Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1121/41

Christus der uns selig macht - oT: Das Äusserliche Leiden des Heilands im Garten



Originaltitel:
Christus der uns seelig macht / a / Chalumeau / 2 Hautb. / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. Reminiscere / 1741. / [heading:] Das äußerliche Leydten deß Heylands im Garten.
Abschnitt im Kirchenjahr: Fastenzeit
Sonntag im Kirchenjahr: Reminiscere (2. Sonntag der Passionszeit)
Entstehungszeit: 1741
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: chals, ob (2), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.choral (SATB,chals,ob (2),str,bc) - c - C
     2.acc (B,str,bc)
     3.aria (B,ob,str,bc) - B - C+12/8 (vivace)
     4.acc (S,str,bc)
     5.aria (S,str,bc) - g - C
     6.acc (T,str,bc)
     7.choral (SATB,chals,ob(2),str,bc) - C - 6/4
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 14 Seiten;
S, A (2x), T, B (2x): 1, 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), vl 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2 - chalumeau: 1f. Incpl: ob 1, 2 missing
Kommentar: Passionszyklus 3 - Beiliegend 1 Blatt Partiturabschrift des Rezitativ "Mein Jesu" /bill - chal.part with pencil changed to "oboe" /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-449-11
RISM ID:   450006629
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



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    Text der Kantate:
  1. Choralstrophe
    Christus, der uns selig macht,
    kein Bös’ hat begangen.
    Der ward für uns in der Nacht
    als ein Dieb gefangen,
    geführt für gottlose Leut’
    und fälschlich verklaget,
    verlacht, verhöhnt und verspeit,
    wie dann die Schrift saget.
  2. Accompagnato-Rezitativ
    Mein Jesu, Seelenbräutigam,
    ist’s nicht genug, dass Du die Flammen
    von Gottes strengem Zorn gefühlt,
    und sie mit Angstschweiß abgekühlt?
    Es rotten sich,
    vollkommen reines Lamm,
    die Wölfe wider Dich zusammen
    und Du sollst ihre Beute sein?
    Verbirg Dich,
    fleuch, lass Dich die Engel schützen,
    lass Wetterstrahlen auf sie blitzen!
    Doch nein!v Du lässest sie so ferne machen,
    Du gehst und gibst Dich Selbst in ihren Rachen.
  3. Arie
    Schwert und Stangen, starke Scharen
    fangen Jesum nicht, o nein!
    Lieb’ und Eifer, mich zu retten,
    das sind Fesseln, das sind Ketten.
    Diese schließen Jesus Hände,
    dass Er Gottes Rat vollende,
    in der Feinde Bande ein.
  4. Accompagnato-Rezitativ
    Die Andacht steht entzückt,
    wenn sie, o Jesu, Strick und Bande
    an Dir, dabei in solchem Stande
    ein Wunder der Geduld, erblickt.
    Ein kühnes Mordgeschlecht
    rückt auf Dich
    an mit Fackeln, Schwert und Stangen
    und es erfrecht
    sich, Dich
    als einen Mörder aufzufangen.
    Die Deinen flieh’n, Du nicht,
    Du stellst Dich
    Deiner Schlächter Schar
    gelassen dar.
    Du lässest Dich in ihre Fesseln legen.
    Du strafst den Freund, der vor Dich ficht,
    den Feind heilst Du von seinen Schlägen.
    Man reißt, man schleppt Dich unsanft fort,
    Du sprichst kein Wort.
    Du sträubst Dich nicht in Deiner Mörder Netzen.
    Warum? Du willst die Welt in Freiheit setzen.
  5. Arie
    Das Lamm, mein Heiland, liegt gefangen,
    der Tod ist Ihm schon zugedacht.
    Die Last von Seinen Marterbanden
    und was Er darin ausgestanden
    macht mich von Höllen Stricken los.
    Ach, wie so groß
    ist, Jesu, Deiner Liebe Macht.
  6. Accompagnato-Rezitativ
    Gebund’nes Lämmlein, schließe mich
    in Deine Liebesbande ein.
    In solchem Stand werd ich
    in angenehmster Freiheit sein.
    Mein Glaube soll von Dir nicht wanken,
    ich werde Dir stets fort für Deine Marter danken.
  7. Choralstrophe
    Du, ach Du, hast ausgestanden
    Lästerreden, Spott und Hohn,
    Speichel, Schläge, Strick und Banden,
    Du gerechter Gottes Sohn,
    nur mich Armen zu erretten
    von des Teufels Sündenketten.
    Tausend-, tausendmal sei Dir,
    liebster Jesu, Dank dafür.