Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1124/16

Sehet welch ein Mensch



Originaltitel:

Abschnitt im Kirchenjahr: Fastenzeit
Sonntag im Kirchenjahr: Judica (5. Sonntag der Passionszeit)
Entstehungszeit: 1716
Vokal: Sopran
Solostimmen: 1
Instrumente: fg, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.aria (S,str,bc) - Es - 3/2
     2.acc (S,str,bc)
     3.aria (S,vl unis,fg,bc) - c - C
     4.acc (S,str,bc)
     5.aria (S,fg,str,bc) - Es - 12/8
Dichter: G.C. Lehms
Partitur: 0 Seiten;
no parts
Edition: vorhanden
Kommentar: no parts - 1709 on titlepage is an error. Should be 1716, based on Text /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-417-01
RISM ID:   450005716
Graupner-Werke-Verzeichnis:   157630000001187325
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Arie
    Sehet, welch ein Mensch ist das!
    Sehet, wie sein Haupt zerschlagen,
    wie sein Leib verwundet ist,
    wie das Blut so häufig fließt!
    Ach! wer macht ihm diese Plagen,
    ach! wer mach ihm diese Not?
    Ich und du sind diese Sünder
    und verruchte Höllenkinder,
    Wir, wir stürzen ihn in Tod.
    Sehet, welch ein Mensch ist das!
  2. Accompagnato-Rezitativ
    Ihr Menschen kommt, seht diesen Menschen an,
    dem ihr mit euren Sünden
    dergleichen Unrecht angetan.
    Könnt ihr ein Haupt, ein Antlitz finden,
    das ärger zugerichtet ist
    und fast in Blut und Speichel fließt?
    Ihr Menschen kommt, seht diesen Menschen an,
    den ihr mit eurer Lasterhand
    so jämmerlich zerschlagen.
    Könnt ihr von solchen Schmerzen sagen,
    die Jesus in der Seele fand?
    Sagt, habt ihr seine Banden,
    sein Leid und seine Höllenpein
    und seinen bittern Tod zugleich mit ausgestanden?
    Ach! Dies kann schwerlich sein!
    Drum kommt herbei, seht diesen Menschen an.
  3. Arie
    Möchte nicht das Herz zerspringen
    und gleich mit dem Tode ringen
    wenn wir mit den Augen sehn,
    was an dir, mein Gott, gescheh’n.
    Ach! du liegst im Blut vergraben,
    Gall’ und Essig soll dich laben
    und kein Mensch erbarmet sich,
    liebster Heiland, über dich.
  4. Accompagnato-Rezitativ
    Und kein Mensch erbarmet sich,
    liebster Heiland, über dich!
    Wie kann dies möglich sein,
    da dir die ganze Welt
    ja sonst zu deinen Füßen fällt?
    Ach! deine Liebe macht’s allein
    und deine Menschheit stürzt dich in den Tod hinein.
    Wiewohl musst du gleich hier
    als ein Spectacul steh’n,
    wirst du doch einst zur rechten Gottes geh’n
    und die verdammten Juden richten,
    die dich anitzt so sehr vernichten.
    Ich aber wische dir
    dein Blut mit meinen Tränen ab
    und nehm’ es mit ins Grab,
    damit ich einst mit Nachdruck zeigen kann,
    wie weh und schmerzlich mir
    dein Golgatha getan.
  5. Arie
    Süßes Blut,
    deine Flut
    segne mein schmerzliches Sterben.
    So kann ich
    seliglich
    Himmel und Leben ererben.