Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1175/26a

Unsers Herzens Freude hat ein Ende



Originaltitel:
Unßers Hertzens Freude hat / ein Ende / a 2 Hautb. / Flaut. / 2 Violin / Viola / 2 Cant. / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / In mort. Principess. haeredit. Darmstadtiens. / 1726. / d. 11. Jul.
Abschnitt im Kirchenjahr: andere
Anlass: Trauerfeier- / Beerdigungskantaten
Entstehungszeit: 1726
Vokal: Sopran (2), Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: fl dolce, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SSATB,str,bc) - B - 3/2
     2.acc (T,str,bc)
     3.coro (SSATB,str,bc) - ? - C
     4.aria (B,str,bc) - Es - 3
     5.acc (B,str,bc)
     6.aria (4) DC
     7.acc (S,str,bc)
     8.aria (S,rec,vl unis,vla,bc) - F - C
     9.rec (T,bc)
     10.choral (SATB,str,bc) - B - 3 (sostentato)
Dichter: J.C. Lichtenberg (?)
Partitur: 19 Seiten;
S 1, 2, 3, A (2x), T (2x), B: 2, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2 - vl 1 (2x), 2 (2x), vla, vlne (2x), bc (2x): 2, 2, 2, 2, 1, 2, 2, 2, 2 - fl (2x): 1, 1f.
Kommentar: Eine bc-Stimme unbeziffert, die andere in G notiert. - Zum Tod der Erbprinzessin Charlotte Christine (1. 7. 1726). - Textdruck in D DS 43 A 434 - mov8: to identical parts for Flauto /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-434-18
RISM ID:   450006131
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



 Ich möchte einen Fehler oder eine Verbesserung zu
    dieser Kantate melden:  
 


    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Unsers Herzens Freude hat ein Ende;
    unser Reigen ist in Wehklagen verkehret.
    Die Krone unsers Haupts ist abgefallen.
    O weh, dass wir so gesündiget haben!
  2. Accompagnato-Rezitativ
    Ach schmerzensvoller Schluss!
    Charlotte, Darmstadts Fürsten-Wonne,
    Charlotte, ach! ist tot.
    Und Hessen muss,
    o welche Not!
    den Untergang der allerteursten Sonne
    nur allzu früh ersehn.
    Vom Herrn ist es geschehn;
    sein strenger Zorn macht solche Finsternus.
  3. Dictum
    Darum ist auch unser Herz betrübt
    und unsre Augen sind finster worden.
  4. Arie/Accompagnato-Rezitativ
    Charlotte geht zur Ruh’ der Frommen.
    Ach! welch ein Schatz wird uns genommen,
    brecht, brecht ihr Tränen-Quellen los.
    Der Fürsten-Baum ist umgerissen,
    davon wir so viel Früchte küssen.
    Sein holder Pracht
    fällt durch des Todes Macht.
    Ach! der Verlust ist allzu groß.
    Hochteures Tugendlicht,
    ach Fürstin, welche Tränenzahl
    presst dein Erblassen aus.
    ja, dein durchlauchtigster Gemahl
    denkt deiner ohne Wehmut nicht.
    Dein Götterhaus
    klagt unter tausend Schmerzen:
    „Ach Tochter, ach! wie beugst du mich!“
    Die zarte Fürsten-Herzen,
    die deine Fruchtbarkeit geboren,
    verbergen sich
    in heißer Tränensee.
    Das ganze Land klagt Ach! und Weh!
    Es hat an dir, ach! allzu viel verloren
    Charlotte geht zur Ruh’ der Frommen.
    Ach! welch ein Schatz wird uns genommen,
    brecht, brecht ihr Tränen-Quellen los.
    Der Fürsten-Baum ist umgerissen,
    davon wir so viel Früchte küssen.
    Sein holder Pracht
    fällt durch des Todes Macht.
    Ach! der Verlust ist allzu groß.
  5. Secco-Rezitativ/Accompagnato-Rezitativ
    Der Tränen bittre Flut
    muss unsre Wangen billig netzen;
    der Schlag dringt freilich bitter ein.
    Jedoch wer will sich widersetzen,
    wenn Gott nach Seinem Willen tut.
    Geht unsre Fürstin gleich von hinnen,
    der Todesgang kann ihr nicht schädlich sein.
    Ihr Kampf ist nun vollbracht,
    des Leibes Marter hat ein Ende.
    Der Geist zieht hin in Jesus Hände,
    ein besser Erbteil zu gewinnen,
    die stolze Ruh’, die Frommen ewig lacht.
  6. Arie
    Erfreue dich in Gottes Fülle,
    erlöster Geist, dein Wohl ist ungemein.
    Dein Tugend-Ruhm soll hier nicht sterben,
    dein Beten muss vor deine Erben
    auf lange Zeit gesegnet sein.
  7. Secco-Rezitativ
    Streut Palmen auf Charlottens Gruft,
    ihr Fürstengeist hat herrlich überwunden.
    Er hat durch Kampf den Ort gefunden,
    dahin der Herr die Seinen ruft.
    Strengt Mut und Kräfte an,
    ein gleiches Kleinod zu erringen.
    Wer sich der Welt beizeit’ entreißt,
    der wird, der kann
    mit frohem Geist
    im Tod mit allen Frommen singen:
  8. Choral
    Ach, ich habe schon erblicket
    alle diese Herrlichkeit.
    Jetzo werd ich schön geschmücket
    mit dem weißen Himmelskleid
    und der güldnen Ehrenkrone,
    stehe da vor Gottes Throne,
    schaue solche Freude an,
    die kein Ende nehmen kann.