Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1122/53

Ach Gott wie lange soll der Widerwärtige



Originaltitel:
Ach Gott! Wie lang / soll der Widerwärtige / a / 2 Corn / 2 Flaut. Tr. / 2 Fagott / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. Oculi / 1753. / ad / 1731.
Abschnitt im Kirchenjahr: Fastenzeit
Sonntag im Kirchenjahr: Oculi (3. Sonntag der Passionszeit)
Entstehungszeit: 1753
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: fl (2), fg (2), hn (2), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro+acc (T,B+SATB,hn(2),str,bc) - Es - C (tempo d'allabreve moderato+/)
     2.aria (B,fl(2),fg,hn(2),str,bc) - c - C (tempo d'allabreve moderato)
     3.rec (S,bc)
     4.aria (S,fl(2),fg(2),hn(2),str,bc) - Es - C (tempo d'allabreve moderato)
     5.acc (T,str,bc)
     6.choral (SATB,fl(2),hn(2),str,bc) - Es - C

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ach Herr, mich armen Sünder (Seite 4)
Liedtext: Ist Gott für mich, so trete

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 16 Seiten;
S, A, T, B: 2, 1, 1, 2 - vl 1, 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 2, 2, 2 - fl 1, 2, fag 1, 2: 2, 2, 1, 1 - cor 1, 2: 1, 1f.
Kommentar: Die Continuostimme ist mit Organo bezeichnet-See: NoackG 1926, p.279



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-461-04
RISM ID:   450007087
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum/Accompagnato-Rezitativ/Dictum/Accompagnato-Rezitativ
    Ach Gott, wie lange soll der Widerwärtige
    schmähen und der Feind Deinen Namen so
    gar verlästern?
    Wenn Gottes Sohn
    des Teufels Werk zerstöret,
    so hat’s die Welt nur ihren Hohn.
    Sie spricht (ist’s je erhöret?),
    der Teufel hab’ es selbst getan.
    Verwegnes Wort, boshafter Wahn!
    So gedenke doch des, dass der Feind den
    Herrn schmähet und ein töricht Volk lästert
    Deinen Namen.
    Ihr Lästergift soll heil’ger Eifer heißen.
    Ach! wohl vor Satans Ehr!
    Sie gleißen
    in Satzungen, in übertünchter Lehr’.
    Im Leben sind sie frech und wild,
    entlarve doch, Herr, dieses Höllenbild.
  2. Arie
    Beuget euch, ihr Höllensklaven,
    Gottes Finger macht euch frei.
    Kommt und eilt zum Freiheitsstande,
    werft doch weg die Höllenbande,
    Gottes Sohn reißt sie entzwei.
  3. Rezitativ
    Wer aber achtet dies?
    Sie sind von Satans Macht besessen;
    doch ist ihr Herz vermessen,
    es liebt die Finsternis.
    Das Rettungslicht
    will ihre düstre Augen blenden;
    sie sehen und verstehen nicht
    das Gnadenwerk von Jesus Händen,
    das sie zur Freiheit reizen soll.
    Wie ist die Welt so blind, so toll!
  4. Arie
    Ich sehe, Jesu, Deine Gnade,
    hie bin ich Arme, rette mich.
    Will die Welt deswegen schmähen,
    so will ich Deinen Ruhm vermehren.
    Wer Dich nicht ehrt, der hasset sich.
  5. Accompagnato-Rezitativ
    Und setzt der Feind aufs neue an,
    so wird mich Deine Hand bedecken
    dass er nicht schaden kann.
    Ich will dafür mich Deinen Diener nennen,
    kein Feind, kein Schrecken
    soll mich von diesem Vorsatz trennen.
  6. Choral
    Kein Engel, keine Freuden,
    kein Thron, kein’ Herrlichkeit,
    kein Fliehen und kein Leiden,
    kein Angst und Fährlichkeit,
    was man nur kann erdenken,
    es sei klein oder groß,
    der’ Keines soll mich lenken
    aus Deinem Arm und Schoß.