Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1157/28

Ach wie nichtig ach wie flüchtig



Originaltitel:
Ach wie nichtig, ach wie / flüchtig / a / 2 Hautb. / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 16. p. Tr. / 1728.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 16. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1728
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 4
Instrumente: ob (2), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.choral (SATB,ob(2),str,bc) - g - C
     2.rec (T,bc)
     3.aria (AT,str,bc) - B - C
     4.choral (1) DC
     5.rec (S,bc)
     6.aria (SB,str,bc) - F - C
     7.rec+acc (B,str,bc)
     8.choral (1) DC

Melodie zum 1. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben (Seite 6)
Liedtext: Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben

Melodie zum 4. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben (Seite 6)
Liedtext: Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben

Melodie zum 8. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben (Seite 6)
Liedtext: Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 9 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 and ob 1, vl 2 and ob 2, vla, vlne, org (=bc): 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: Neudruck in NoackG 1926 - See: NoackG 1926, p.108 /bill - ob only in mov1 and perhaps later added in he part of the vl /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-436-31
RISM ID:   450006215
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Choral
    Ach wie nichtig,
    ach wie flüchtig
    ist der Menschen Leben!
    Wie ein Nebel bald entstehet
    und auch wieder bald vergehet,
    so ist unser Leben, sehet!
  2. Rezitativ
    Hier spielt der Unbestand:
    was heute lacht,
    singt morgen Klagelieder.
    Das Beste ist nur Tand,
    der schönste Pracht
    sinkt in den Moder nieder.
    Kaum blüht der Rosen Schmuck,
    so muss er schon verwelken,
    der Wurm sticht auch die schönste Nelken.
    Der Marmor wird zu Staub gemacht,
    Paläste kann die Zeit verderben.
    Die schönste Kreatur, der Mensch, muss endlich sterben.
  3. Duett
    (A, T:) Alles ist nur Eitelkeit:
    (T:) bauen, (A:) brechen, weinen, (T:) lachen,
    (A:) tanzen, (T:) klagen, (A, T:) alle Sachen
    (A, T:) währen eine kurze Zeit.
    (T:) Reichtum, (A:) Ehre, (A, T:) Pracht und Prangen
    (A, T:) haben kaum noch angefangen,
    (A, T:) ach! so sind sie schon zerstreut.
  4. Choral
    Ach wie nichtig,
    ach wie flüchtig
    ist der Menschen Schöne!
    Wie ein Blümlein bald vergehet,
    wenn ein rauhes Lüftlein wehet,
    so ist unsre Schöne, sehet!
  5. Rezitativ
    Wir wohnen hier in Naïns Gründen,
    wo manche Not
    die Seele traurig macht.
    So schön dies eitle Eden lacht,
    so lässt sich doch
    des Todes Trauerspiel in seinen Auen finden.
    Mein Herz, was hängst du noch
    an dessen Flüchtigkeiten?
    Auf, eile fort,
    im Himmel ist der schöne Ort,
    wo weder Unbestand noch Tod
    noch Trauernacht
    das selt´ne Glück der Seligen bestreiten.
  6. Duett
    Mein Jesu, führe mich zum Leben,
    das nichts vom Tod, vom Sterben weiß.
    Ich will dir dieses gerne geben,
    der Todeskampf, der Todesschweiß
    muss mir ein süßes Manna sein,
    nimmst Du mich dort nur zu Dir ein.
  7. Secco-Rezitativ / Accompagnato-Rezitativ
    Hier ist doch nichts als eitles Wesen;
    wer sich darin vergafft,
    wird oft,
    ach, eh er hofft,
    vom Tode hingerafft.
    Drum hab ich
    jenes Teil erlesen,
    wo weder Tod noch Wechsel ist.
    Komm Jesu, hole mich,
    ich bin gern, wo Du bist.
  8. Choral
    Ach wie nichtig,
    ach wie flüchtig
    sind der Menschen Sachen!
    Alles, alles, was wir sehen,
    das muss fallen und vergehen;
    wer Gott fürcht’t, bleibt ewig stehen.