Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1140/45

Ihr Lieben glaubet nicht einem jeglichen Geist



Originaltitel:
Ihr lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist.
Abschnitt im Kirchenjahr: Pfingsten
Sonntag im Kirchenjahr: 3. Pfingsttag
Entstehungszeit: 1745
Vokal: Tenor
Solostimmen: 1
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.dictum (T,vl unis,vla,bc) - g - C
     2.rec (T,bc)
     3.aria (T,vl unis,vla,bc) - c - C
     4.rec (T,bc)
     5.aria (T,vl unis,vla,bc) - F - 3 (allegro)
     6.rec (T,bc)
     7.choral (T,vl unis,vla,bc) - g - 12/8 (largo sostentato)

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ach Gott, vom Himmel sieh darein (Seite 4)
Liedtext: Ach Gott, vom Himmel sieh darein

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 0 Seiten;
no parts
Kommentar: no autograph - no parts /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-453-14
RISM ID:   450006853
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist,
    sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind,
    denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen
    in die Welt.
  2. Secco-Rezitativ
    Die stolze Welt ist sonst so klug,
    doch lässt sie sich in Glaubenssachen
    so leichtlich irre machen.
    Sie achtet den Betrug
    der Diebe und der Mörder nicht.
    Sie glaubt, was Der und Jener spricht,
    und lässt sich blind in Schand’ und Irrtum reißen.
    Ein wahrer Christ folgt keinem falschen Licht
    und sollt’ es noch so schöne gleißen.
    Er nimmt nichts ohne Prüfung an;
    das macht, dass ihm kein Irrgeist schaden kann.
  3. Arie
    Ich ehre
    nur meines Jesu Lehre,
    was ihr nicht gleicht, das sei verflucht.
    So kann ich sicher gehen,
    wenn Trennungen entstehen,
    wenn Satan mich zu täuschen sucht.
  4. Secco-Rezitativ
    Wer, ach! zu diesen letzten Zeiten
    das Wort des Herrn,
    den hellen Leitungsstern
    nicht immerfort für Augen hat,
    der kann gar leicht am Glauben Schiffbruch leiden.
    Die stolze[n] Meister der Vernunft,
    die freche Diebs- und Mörderzunft
    begleitet ihren Pfad mit Schein,
    mit prächtig schönen Worten.
    Die Einfalt Jesu ist ihr Spott!
    Ach Gott,
    komm, steure diesem frechen Orden.
  5. Arie
    Fahrt hin, ihr stolze[n] Geister,
    mein Jesus ist mein Meister,
    dem folg’ ich einzig nach.
    Auf seiner reinen Weide
    da find ich Trost und Freude
    und er warnt mich vor eurer Sprach’.
  6. Secco-Rezitativ
    Der Lügengeist
    mag immer seine Wege schmücken.
    Wer Jesum kennt und hier
    auf dessen Auen speist,
    den wird er nicht berücken.
    Er tut allein, was Jesus spricht;
    er kennt die falsche[n] Stimmen
    und solchen folgt er nicht.
    Will gleich der Wolf ergrimmen,
    der Herr ist hier,
    der seine Zähne bricht.
  7. Choral
    Gott woll’ ausrotten alle gar,
    die falschen Schein uns lehren!
    Dazu ihr Zung’stolz offenbar
    spricht: „Trotz! Wer will uns wehren?
    Wir haben Recht und Macht allein,
    was wir setzen, das gilt gemein.
    Wer ist, der uns soll meistern?“