Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1157/09a

Der Mensch vom Weibe geboren



Originaltitel:
Der Mensch vom Weibe gebohren / √¢ 8 / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso. / Con / Continuo. / Domin. 16 p. Trin. / p. / 1709
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 16. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1709
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 2
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,str,bc) - h - C
     2.aria+coro (S,SATB,str,bc) - G - C
     3.aria+coro (B,SATB,str,bc) - g - 3/2+C (largo)
     4.coro (SATB,str,bc) - c - C+6/4
     5.acc (S,str,bc)
     6.choral (SATB,str,bc) - h - 3

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ich hab mein Sach Gott heimgestellt (Seite 67)
Liedtext: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt

Dichter: ?
Partitur: 18 Seiten;
S (3x), A (2x), T (2x), B (2x): 2, 2, 1, 2, 1, 1, 2, 1, 2 - vl 1 (2x), 2 (2x), vla, vlc, vlne, bc (2x): 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2f.
Kommentar: Eine Continuostimme in a. - Zwei Textblätter beiliegend - mov2&3 ending with the same few bars SATB as a sort of tutti ritornello /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-417-12
RISM ID:   450005727
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Der Mensch, vom Weibe geboren,
    lebet eine kurze Zeit und ist voller Unruhe,
    gehet auf wie ein Blume und fällt ab,
    fleucht wie ein Schatten und bleibet nicht.
  2. Arie / Tutti
    Ich lach’ in meinem Herzen
    bei Jammer Angst und Schmerzen,
    weil die Vergänglichkeit,
    so alle Sachen rühret
    und hin zum Ende führet,
    mir diesen Trost zuschreit:
    Der Mensch lebt kurze Zeit.
  3. Arie / Tutti
    Ich wein’ in meinem Herzen,
    wann mir mit vielem Scherzen
    die Wollust Rosen streut,
    denn mitten im Genießen
    muss ich die Losung wissen.
    Ach, mache dich bereit:
    Der Mensch lebt kurze Zeit.
  4. Tutti
    Es ist ein elend, jämmerlich Ding um aller Menschen
    Leben von Mutterleibe an, bis sie in die Erde
    begraben werden, die unser aller Mutter ist.
    Da ist immer Furcht, Hoffnung und zuletzt der Tod.
  5. Accompagnato-Rezitativ
    Warum beklagt ein Mensch den Abgang seiner Jahre?
    Die Welt bleibt doch ein Lazarett,
    wo eine Not fest bei der andern steht.
    Es dringt mit der Geburt der Tod schon bei uns ein,
    das Kinderhemde muss der Sterbekittel sein
    und unser Lebenstrost ruht auf der Totenbahre.
    Warum beklagt ein Mensch den Abgang seiner Jahre?
  6. Choral
    Ach Herr, lehr’ uns bedenken wohl,
    dass wir sind sterblich allzumal,
    auch wir allhier keins Bleibens han,
    müss’n all’ davon,
    gelehrt, reich, jung, alt oder schön.
    Amen! Mein lieber, frommer Gott,
    bescher’ uns all’n ein’ seel’gen Tod,
    hilf, dass wir mögen allezeit
    bald in dein Reich
    kommen und bleiben ewiglich.