Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1139/40

So halten wir es nun dass der Mensch



Originaltitel:
So halten wir es nun daß der Mensch / gerecht werde / a / 2 Corn / Tymp. / Tromba / 2 Hautb. / Fagotto / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Fer. 2. Pentec. / 1740.
Abschnitt im Kirchenjahr: Pfingsten
Sonntag im Kirchenjahr: 2. Pfingsttag
Entstehungszeit: 1740
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 06.06.1740
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: (fl), ob (2), fg, hn (2), clar, timp (4), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,ob(2),fg,hn(2),timp(4),str,bc) - F - C
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,tra,str,bc) - D - C
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,(fl),fg,vl unis,vla,bc) - G - C
     6.rec (T,bc)
     7.choral (SATB,ob(2),hn(2),timp(4),str,bc) - F - C

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Es ist das Heil uns kommen her (Seite 39)
Strophentext: Der ist gerecht vor Gott allein

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 20 Seiten;
S, A (2x), T, B (2x): 1, 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 1, 2, 2, 2 - ob 1, 2, fag: 1, 1, 1 - cor 1, 2, clno: 1, 1, 1 - timp: 1f.
Kommentar: mov5: fl doubling vl in 8va, indicated as violette in the score - tromba indicated as clarino in the parts /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-448-34
RISM ID:   450006585
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    So halten wir es nun, dass der Mensch gerecht
    werde ohne des Gesetzes Werke, allein
    durch den Glauben.
  2. Rezitativ
    Lehrt man „Der Glaube kann gerecht
    und ewig selig machen”,
    so wollen manche lachen.
    Dies Mittel deucht sie, viel zu schlecht
    zu solcher Kraft zu sein.
    Gar recht!
    Ihr irriger und blinder Wahn
    meint, Glaube sei nur Wissen und Gedanken.
    Hier stimmt ein Redlicher mit ein,
    dass das nicht selig machen kann.
    Allein!
    Wisst: Glauben heißt uns eine Kraft
    aus Gott, die uns zu neuen Menschen schafft.
    Wer tadelt dies? Wer will hierüber zanken?
  3. Arie
    Jesus leget meinem Glauben
    große Kraft und Ehre bei,
    dass ich dadurch selig sei.
    Sollte wohl ein leeres Denken,
    ohne Gott sein Herz zu schenken,
    von so großem Segen sein?
    Nein, ach nein!
    Dem Glauben
    rechter Art,
    dem wird solches Glück gespart.
    Trutz, der mir den Trost will rauben!
  4. Rezitativ
    Wer redlich glaubt, sucht nicht in sich
    nach seinem Tun. O, nein!
    Allein
    in Christo Trost und Leben!
    Und wird ihm das gegeben,
    so liebt er Jesum inniglich;
    er tritt sogleich in dessen Dienste ein.
    Sein Herz verflucht, was Sünde heißt, und klebt ihm etwas an,
    so seufzt er „Ach, wär’s abgetan!“
    Er ringt stets fort, durch Christi Geist
    und dessen Kraft Sünd’, Welt und Feind zu überwinden.
    Wer sich hier so lässt finden,
    der glaubt, der heißt gerecht
    und kommt gewiss zu Gott als ein getreuer Knecht.
  5. Arie
    Glauben und auch Sünde treiben,
    das kann nicht beisammen steh’n.
    Aus den Werken
    kann man bald den Glauben merken:
    Wer an schnöden Lüsten hanget,
    ob er gleich mit Glauben pranget,
    der wird einst verloren geh’n.
  6. Rezitativ
    Ihr Seelen, ach! macht guten Unterscheid.
    Vermengt den Glauben nicht mit Werken,
    doch lasst auch keine Trennung merken.
    Glaubt ihr und tut auch recht, denn hofft die Seligkeit.
  7. Choralstrophe
    Der ist gerecht vor Gott allein,
    der diesen Glauben fasset.
    Der Glaub’ gibt aus von ihm den Schein,
    so er die Werk nicht lasset.
    Mit Gott der Glaub’ ist wohl daran,
    dem Nächsten wird die Lieb’ Gut’s tun
    bist du aus Gott gebohren.