Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1145/11

Angst und Jammer



Originaltitel:
Cantata / Angst und Jammer, Quaal und Trübsahl / a 5 / Voce Sola / 2 Violin / Viol. / Violono / e / Continuo. / Domin. 4 p. Trinit. / 1711.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 4. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1711
Vokal: Sopran
Solostimmen: 1
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.aria (S,str,bc) - g - 3/2
     2.rec (S,bc)
     3.aria (S,str,bc) - c - C (molto adagio)
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,str,bc) - G - C
Dichter: G.C. Lehms
Partitur: 7 Seiten;
S: 4 - vl 1, 2, vla, vlc, vlne, bc: 1, 1, 1, 2, 2, 2f.
Kommentar: true



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-419-09
RISM ID:   450005748
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



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    Text der Kantate:
  1. Arie
    Angst und Jammer, Qual und Trübsal
    sind mein ganzer Lebenslauf.
    Von vergnügten Freudentagen
    kann ich wenig, wenig sagen.
    Doch von tausend herber Pein
    kann das Herz ein Zeuge sein,
    denn es schreibet täglich auf,
    dass mein ganzer Lebenslauf:
    ,Angst und Jammer, Qual und Trübsal.’
  2. Secco-Rezitativ
    Barmherzigkeit, Barmherzigkeit,
    wo bist du doch zu finden,
    wenn Jammer, Ach und Leid
    mein Herz mit Kummer-Seilen binden?
    Kein Mensch lässt sich mein Ach
    zu Herzen gehen,
    und mich ganz trostlos stehen.
    Dies ist die Angst, so mir die Seele bricht!
    Ich richte nicht, verdamm’ auch nicht,
    und muss doch Beides leiden.
    Dies ist die Jammernacht,
    so mir mein Herz Ägypten gleiche macht,
    darinnen Licht und Trost
    von meiner Seite scheiden.
    Vergeben und auch geben
    spürt Feind und Freund an mir
    und dennoch muss ich hier
    ein Klagelied erheben,
    dass mir nur Qual und Pein
    dafür zur Dankbarkeit geschenket sein.
  3. Arie
    Mein Elend drückt mich fast zu Boden
    und stellt mir lauter Marter für.
    Der Schmerz besteht aus solchen Wunden,
    die nicht allein der Leib empfunden,
    die Seele selber blutet mir.
  4. Secco-Rezitativ
    Doch blinde Grausamkeit,
    du wirst noch selbst in diese Grube fallen
    so du mir zugedacht.
    Hilfst du mir nicht und stillst mein Leid,
    so lebt der alte Gott
    und machtv den mir erwies’nen Spott
    durch seine starke Hand zunichte.
    Wenn ich auf den mein Herze richte,
    schenkt er mir eine Panacee,
    die mein erregtes Weh
    durch ihre Kraft entkräftet,
    die Jammertränen stillt,
    und mich mit Fried’ und Ruh’ erfüllt.
    Nun zeigt mein Lebenslauf
    ganz einen andern Inhalt auf:
  5. Arie
    Himmlische Stunden und selige Zeiten
    sind mein ganzer Lebenslauf.
    Von betrübten Jammertagen
    kann ich wenig, wenig sagen,
    aber von vergnügter Lust
    zeuget diese frohe Brust,
    und schreibt itzo täglich auf,
    dass mein ganzer Lebenslauf:
    ,Himmlische Stunden und selige Zeiten’.