lasst uns nochmals genau festsetzen, wie wir es beginnen, halten wollen.“

„Darüber ist nicht viel zu reden und festzusetzen. Erscheint das goldene Wunderwerk wirklich in dieser Nacht, wie Ihr angegeben, so will ich mit Gottes Hilfe wagen, es zu spielen, wenn es überhaupt unter Menschenhänden erklingt, und weder der Blick des gespenstischen Mönches soll mich irremachen, noch irgend andere spukhafte Erscheinungen. Ich will meine Gedanken nur meiner Kunst und Dem dort oben zuwenden, wie ich es tue, wenn ich auf meiner Orgel, daheim in der Kirche, spiele.“

Also sprach der Kapellmeister ruhig und warf sich auf den Boden nieder. Und der Andere entgegnete hastig:

„Und habt Ihr sie gespielt, die goldene Orgel, und habt Ihr vor dem gespenstischen Mönch – mit dem starren tödlichen Blick – Eure Meisterschaft dargetan und bewährt, dann verlangt Ihr die goldenen Pfeifen alle! – Alle, ohne Ausnahme! – Und wir teilen sie redlich, nach Übereinkunft, nicht wahr?“

Graupner antwortete auf diese, von glühenden gierigen Blicken begleitete Rede nur durch ein bejahendes Kopfnicken. Er dachte dabei an Weib und Kinder, und dass er wohl einen Lohn verlangen könne, wenn die gespenstische Erscheinung überhaupt einen solchen zu gewähren habe. Beide Männer verfielen hierauf, ihren wohl verschiedene Wege wandelnden Gedanken nachhängend, in das frühere Schweigen.

Stunden vergingen. Der Himmel verdunkelte sich über der Gegend immer mehr und hüllte bald Thal und Sumpf in dustere Schleier, während der ferne Horizont noch in matter Heller erschien. Auf ihm traten die Ruinen der Abtei in seltsam geformten Umrissen rabenschwarz hervor, wodurch die Unheimlichkeit des Ortes nicht wenig erhöht wurde. Ein Wetter schien sich zu nähern, denn ein scharfer Luftzug durchfuhr, stets stärker werdend, das Thal. Immer mächtiger bewegten sich die Äste und Kronen der gewaltigen Kiefern, also dass ein eigentümliches Singen und Rauschen über den Häuptern der beiden Männer laut wurde. Bald klang es zischend und in aufsteigend tönender Weise, bald tief und gewaltig wie ein fernes herannahendes Sturmgebraus. Ruhig und bewegungslos lag der fahrende Geselle am Boden, sich nicht kümmernd um das, was um und über ihm vorging; doch wandte er keinen Blick von dem spukhaften Sumpf zu seinen Füßen ab, während Graupner tief erregt dem Tönen und Rauschen des Windes und der Bäume lauschte, mehr denn einmal wähnend, dass diese ihm fremde und so ergreifend und gewaltig klingende Musik von der erwarteten spukhaften Orgel herrührte.

Doch diese ersehnte Stunde war noch nicht da. Die Zeit bis Mitternacht verstrich langsam. Das drohende Wetter hatte sich verzogen und endlich ließ der Wind nach; er hatte den Himmel von der über dem Tale hängenden Wolkenmasse reingefegt und hinter den bewaldeten Spitzen der Berge erschien der Mond und warf sein bleiches Licht nach und nach über das ganze Thal. Wahrhaft gespenstisch erschienen nun die Kloster-Ruinen in der so eigentümlichen Beleuchtung des Mondes, während andere Theile derselben in tiefem unheimlichen Dunkel blieben. Auf der stillen Wasserfläche, durch das einzelne Röhricht und zerstreute Blätterwerk, tauchte ein silbernes Glitzern und Blinken auf, als ob die Pfeifen des erwarteten kostbaren Werkes endlich, nach langjährigem Schlummer aus der Tiefe zu Tage treten wollten. Doch Nichts erfolgte. Still und ruhig blieb es auf dem Wasser und im Thale, selbst das Rauschen der Kiefern war zu kaum hörbarem Flüstern herabgesunken.

Graupner, der anfänglich von dem neuen überraschenden Bilde, das sich ihm bot, wahrhaft gefesselt worden war, wandte nun den Blick zu seinem Gefährten hin und erschrak zusammen über dessen Aussehen. Zugleich begann das Rauschen und Tönen wieder, doch diesmal eigentümlicher, reicher und harmonischer. Der fremde Geselle lag gekrümmt auf der Erde, den Oberleib nach dem Sumpfe hingestreckt. Sein Mund war weit geöffnet, seine großen glühenden Augen traten fast aus ihren Höhlen hervor und schienen den Anblick, der sich ihnen bieten mochte, verschlingen zu wollen. Endlich hob er den rechten Arm und nach dem Sumpfe deutend, keuchte er mit heiserem Flüstern:

„Dort! – dorthin sieh!“ - -

Graupner wandte den Blick nach der Stelle. – O Wunder! – Da war die spukhafte, gespenstische Erscheinung, wie der Fahrende sie ihm beschrieben! –

In einem Lichtkranze, der golden gegen den bleichen Schein des Mondes abstach, schwebte auf der Wasserfläche des Sumpfes die gespenstische Orgel. Die goldenen Pfeifen groß und klein, erglänzten in der doppelten Beleuchtung. Bunte Gestalten umgaben das Werk als Zierrath. Beim Basse stand eine lebensgroße Figur in altem kriegerischen Gewande, eine Tuba haltend und blasend. Graupner erkannte in ihm sofort den gewaltigen Waffenträger Moses und Heerführer der Israeliten Josua, der durch den Schall seiner Trompeten die Mauern Jericho’s gestürzt. Und auf der anderen Seite, beim Diskant, stand König David im reichen Kleide, mit der Krone auf dem Haupte, mit dem goldenen zierlichen Saitenspiel im Arm. Allerlei Englein, verschiedene Instrumente haltend und gleichsam spielend, umgaben das goldene Werk von allen Seiten und verliehen ihm ein so überaus köstliches Ansehen, dass das Herz des ehrlichen Musikers und Organisten vor staunender Freude erbebte.

Doch vor dem kleinen Manuale saß ein Mönch, den beiden Männern zur Hälfte den Rücken zuwendend, und ließ die Finger langsam und leicht über die Tasten gleiten. Sein Antlitz, so weit es zu sehen war, zeigte knochige Umrisse und erschien, vom Monde hell beleuchtet, von fahler entsetzlicher Blässe. Tief in seiner Höhle lag das Auge, das auf die Tasten niederschaute, und ein Kranz von grauen Haaren umrahmte den nackten Schädel.

Gebannt von der wundersamen Erscheinung vermochte der Musiker anfänglich nicht auf das Tönen und Singen des goldenen Werkes zu horchen. War er auch nicht so furchtbar aufgeregt wie sein bleicher Gefährte, welcher sich, wie eine Schlange windend, dem gespenstischen goldenen Orgelwerk zu nähern suchte, und dasselbe mit unbeschreiblich gierigem Ausdruck seiner glühenden Augen anstarrte, so fühlte er doch auch sein Blut, seinen Herzschlag fast stocken und wie ein kalter Schauer ihn überkam und schüttelte. Endlich aber vermochte er sich in etwas zu sammeln und nun sog sein Ohr gierig ein, was da so wundersam tönend und singend die Luft durchzog.

Es war kein gewöhnliches kunstreiches Orgelspiel, was er vernahm; es waren keine Töne, wie er sie bis jetzt von diesem königlichen Instrument, noch von irgendeinem Andern gehört. Es war ein tönendes Säuseln, als ob eine milde Frühlingsluft durch die wohlgestimmten reichen Saiten einer Harfe führte, bald stärker, bald schwächer, bald rascher, bald langsamer. Darein erklang ein sanftes Flötenspiel, doch in ihm unbekannten Intervallen; und andere Klangfarben vernahm sein geprüftes Ohr, die er keinem der ihm bekannten Register zuerkennen konnte. Es war schier, als ob Frühlingsluft und Mondschein, Bäume und Gräser um die Wette flüsterten, tönten und zusammen musizierten, und zugleich allerlei Vöglein ihr sanftes, süßes Jubilieren erklingen ließen. Dann wieder ertönte ein tiefes Rauschen, bald steigend, bald fallend, als ob die Quellen und Felsen der Erde auch mitsingen und klingen wollten. Doch wurden dann die Töne und Harmonien ernster und klagender. Das tiefe Rauschen glich schwerem Seufzen und Stöhnen, wie sie sich belastender Menschenbrust entringen, während das Jubilieren der Oberstimmen in ein mitfühlendes Weinen und Klagen überging, bis endlich all‘ dieses klagende Tönen und Rauschen, dies lange Flüstern und Singen, sich wieder in die früheren wunderbaren Harmonien auflöste. Es war dem hochaufhorchenden Musiker nicht anders, als hörte er ein himmlisches Concert, aufgeführt von den lieben Englein dort Oben und dem Saitenspiel seines Patrons, des Sänger- und Harfenkönigs David. Wie gebannt, festgezaubert saß er auf seinem Platze und horchte mit gefalteten Händen dieser, so himmlischen Musik, nicht achtend auf das heisere, heftige Flüstern seines Gefährten, der ihn drängen wollte, durch Worte und Gebärden andeutete, zu dem Wasser, dem goldenen Werk, hinunter zu steigen, ehe es verschwinde, zu spät sein würde.

Jetzt ruhten die Hände des gespenstischen Mönches und während die letzten Töne und wundersame Harmonien langsam die Luft durchzitterten, wandte er das bleiche Gesicht den beiden Lauschern zu und seine dunklen Augen schienen eine Aufforderung zum Näherkommen auszudrücken.

Mit einem aus tiefster Seele kommenden „Mit Gott!“ erhob sich nun in rascher Bewegung Graupner. Begeisterung, nie gekannte, himmlische Begeisterung für seine hohe und schöne Kunst war mit dem Gehörten in sein Herz eingezogen und erfüllte mächtig sein ganzes Wesen, zugleich das brünstige und glühende Verlangen, das kostbare seltene Werk zu spielen. Festen Schrittes, während sich der Brust seines Gefährten ein leuchtendes freudiges Atmen entrang, stieg er den Abhang hinunter und ging, die Seele voll Glauben an die Wahrhaftigkeit der Erscheinung, auf das Röhricht des Wassers zu. Und siehe da, zu beiden Seiten bog sich das Schilf auseinander, ihm eine Gasse machend, und sicher wandelte sein Fuß auf der Wasserfläche, als ob es ein fester weicher Boden gewesen wäre.

Schon hatte der gespenstische Mönch sich von seinem Sitz erhoben, und ohne ihn anzuschauen und zu beachten, setzte sich Graupner an die leere Stelle vor das Manual und legte die kundigen Finger auf die zierlichen elfenbeinernen Tasten des Werkes. Wie schaute ihn der König David mit seiner goldenen Harfe so freundlich an! Der Musiker vermochte nicht den Blick von der Figur abzuwenden und aus tiefster Seele betete er zu dem königlichen Musiker, den er ja sein ganzes Leben lang als Patron so hoch in Ehren gehalten, ihm diesmal beizustehen. Es schien, als ob die tote, geschnitzte Gestalt sein Bitten und beten vernehme, denn ihre Züge dächten Graupner immer freundlicher und aufmunternder zu werden, und nur sie im Auge haltend, begann er sein Spiel.

Wie senkten und hoben sich die Tasten unter seinen Fingern! Doch, nicht kam zu Gehör, was Graupner nach seinem Spielen zu hören erwartete. Alle kunstreichen und schönen Formen und Harmonien, durch die er sein begeistertes Fühlen und Denken verkörpern wollte, gingen auf in einem Tönen und Singen der Orgel, das gar seltsam und wunderbar klang und sein Herz, sein ganzes Wesen auf’s Mächtigste ergriff und hob. Es war als ob sein eigenes Empfinden, alles Frohe und Schöne, was ihn erfüllte zu, Tönen und Klängen werde, die in keinem Zusammenhang mit dem künstlichen Werk, unmittelbar aus seinem Herzen als schöne, himmlische Musik emporsteige. Das klang und jubilierte durch die Lüfte, durch die Wipfel der Bäume des Waldes, als ob die ganze Erde in Freud und Lust aufgehen wollte, genau so, wie sein Herz es empfand. Immer erregter, freudiger spielte Graupner mit Ohr und Seele lauschend, auf sein Musikwerdendes inneres Leben. Immer lustiger schienen die beiden, dem König David zunächst sitzenden Engelein zu musizieren; immer freundlicher, zufriedener schaute ihn der königliche Harfenspieler an, von dessen edlen Antlitz Graupner seinen Blick nicht abzuwenden vermochte und dessen freundliches Lächeln und Nicken immer neue Quellen der Freude in seinem Herzen hervorzauberte, die sofort in dem wunderbarsten und herrlichsten Tönen und Singen des von dem wackeren Musiker gespielten Werkes aufgingen.

Doch die Zeit verstrich. – Plötzlich fühlte Graupner eine eisig kalte Berührung seiner Schulter, und wie er den Kopf wandte, blickte er in das bleiche Antlitz des gespenstischen Mönches. Der starre Blick schien Zufriedenheit aussprechen zu wollen und zugleich die Aufforderung, dass der Spieler nunmehr seinen Lohn verlangen sollte. Also dünkte es Graupner. Und auch dem dort auf dem Rasen, ganz nahe dem Schilf des Wassers lauschenden Gesellen musste es also dünken, denn vom Lande erklangen mit gieriger Hast und heiserem Tone hervorgestoßene Worte: „die goldenen Pfeifen verlange! die goldenen Pfeifen!“

Doch Graupner hörte die Worte nicht. Sein Herz war zu voll, zu freudig erregt durch die vernommene himmlische Musik. Er ließ ab von den Tasten des Werkes, und kühn dem Mönch in das bleiche Antlitz schauend sprach er:

„Wenn ich denn etwas für mein Spielen verlangen darf, und Ihr mir etwas geben könnt und wollt, so bitte ich Euch um meinen Patron, den König David, und die beiden musizierenden hölzernen Englein dort!“

Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, als vom Lande her ein entsetzlicher, mit heiserer keuchender Stimme hervorgestoßener Fluch ertönte, worauf ein dumpfer Schlag erfolgte, als ob ein schwerer Gegenstand in das Wasser des Sumpfes gefallen.

Zugleich erhob sich ein Stürmen und Brausen, welches im Augenblick zur gewaltigen Windsbraut anschwoll, die wirbelnd den erstarrenden Graupner erfasste und mit furchtbarer Gewalt darnieder warf, also dass es Nacht vor seinen Augen wurde und die Sinne ihm vergingen.

IV. Der König David

Hoch am Himmel stand die Sonne und sandte ihre warmen Strahlen herab in das kleine Thal, als Graupner aus tiefem Schlaf erwachte. Er befand sich an derselben Stelle, wo er sich am Abend niedergeworfen, auf dem moosigen Abhange unter den Kiefern. Vor ihm lag der Sumpf mit seinem Schilf und Blätterwerk, und seiner stillen trüben Wasserfläche. Zur Seite erblickte er, von der Sonne golden beschienen, die Kloster-Ruinen, während hinter denselben das Thal sich zu einem frischen grünen Wiesengrunde erweiterte. Erstaunt richtete sich der Kapellmeister auf und seine Augen reibend und um sich blickend, suchte er gewaltsam seine Gedanken zu ordnen. Alles, was er erlebt und gesehen, war wohl nur ein Traum gewesen? Also war sein erstes Denken. Dann sah er sich nach seinem Gefährten um, doch dieser war nicht mehr da. Er konnte indessen nicht ferne sein, denn dort im Grase, nicht weit von ihm, lag sein Stock und kleines Hütchen. – Jetzt traten alle seltsamen Ereignisse der vergangenen Nacht wieder lebhaft und klar vor seine Seele. Dort hatte die spukhafte goldene Orgel gestanden, die er gespielt, dort hatte ihn die Windsbraut ergriffen, emporgehoben, höher, immer höher bis – in den blauen Himmel hinein, und dort war der kunstreich geschnitzte König David, den er an der Orgel gesehen, und so kecklich von dem gespenstischen Mönch zu Eigen verlangt, samt den beiden hölzernen Englein zu ihm getreten. Ersterer hatte ihm sein Saitenspiel gereicht, das aus purem, lauteren Golde gewesen, auf dem er dann fort und fort gespielt! – ach, so herrliche wunderbare Liedlein, bis – er erwacht! – Ja, er hatte geträumt; es war nicht anders, es konnte nicht anders sein! War er doch erwacht auf derselben Stelle, wo er sich am Abend niedergelegt! Und doch stand auch wieder der Anfang seines seltsamen Erlebnisses so klar und lebendig vor seiner Seele – noch immer wähnte er die wunderbaren Töne und Harmonie der goldenen Orgel zu hören – dass er an die Wirklichkeit des Erlebten glauben musste. Wer konnte ihm Gewissheit geben, all‘ diese Rätsel lösen? – Nach einer Weile tiefen, fruchtlosen Sinnens erhob sich endlich Graupner und begann laut seine Stimme durch Thal und Wald ertönen zu lassen, um seinem Gefährten ein Zeichen zu geben, ihn wenn möglich herbeizurufen. Doch nur das schwache Echo der Bergwände antwortete ihm und stille blieb es im Thal wie auf den Abhängen. Recht ängstlich begann nun der Kapellmeister um sich zu schauen. Da erblickte er an einem Ende des Sumpfes, nach den Ruinen der Abtei zu, mehrere Gestalten, die bei dem Röhricht beschäftigt schienen. Rasch nahm er Hut und Stock, schob seine lederne Tasche auf den Rücken und schritt auf die Stelle zu, wo er die Leute entdeckt. Je näher er kam, je deutlicher vernahm er Stimmen, die in ihm unverständlichen Lauten wirr durcheinanderschrien und sprachen. Jetzt hatte er die Gruppe erreicht. Es war ein altes zerlumptes Zigeunerweib mit einem braunen, fast nackten Knaben und dort – entsetzlicher Anblick! – dort an den Ufern des Sumpfes, noch halb im Schilfe verborgen, lag die entseelte Gestalt seines Gefährten, die die beiden Zigeuner unter lautem Kreischen und Reden vollends aus dem Wasser zu ziehen beschäftigt waren.

Die langen nassen Haare des Unglücklichen bedeckten teilweise sein auf das Fürchterlichste verzerrte Gesicht, während auf den blauen Lippen noch der Fluch zu schweben schien, mit dem er in das Wasser gestürzt, um vielleicht in seinem gierigen Wahnsinn nach den goldenen Pfeifen zu greifen, die Graupner nicht begehrt. – Es war also kein Traum gewesen, was er erlebt, so dachte der entsetzte Musiker. Doch den furchtbaren Anblick, der sich ihm bot, vermochte er nicht zu ertragen und erfüllt vom Schauder und Entsetzen floh er den Bergen zu.

So also hatte das Abenteuer geendet, das er, wenn auch mit unbestimmten Hoffnungen, doch immer mit Hoffnungen unternommen. Es war entsetzlich, und das traurige Schicksal des armen fahrenden Gesellen schnürte dem wackeren Manne schier das Herz zusammen. Und durfte er die Leiche des Unglücklichen jetzt verlassen, sie den Händen jener Zigeuner preisgeben? Dies Denken quälte ihn mehr und mehr und wurde endlich so peinigend für ihn, dass er umzukehren entschlossen war. Da stieß er im Walde auf einen Trupp Bauern, die sich eben zum Holzfällen anschickten. Das war Hilfe für den armen Mann. Er erzählte ihnen, was dort unten im Thale sich zur Stunde ereignete, und dass der Verunglückte lange Jahre Cantor des nahen Dorfes Ramberg gewesen sei. Wie staunten die Leute, da sie Solches hörten. Es waren just Ramberger Bauern, die sich des Cantors erinnerten, und wie er vor etwa sieben Jahren heimlich auf und davon gelaufen. Sie ließen ihre Arbeit stehen und liegen, nahmen ihre Hacken und schlugen den Weg nach dem Thale ein, um den Unglücklichen ein ehrliches Begräbnis zu besorgen und recht getröstet setzte Graupner seinen Weg, den man ihm angedeutet, fort.

Es war eine traurige Wanderung, die der arme Kapellmeister zu vollbringen hatte, und mehrere Tage dauerte sie. Je näher er seiner Heimat kam, je trauriger wurde es ihm um’s Herz. Was sollte er nun beginnen? Der größte Teil seiner Quartalbesoldung war ausgegeben – von den vielen schönen Brabäntern, die er mit auf die Reise genommen, brachte er kaum noch einige nach Darmstadt zurück, und was hatte der geplagte Haus- und Familienvater nicht noch alles zu bezahlen! Endlich stand er vor seiner kleinen Wohnung in der engen Schlossgasse. Da tönte ihm lauter Kinderjubel entgegen und der Erste, der an seinem Halse emporsprang, war sein ältester Knabe, den er krank und siech vor mehr denn acht Tagen verlassen, und der ihn nun munter und gesund mit Küssen begrüßte. Wie froh wurde der Kapellmeister ob solchem Willkommen! Tränen der Freude traten ihm in die Augen und umringt von seinen Kleinen, den Größten und Kleinsten auf den Armen, stieg er die Treppe hinauf und trat in seine stille einfache Wohnung, wo ihn Frau und Mutter, die auch wieder so ziemlich genesen, ebenfalls auf’s Herzlichste und mit den freudigen Mienen und Worten willkommen hießen.

Alles war daheim gut gegangen, viel besser, als man erwartet hatte. Der Rest der Quartalsbesoldung war richtig gefallen und hatte gerade zur Miete gereicht. Auch war noch einiges Geld für Lektionen und Kompositionen eingelaufen, und die Frau hatte als treffliche Wirtschafterin Alles eingeteilt und das Nötigste bezahlt. So war weder Mangel noch Not bei den Seinigen eingekehrt, wie der Musiker gefürchtet und aus tiefstem Herzen dankte er Gott, dass er ihm so väterlich beigestanden und geholfen.

Doch noch eine ganz andere Freude wartete seiner!

Nachdem die wechselseitigen Begrüßungen vorbei, der heimgekehrte Wanderer auch ein Weniges seinen Leib erquickt und erlabt, sollte er denn nun auch erzählen, was er auf seiner Fahrt erlebt und ausgerichtet. Das aber hatte seine richtigen Hacken. – Graupner hatte sich wohl gehütet, seinem Weibe beim Abschied etwas von seinem abenteuerlichen Unternehmen zu verraten, sondern ihr alle Aufklärungen für seine Rückkehr versprochen. Jetzt aber, nachdem das Abenteuer so kläglich abgelaufen, konnte und mochte er nicht mehr davon reden, und doch verlangten die Seinigen Auskunft; er musste ihnen solche geben. Der arme Musiker geriet in wahre Bedrängnis und fand endlich kein anderes Mittel, um sich dieser schlimmen Lage zu befreien, als davonzulaufen. Er beschloss daher, sich in sein Studierstübchen zurückzuziehen, dort zu überlegen, was er sagen wolle und könne, und indem er aufstand, vertröstete er die Seinigen auf den Abend, wo er Alles erzählen wollte, jetzt aber ein höchst wichtiges Geschäft beenden müsse, das eben keinen Aufschub erdulde. Damit langte er den Schlüssel zu seinem Dachkämmerchen, den er immer bei sich trug, als Schirm und Schutz seiner Kompositionen gegen den Reinlichkeitsteufel seiner gar zu gerne putzenden Eheliebsten, - wie er oftmals schmerzend zu sagen pflegte – und stieg die kleine Treppe hinauf, seine Frau, sein Mütterchen unaufgeklärt und nicht wenig neugierig zurücklassend.

Jetzt öffnete Graupner die Tür seines kleinen Heiligtums und wollte eintreten. Doch anstatt vorwärts zu schreiten, machte er vor Schreck und Staunen einen gewaltigen Schritt rückwärts, während sich zugleich ein lauter Aufschrei seiner Brust entwand.

Und er hatte Ursache, vollkommene und gerechte Ursache dazu, denn mitten in seiner kleinen Stube stand in Lebensgröße der geschnitzte König David mit seinen prächtigen farbigen Kleidern und dem blinkenden Saitenspiel im Arme, wie er ihn bei der goldenen Orgel geschaut und dann von dem gespenstischen Mönche zu Eigen verlangt hatte. Und dort – dort auf seinem Arbeitstisch, zu beiden Seiten des gewaltigen Tintenfasses, standen auch richtig die beiden kleinen, so lustig musizierenden hölzernen Engelein!

Wer malt sein Staunen, seine Freude? Das Erlebte war Wahrheit gewesen, und hätte er die goldenen Pfeifen als Lohn verlangt, er hätte sie wohl auch jetzt in seiner Stube vorgefunden, also dachte er und schickte sich endlich an, die Schwelle seines Stübchens zu überschreiten. Doch auf’s Neue fuhr er zusammen, denn just hinter ihm erklang ein lauter Aufschrei. Etwas erschrocken wandte er sich um und erblickte seine würdige Hälfte, die durch den Laut des Staunens, den ihr Gatte ausgestoßen, aufmerksam geworden und neugierig die Treppe hinaufgestiegen war, um nun, beim Anblick der prächtigen glänzenden davidschen Figur, die ja ohne ihr Vorwissen, und ohne dass sie das Geringste davon gemerkt, in ihre Wohnung gekommen war, ihrerseits einen gleichen Schrei der Überraschung auszustoßen.

Rasch zog Graupner seine Eheliebste in die Kammer, schloss die Tür und erzählte ihr in einem Atem sein ganzes gehabtes Abenteuer, ohne irgend etwas davon wegzulassen, sich dabei fast anklagend, dass er die goldenen Pfeifen der Orgel, wegen derer er doch eigentlich ausgezogen, nicht verlangt habe. Die wackere Frau, die anfänglich staunend auf den merkwürdigen Bericht gehorcht hatte, begnügte sich indessen nicht mit dem Hören allein. Während der Musiker forterzählte, betrachtete sie sich die schöne Figur etwas näher. Sie war von Holz geschnitzt und mit bunten Farben und Gold bemalt, wie die kleine zierliche und handliche Harfe, die auch golden glänzte – „Herr, Du mein Gott, was ist das?“ – schrie sie urplötzlich auf, ihren gestrengen Eheherren mitten in seinem Vortrage höchst respektwidrig unterbrechend. Dieser stand auch schon im nächsten Augenblicke neben seinem Weibe und als er den Gegenstand ihres Staunens ebenfalls in Augenschein genommen, fehlte nicht viel und er hätte einen noch lauteren Aufschrei getan – wenn ihm seine Hälfte nicht noch zur rechten Zeit und wohlweislich daran gehindert. Denn was braucht man das ganze Haus darauf aufmerksam zu machen, wenn man in seiner eigenen Stube einen – Schatz findet!

Und so war es auch. Die glänzende Harfe des Königs David war keineswegs von Holz geschnitzt und vergoldet und bemalt, wie der Sängerkönig selbst, sondern fühlte sich fest und metallig an und war vielleicht – nein, ganz gewiss! – wie die Pfeifen und Röhren des wunderbaren Werkes – von purem, lauteren Golde! – Es konnte, konnte nicht anders sein! - - -

Und es war nicht anders. Davon hatten sich die beiden Gatten bald des Näheren überzeugt. Von purem Golde war die Harfe und der Frankfurter Juwelier, dem der Kapellmeister das extra rare Stück in den nächsten Tagen höchst eigenhändig, doch auch ganz in der Stille überbrachte, zahlte ihm zweitausend blanke Kaiserdukaten dafür aus und machte bei solchem Handel – ich wette Hundert gegen Eins! – doch noch einen gewaltigen Profit!

Jetzt war Freude und Glück in der Familie des wackeren Musikers eingekehrt. Jetzt konnte er sagen und laut verkünden, dass seine Reise einer Familien– und Geld-Angelegenheit gegolten, und dass sie gut und vorteilhaft für ihn ausgefallen. Und man glaubte ihm aufs Wort. –

Der Landgraf Ernst Ludwig baute zur selbigen Zeit eine neue Vorstadt zu seiner etwas engen und kleinen Residenz. Auch der fürstliche Kapellmeister Graupner erhielt einen Platz zu einem Hausbau in der neuen Straße, die jetzt die Luisenstraße heißt. Dort baute er sich ein stattliches Haus, das heute noch steht; ein großes Studier- und Musikzimmer richtete er sich darinnen ein, und an den Ehrenplatz dieser Stube stellte er den prächtigen, hölzernen David, dem er in der Stille eine neue Harfe, doch wahlweislich aus gleichem Stoffe, wie der König selbst, hatte anfertigen lassen. Auch die beiden Engelein, die sich indessen samt ihren Instrumenten als von Holz erwiesen, wurden dort angepflanzt; und wie früher an dem gemalten Konterfei seines Patrons, des hohen Sänger-Königs, so erfreute und begeisterte sich jetzt der wackere Meister noch lange, lange Jahre an dem fast lebensfrischen, geschnitzten, gar köstlichen Bilde.

Als Graupner endlich das Zeitliche gesegnet, gingen Haus und Figuren an seine Erben über, um schließlich in unseren Tagen in fremde Hände zu gelangen. Da hat denn der Schreiber dieser Geschichte bei dem jetzigen Eigentümer des Hauses den hölzernen, geschnitzten, bemalten und vergoldeten König David samt den beiden musizierenden Englein noch gesehen und bewundert, und in einer stillen heimlichen Stunde hat die prächtige Figur ein neues Wunder verübt, indem sie ihm haarklein alles das zuflüsterte und erzählte, was er in diesen Zeilen zum Andenken an den würdigen und wackeren Kapellmeister und Organisten niedergelegt.

 
GWV Druckausgabe

Graupner Werkverzeichnis (GWV) - Druckausgabe

Bereits in den 1990er Jahren entstanden Plan und Vorarbeiten für die Erstellung eines Verzeichnisses sämtlicher Werke Christoph Graupners. Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft wurden in der damaligen Musikabteilung der Hochschul- und Landesbibliothek in den Jahren 1999-2001 die Arbeiten am ersten Teil, dem Verzeichnis sämtlicher Instrumentalwerke, durchgeführt und mit der Publikation 2005 im Carus Verlag zum endgültigen Abschluss gebracht:

GWV Instrumentalwerke

Christoph Graupner. Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis.
GWV – Instrumentalwerke
Oswald Bill und Christoph Großpietsch (Hrsg). Stuttgart: Carus 2005. 400 Seiten. ISBN 978-3-89948-066-5.

Dieses Verzeichnis ordnet die Instrumentalkompositionen nach Gattungen (Claviermusik, Kammermusik, Konzerte, Ouverturen und Sinfonien) und weist, beginnend mit GWV-Nummer 100 für die Claviermusik, jedem einzelnen Genre einen neuen Hunderterblock zu. Eine Ausnahme bilden die Sinfonien mit 113 Werken, die demnach nicht mit hundert Nummern auskommen und deshalb die 500er- und 600er Reihe für sich beanspruchen. Die GWV Nummern repräsentieren somit ein systematisches Ordnungssystem und sind innerhalb der einzelnen Gattungen aufsteigend nach Tonarten vergeben. Das Literaturverzeichnis am Ende des Bandes umfasst die gesamte bis 2003 erschienene musikwissenschaftliche Fachliteratur zu Christoph Graupner.

GWV Geistliche Vokalwerke

Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis.
GWV – Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten 1. Advent bis 5. Sonntag nach Epiphanias
Oswald Bill (Hrsg). Stuttgart: Carus 2011. 788 Seiten. ISBN 978-3-89948-159-4.

Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis.
GWV – Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten Septuagesimä bis Ostern
Oswald Bill (Hrsg). Stuttgart: Carus 2015. 846 Seiten. ISBN 978-3-89948-240-9.

Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis.
GWV – Geistliche Vokalwerke. Quasimodogeniti bis 3. Pfingsttag
Oswald Bill (Hrsg). Stuttgart: Carus 2018. 584 Seiten. ISBN 978-3-89948-400-7.

Das Verzeichnis der über 1400 Kirchenkantaten wird mehrere Bände umfassen. Es ist nach dem Kirchenjahr geordnet und ordnet die Kantaten dem entsprechenden Proprium zu. Neben den Musik- und Textincipits sämtlicher Kantatensätze enthält es alle relevanten Informationen zu den jeweiligen Werken wie Besetzung, Quellen, Überlieferung, Datierung und Textherkunft. Es gibt zahlreiche Register, unter denen das der Choralmelodien oder der Bibelstellen für die kirchenmusikalische Arbeit besonders nützlich sein dürften.

Zudem bietet der erste Kantatenband eine Bibliographie der Textbücher, der mehrfach zitierten Gesangbücher und Graupners Choralbuch.

GWV Weltliche Vokalwerke und Opern

Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis.
GWV – Weltliche Vokalwerke und Opern
- in Vorbereitung -

Systematik der Nummerierung für Graupners Kantatenwek

Da Graupner seine Kirchenkantaten – im Unterschied zu seinen Instrumentalwerken – immer mit Datum versehen hat, konnten die Kantaten innerhalb einer Sonn- und Feiertagsgruppe des Kirchenjahres chronologisch geordnet und mit Nummern versehen werden:

  • 1000ff = Vokalwerk
  • 1100ff = geistliche Kompositionen
  • 1101ff = die Sonn- bzw. Feiertage nach der chronologischen Reihenfolge im Kirchenjahr (1. Advent bis 26. Sonntag nach Trinitatis)
  • /xx = die abgekürzte Jahreszahl der Entstehung

Beispiel: Die Kantate "Die Engel frohlocken" hat die GWV Nummer 1105/41. Die Nummer ergibt sich aus 1000 = Vokalwerk, 100 = geistliches Werk, 05 = 1. Weihnachtsfeiertag, /41 = Entstehungsjahr 1741.

"Da Graupner selbst nicht für jeden Sonntag eines Jahres komponieren musste (Ausnahmen sind die Jahre 1739/40 bis etwa 1743/44), sondern sich die Kompositionspflichten mit seinem Vizekapellmeister geteilt hatte, entstehen bei dieser Zählweise Lücken. Diese sind beabsichtigt und bieten möglichen Ergänzungen Raum."

Oswald Bill, GWV 2011, Vorwort, S. VIII

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Neue Graupner-Manuskripte in Marburg entdeckt

Im Rahmen von Katalogisierungsarbeiten der RISM-Zentralredaktion sind im Hessischen Staatsarchiv Marburg (D-MGs) einzelne Stimm-Abschriften von zwei Kantaten Graupners aufgetaucht. Sie gehören zur Sammlung 319 Frankenberg, die an der dortigen Liebfrauenkirche entstanden ist. Als 319 Frankenberg Nr. 147 firmiert eine Sammelhandschrift, die den nahezu kompletten Jahrgang Geistliches Singen und Spielen von Georg Philipp Telemann enthält (gelegentlich mit Ergänzungen oder geänderter Reihenfolge; 600655&submitButtonCall_submitSearch=Suchen" target="_blank" rel="alternate">RISM ID no.: 454600655). Eine Kantate allerdings wurde darin durch Graupners Kantate "Nahet Euch zu Gott, so nahet er sich zu Euch" (Oktober 1714) ersetzt. Erhalten haben sich in Marburg die Abschriften einer Alt- und einer Tenorstimme (RISM ID no.: 454600702).

Darüber hinaus fanden sich bei der Katalogisierung in Marburg Stimmen für eine weitere, sehr frühe Kantate Graupners. Es handelt sich um die im Original mit Trompeten und Pauken üppig besetzte Weihnachtskantate zum 2. Weihnachtsfeiertag von 1709, "Hosianna sei willkommen" → GWV 1106/09, zugleich der Geburtstag des Landgrafen. Im Frankenberger Bestand sind davon insgesamt sechs Vokal- und Instrumentalstimmen (Ob 1, Violine 2, Alt, Tenor, Bass und B.c.) überliefert. Auch sie enthalten keinen Hinweis auf den Komponisten, wurden aber durch die RISM-Datenbank identifiziert (Konkordanz zu RISM 450005735) und erhielten die Signatur 319 Frankenberg Nr. 196.

Veröffentlichung: 19. November 2017
Quelle: Newsletter Christoph-Graupner-Gesellschaft

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