Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1157/43

Unser Leben fähret dahin



Originaltitel:
Unser Leben fähret / dahin / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 16. p. Tr. / 1743.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 16. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1743
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 2
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,str,bc) - d - 3
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,str,bc) - c - C (adagio)
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,vl unis,vla,bc) - F - C (andante)
     6.choral (SATB,str,bc) - d - C (largo)

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Du, o schönes Weltgebäude (Seite 29)
Liedtext: Du, o schönes Weltgebäude

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 12 Seiten;
S, A (2x), T, B: 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-451-46
RISM ID:   450006784
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Unser Leben fähret dahin, als wäre eine Wolke
    da gewest, und zergeht wie ein Nebel,
    von der Sonnen Glanz zertrieben
    und von ihrer Hitze verzehret.
  2. Rezitativ
    Ach, allzu schnell
    läuft unsre Zeit dahin.
    Scheint heut’ das Licht der Lebenstage hell,
    so hat sich’s morgen schon verkrochen.
    Kaum dass die Jünglingsrosen blüh’n,
    so sind sie schon vom Wurm durchstochen.
    Noch will der Mensch, die Erde, oft
    auf seine Kräfte pochen
    und unverhofft
    liegt er im Staub, im Sand.
    O Unbestand!
    Ach Sterbliche, bedenkt’s doch heut’,
    dass ihr hinfällig, sterblich seid.
  3. Arie
    Unser Leben
    ist mit Not und Tod umgeben,
    arme Menschen denkt doch dran.
    Lasst euch allzeit wachend finden,
    macht euch los von allen Sünden,
    dass der Geist,
    wenn ihn Jesus kommen heißt,
    rein von hinnen scheiden kann.
  4. Rezitativ
    Ein Knecht der Eitelkeit
    mag nichts von Sterb-Gedanken hören.
    Er denkt, es sei damit noch Zeit,
    wenn wir bejahrt und schwach
    und sonst des Lebens müde wären.
    Er hört das „Ach!“
    der Traurenden mit Unmut an.
    Er rechnet sich noch viele Jahre
    und viel Vergnügen zu;
    doch eh er sich besinnen kann,
    so liegt er auf der Bahre.
    Ach, armer Staub, wie toll bist du!
    Du denkst nicht an den Tod und ziehst ihn so herbei.
    Ach! denke recht an ihn, so bleibst du von ihm frei.
  5. Arie
    Was soll ich Tod und Sterben scheuen,
    mein Jesus weckt mich wieder auf.
    Wer an Ihn glaubt, der kann nicht sterben,
    er kann im Tod das Leben erben,
    da freut sich meine Seele drauf.
  6. Choral
    Komm, o Tod, du Schlafes Bruder,
    komm und führe mich nur fort.
    Löse meines Schiffleins Ruder,
    bringe mich in sichern Port.
    Es mag, wer da will, dich scheuen,
    du kannst mich vielmehr erfreuen,
    denn durch dich komm ich herein
    zu dem schönsten Jesulein.