Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1122/43

Wo blickst du hin o Seelenfreund - oT: Die Treue Vorsorge des sterbenden Jesu für seine betrübte Mutter



Originaltitel:
Wo blickst du hin o Seelen / Freund / Das dritte Wort. / Die treue Vorsorge deß sterbenden / Jesu, vor seine betrübte Mutter. / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dominica Oculi / 1743.
Abschnitt im Kirchenjahr: Fastenzeit
Sonntag im Kirchenjahr: Oculi (3. Sonntag der Passionszeit)
Entstehungszeit: 1743
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.acc (T+B,str,bc)
     2.aria (AT,str,bc) - G - 3
     3.rec+acc (B,str,bc)
     4.aria (B,vl unis,vla,bc) - B - C (vivace)
     5.rec (T,bc)
     6.choral (SATB,str,bc) - G - C (largo)
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: Passionszyklus Die Sieben Wort 3 - Die Titel D DS Mus.ms 451/11-14, 16, 18, 19 sind durch "Das erste, zweite usw. bis siebte Wort" als zusammengehörig gekennzeichnet - mov1 indicated in voval parts as Rec/Dictum/Rec/Dictum (B is singing the Words of Jesus) /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-451-13
RISM ID:   450006751
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



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    Text der Kantate:
  1. Accompagnato-Rezitativ / Dictum / Accompagnato-Rezitativ / Dictum/
    Wo blickst Du hin, o Seelenfreund!
    Nicht so!
    Nach Deiner Mutter Herzen,
    das blut´ge Tränen weint,
    das jetzt bei Deinen Schmerzen
    ein schneidend´ Schwert durchsticht!
    Doch stille! Jesus spricht:
    “Weib, siehe, das ist dein Sohn!”
    Wer ist gemeint? Und wer soll Jesus Bruder sein
    Pilatus? Hannas? Nein!
    Kein Reicher ist es nicht!
    Ein armer Freund, den Jesus liebt,
    der Jesus Willen übt,
    der ist´s, zu dem Er spricht:
    „Siehe, das ist deine Mutter!“
  2. Arie/Duett
    Jesu, ach, liegt Deinem Herzen
    unter tausend Qual und Schmerzen
    armer Menschen Not noch an.
    Ja, Du sorgest vor die Deinen,
    niemand ist auch, der ihr Weinen
    und ihr Trauren stillen kann.
  3. Secco-Rezitativ / Accompagnato-Rezitativ
    Jedoch warum, mein Heiland, sagst Du: „Weib
    Wie? Trug dich nicht ihr keuscher Leib,
    hast Du nicht ihre Brust gesogen?
    Vergissest Du die Mutter-Treu´,
    womit sie Dich erzogen?
    Ach nein! Jetzt fällt mir´s [bei]
    [Ach nein! Jetzt fällt mir´s] bei!
    Du schontest weislich einer Schwachen.
    Du wolltest sie dem Hohn
    der Feinde nicht zum Vorwurf machen,
    als die dergleichen Sohn,
    wie Du, zur Welt gebracht.
    Und hättest du „Ach, Mutter, ach!“ gesprochen,
    so hätte dieses Wort sofort
    ihr Herz noch mehr durchstochen.
    So hast Du alles wohl gemacht.
    Du gabst auch andern zu verstehen,
    dass sie an Dir den Weibes-Samen sähen.
  4. Arie
    Armes Herz, sei ohne Sorgen,
    Jesus nimmt sich deiner an.
    Will dich jederman verlassen,
    will man dich dabei noch hassen:
    Unverzagt! Es liegt nichts dran.
  5. Secco-Rezitativ
    Wer Jesum liebt und Seinen Willen tut,
    den wird er mehr als Bruder, ja, als Mutter lieben.
    Ein solcher darf sich nicht betrüben.
    Fehlt´s ihm an Freunden, Gut und Ehr´, was ist´s?
    Wen Jesus liebt, der hat´s in Allem gut.
  6. Choralstrophe
    Jesu, meiner Seelen Ruh´
    und mein bester Schatz dazu,
    Alles bist Du mir allein,
    sollst auch ferner Alles sein.