Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1162/09

Siehe selig ist der Mensch



Originaltitel:
Siehe selig ist der Mensch, den / Gott straffet / â 9 / 2 Violin. / 2 Hautbois / Viola / Basson / Canto / Basso / Con / Continuo. / Domin. 21 p. Trin. / 1709. / a.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 21. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1709
Vokal: Sopran, Bass
Solostimmen: 2
Instrumente: ob (2), fg, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.sonata ((fg),str,bc) - E - C+3/2
     2.arioso ((fg),B,bc) - E - C (adagio)
     3.rec (B,bc)
     4.aria (B,(fg),ob(2),vl unis,vla,bc) - D - 3
     5.rec (S,bc)
     6.aria (S,fg,str,bc) - E - C+6/8
Dichter: ?
Partitur: 11 Seiten;
B: 2 - vl 1, 2, vla, vlc, vlne, bc (2x): 1, 1, 1, 2, 2, 2, 2 - ob 1, 2, basson: 1, 1, 1f. Incpl: S missing
Kommentar: Eine Continuostimme in D-dur - probably incomplete (only one mov for S) - S-part missing - fg with bc, a few differences in last mov /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-417-14
RISM ID:   450005729
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



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    Text der Kantate:
  1. Sonata
  2. Dictum
    Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet
    darum weig’re dich der Züchtigung des
    Allmächtigen nicht. Denn er verletzet und
    verbindet; er zerschmeißet und seine Hand heilet.
  3. Secco-Rezitativ
    Das Kreuz und auch ein Christ
    muss stets beisammen steh’n,
    nur dass die Menschen nicht
    den Kreuzweg gerne geh’n.
    Das Kreuz ist gut
    und ob es gleich oft sehr verdrießlich ist,
    ach, so geschicht
    es doch zu unserm Besten.
    Das Kreuz will zwar
    vor Fleisch und Blut
    was allzu Hartes sein.
    Allein:
    Der Mensch ist höchst beglückt,
    dem Gott das Kreuze zugeschickt.
    Verfolgung, Angst und Pein
    wird ihn in Himmel bringen.
    Gott schläget zwar,
    allein , es hat hier wenige Gefahr,
    dieweil er auch zugleich verbindet.
    Wenn wir im Kreuze singen,
    so fliehet und verschwindet,
    was uns mit Schmerz gebunden hält.
    Das Kreuz bedünkt der Welt
    nicht Freude, sondern Traurigkeit,
    doch wenn es nur verschwunden,
    so folgen auf betrübtes Leid
    recht angenehme Stunden.
  4. Arie
    Ach! der Kreuzgang ist mein Glück
    und der Dornenweg mein Leben.
    Wenn mich Kreuz und Unglück drückt
    bin ich erstlich recht beglückt
    und mir wird des Höchsten Blick
    endlich lauter Freude geben.
  5. Secco-Rezitativ
    Zudem kann doch
    das Kreuz nicht ewig währen,
    es fliehet mit der Zeit
    und gibt uns neue Süßigkeit.
    Wenn Hiob bitt’re Zähren
    aus seinen Augen lässt,
    wenngleich das Kreuz der Sara Brust
    wie reife Trauben presst,
    so weicht es doch
    nach Gottes Willen
    und bringt all den’n vollkomm’ne Lust.
    Des Herren Zorn währt einen Augenblick,
    es folgt darauf ein festes Glück.
    Er selbst hat Lust zum Leben
    und will uns auf die Angst Vergnügungsstunden geben.
    Den Abend währet nur das Weinen;
    allein, den Morgen muss uns lauter Lust erscheinen.
    Wenngleich Kometen an dem Himmel steh’n,
    so müssen sie doch einst vergeh’n.
    So kann der Kreuzesweg auch nicht
    den Himmel stets verdunkeln.
    Es muss ein Freudenlicht
    einst wieder funkeln.
    Drum nur getrost, mein Geist!
    Wenn dich das Kreuz fast bis zur Erden reißt,
    so halte nur geduldig aus,
    es wird sich bald verlieren.
    Gott selbst wird dich in Salems Haus
    mit eignen Händen führen.
  6. Arie
    Drücke mich immer, beschwerliche Last.
    Jesus befreiet mich endlich der Banden.
    Sind wir auf Erden bedränget gewesen,
    können wir oben doch wirklich genesen,
    wo nur Vergnügung und Freude vorhanden.