Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1170/41

Gedenke Herr an die Schmach - oT: Die Schmähliche Verspottung



Originaltitel:
Die schmähliche Verspottung deß zum Todt / verurtheilten Heylands. / Gedencke Herr, an die Schmach deiner / Knechte / a / 2 Flaut. Tr. / 2 Hautb. / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Fest. / Annunciat. Mar. / 1741.
Abschnitt im Kirchenjahr: Marienfeste
Anlass: Mariä Verkündigung (25.3.)
Entstehungszeit: 1741
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 4
Instrumente: fl (2), ob (2), fg, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,fl(2),ob(2),fg,str,bc) - D - C (largo)
     2.acc (S,str,bc)
     3.aria (SA,fl(2),(ob(2)),fg,str,bc) - G - C
     4.acc (B,str,bc)
     5.aria (B,fl(2),str,bc) - e - C
     6.acc (T,str,bc)
     7.choral (SATB,fl(2),ob(2),fg,str,bc) - D - C

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Alle Menschen müssen sterben (Seite 8)
Liedtext: Jesu, meines Lebens Leben

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 18 Seiten;
S, A (3x), T, B (2x): 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne, basso (=vlne), bc: 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2 - fl 1, 2, ob 1, 2: 2, 2, 1, 1f.
Kommentar: Passionszyklus 7 - fg in vlne-part -



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-449-15
RISM ID:   450006633
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Gedenke, Herr, an die Schmach Deiner Knechte,
    damit Dich, Herr, Deine Feinde schmähen,
    damit sie schmähen die Fußtapfen Deines
    Gesalbten.
  2. Accompagnato-Rezitativ
    Wen jammert’s nicht,
    wenn man den frechsten Sündern
    nach Recht das Todesurteil spricht,
    und wer darf sie verspottend schmähen?
    Doch seht!
    Der Reinste unter Menschenkindern
    wird als verurteilt noch verspottet und geschmäht.
    Gerechter Gott, darf das an Deinem Sohn gescheh[e]n ?
  3. Arie/Duett
    Jesus trägt verweg’ner Rotten
    freches Spotten,
    Seine Schmach ist unerhört!
    Reines Lamm, wie muss ihr Schmäh’n
    Dir so schmerzlich nahe geh’n!
    Knechte dörffen ihren Willen
    frei und frech an Dir erfüllen,
    und kein Herr ist, der sie stört.
  4. Accompagnato-Rezitativ
    Kommt, Seelen, kommt herbei!
    Seht doch, wie schmerzlich Jesus Leiden
    beim Spott verweg’ner Heiden
    und frecher Sklaven sei.
    Ihr schäumendes Gespei
    darf Zions Königs Angesicht
    zum Schandort und zum Scheusal machen.
    Die tolle Schar darf lachen,
    wenn sie den heiligsten Propheten
    verhüllt und unter Schlägen spricht:
    „Gesalbter, sage, wer dich schlägt!“
    Sie scherzet - ohne zu erröten -
    mit Purpur, Zepter, Kron’.
    Ein Spottkleid, Rohrstab, Dornenkranz
    soll, ach! an Gottes Sohn,
    der gleichwohl alles willig trägt,
    ein Vorwurf ihres Hohnspiels werden.
    Sie sinnt auf Worte und Gebärden,
    dass sie den Heiligsten verspotte.
    O Abgrund, öffne dich, verschlinge diese Rotte!
  5. Arie
    Ach, alle Welt will Jesu spotten
    und Er meint es mit allen gut.
    Die Hohepriester, Bürger, Knechte,
    Soldaten und das Hofgeschlechte
    sind nicht von dieser Sünde rein,
    und Jesus schweigt bei solcher Pein.
    Warum?
    Er büßt, was jeder tut.
  6. Secco-Rezitativ
    Ein Heide denkt, ein König soll
    den Glaubensfreund und Untertanen schützen.
    Doch Jesus wird an dessen Hof verlacht.
    Das Hofgesind’ ist toll,
    es darf den Leidenden mit Spötter-Kot bespritzen.
  7. Accompagnato-Rezitativ
    Wie Unrecht Ihm geschicht,
    daran wird nicht gedacht.
    Sein Anblick und Sein Tun vergnügt das Hofvolk nicht.
    Er muss verhöhnt zum andern Richter gehen.
    Ach, Jesu ist wohl das damals allein geschehen!
  8. Choralstrophe
    Man hat Dich sehr hart verhöhnet,
    Dich mit großem Schimpf belegt,
    gar mit Dornen angekrönet.
    Was hat Dich darzu bewegt,
    dass Du möchtest mich ergötzen,
    mir die Ehrenkron’ aufsetzen?
    Tausend-, tausendmal sei Dir,
    liebster Jesu, Dank dafür.