Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1133/46

Ein Weib wenn sie gebieret



Originaltitel:
Ein Weib wenn sie gebiehret / so hat sie / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Basso / e / Continuo. / Dn. Jubilate / 1746. / ad / 1737.
Abschnitt im Kirchenjahr: Ostern
Sonntag im Kirchenjahr: Jubilate (3. Sonntag nach Ostern)
Entstehungszeit: 1746
Vokal: Sopran, Alt, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.dictum (A,str,bc) - G - C
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,vl unis,vla,bc) - D - 3 (largo)
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,vl unis,vla,bc) - e - C (andante)
     6.choral (SAB,str,bc) - G - C (largo)
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 10 Seiten;
S, A, B: 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Edition: vorhanden
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-454-14
RISM ID:   450006891
Graupner-Werke-Verzeichnis:   157630000001192037
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Ein Weib, wenn sie gebieret,
    so hat sie Traurigkeit; denn
    ihre Stunde ist kommen. Wenn
    sie aber das Kind geboren hat,
    denket sie nicht mehr an die Angst
    um der Freude willen, dass der
    Mensch zur Welt geboren ist.
  2. Secco-Rezitativ
    Ihr Glaubige, macht euch darauf gefasst,
    hier ist das Trauren, dort die Freude,
    hier Hunger, dort die Weide.
    Die Kreuzeslast
    muss erst die Schultern drücken,
    soll euch die süße Ruh’ erquicken.
    Doch unverzagt!
    Die Hoffnung, einst das Gute zu genießen,
    kann, wenn euch hier der Kummer plagt,
    das Leidensmara leicht versüßen.
  3. Arie
    Ohne Schmerzen
    kann ein Weib kein Kind nicht herzen.
    Nein, nein!
    Auf’s Weh trifft solches ein.
    Soll der neue Mensch entstehen,
    so muss erst das Herz in Wehen
    wahrer Buß’ gewesen sein.
  4. Secco-Rezitativ
    Im Reiche der Natur
    hat man die klare Spur,
    wie alles durch ein Weh
    geboren und zum Flor befördert werde.
    Ein Körnchen fault erst in der Erde,
    dann wächst es in die Höh’.
    Der Schnitt macht, dass der Weinstock weint,
    eh’ seine Frucht erscheint.
    Das Gold wird in der Glut
    zu seinem Glanz erhoben.
    Des Vaters Zucht und Rut’
    macht endlich wohlgerat’ne Kinder.
    Ach, merkt es doch, ihr zarte Sünder:
    Ihr wollt hier ohne Leiden sein?
    Glaubt’s, ohne solche Proben
    geht niemand in den Himmel ein.
  5. Arie
    Ohne Tränen, ohne Leiden
    geht man nicht zum Saal der Freuden.
    Frommes Herze, gib dich drein.
    Fasse nur getrosten Mut,
    endlich wird doch alles gut.
    Auf die Nacht der Kreuzesplagen
    wird die Freudensonne tagen.
    Drauf fällt keine Nacht mehr ein.
  6. Choralstrophe
    Mensch, drückt ein Kreuz dich ohne Ziel,
    ist auch des Leidens noch so viel,
    werd’ ja nicht zum Rebellen.
    Stärk’ deinen Mut,
    Gott meint es gut.
    Dies wird zuletzt erhellen.