Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1162/43

Was hilfts lieben Brüder



Originaltitel:
Was hilffts lieben Brüder / so iemand / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 21. p. Tr. 1743.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 21. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1743
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.acc (T,str,bc)
     2.rec (S,bc)
     3.aria (S,vl unis,vla,bc) - C - C (vivace)
     4.choral (SATB,str,bc) - F - C
     5.rec (B,bc)
     6.aria (B,vl unis,vla,bc) - B - C (sostentato+poco allegro)
     7.choral (4) DC

Melodie zum 4. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Es ist das Heil uns kommen her (Seite 39)
Liedtext: Es ist das Heil uns kommen her

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Es ist das Heil uns kommen her (Seite 39)
Liedtext: Es ist das Heil uns kommen her

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-451-51
RISM ID:   450006789
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum/Accompagnato
    Was hilft’s, lieben Brüder, so jemand
    saget, er habe den Glauben und hat
    doch die Werke nicht? Kann auch der
    Glaube ihn selig machen?
  2. Secco-Rezitativ
    «Wer glaubt, wird selig werden.»
    Der Satz hat seine Richtigkeit,
    doch müssen Werke, Wort, Gebärden
    zu aller Zeit
    vom Glauben,
    dass er richtig sei,
    Beweis und Zeugnis geben,
    sonst ist der Ruhm vom Glauben Heuchelei.
    Kaum zündet Jesus dieses Licht
    in einem Mann
    durch’s Wort, bei wunderbarer Führung an,
    so bricht
    bei ihm und auch in seinem Haus
    des Glaubens Kraft in Früchte aus.
    Sie ließen so den Glauben sehen.
    Ach, möchte dies nur überall geschehen.
  3. Arie
    Glaube ohne Werk und Leben
    ist nicht Glaube, sondern Wahn.
    Ist in Frommen
    Gottes Werk zum Stand gekommen,
    gleich sieht man es ihnen an.
  4. Choralstrophe
    Die Werk’ kommen gewisslich her
    aus einem rechten Glauben.
    Wenn das nicht rechter Glaube wär,
    woll’st ihn der Werk’ berauben.
    Doch macht allein der Glaub’ gerecht,
    die Werk’, die sind des Nächsten Knecht,
    dran wir den Glauben merken.
  5. Secco-Rezitativ
    Ihr Christen, ach, betrügt euch nicht!
    Dem wird’s am Glauben wahrlich fehlen,
    der zwar „Ich glaube!“ spricht,
    und kann doch keine Werke zählen.
    Jedoch auch der ist irrig dran,
    der seine äuß’ren Werke preist
    und gleichwohl nichts von Gottes Kraft und Geist
    erfährt und kennt
    noch Licht und Leben zeigen kann.
    Ein Christ, der trennt
    die Werke und den Glauben nicht,
    doch wird er allzeit dieses Licht
    und seinen Schein in Werken unterscheiden.
    Der Glaube gilt vor Gott allein,
    vor Menschen müssen Werke sein,
    wer beides hat, der ist gerecht vor beiden.
  6. Arie
    Ich glaube! Jesu, hilf mir Schwachem.
    Mein Tun ist schlecht,
    jedoch durch Dich ist beides recht.
    Durch Dich bin ich gerecht auf Erden,
    und dort muss mir der Himmel werden.
    Trutz dem, der meine Hoffnung schwächt.
  7. Choralstrophe
    Der ist gerecht vor Gott allein,
    der diesen Glauben fasset.
    Der Glaub’ gibt aus von ihm den Schein,
    so er die Werk’ nicht lasset
    mit Gott. Der Glaub’ ist wohl daran; dem Nächsten wird die Lieb’ Gut’s tun,
    bist du aus Gott geboren.