Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1117/46

Ach es geht mir wie einem



Originaltitel:
Ach! es gehet mir wie einem / der im Weinberge / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. Septuag. / 1746. / ad / 1737.
Abschnitt im Kirchenjahr: Vorfastenzeit
Sonntag im Kirchenjahr: Septuagesimae (3. Sonntag vor der Passionszeit)
Entstehungszeit: 1746
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.dictum (T,str,bc) - c - C (largo)
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,str,bc) - C - C
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,str,bc) - G - C
     6.choral (SATB,str,bc) - c - 3
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Edition: vorhanden
Kommentar: eine Violonestimme beziffert /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-454-04
RISM ID:   450006881
Graupner-Werke-Verzeichnis:   157630000001191997
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Ach! Es gehet mir wie einem, der im
    Weinberge nachlieset, da man keine
    Trauben findet zu essen, und wollt’ doch
    gern der besten Früchte haben.
  2. Secco-Rezitativ
    Es fehlt
    in Gottes Weinberg nicht an Reben,
    doch werden wenige gezählt,
    die rein’ und reiche Früchte geben.
    Ach! Wer ist schuld daran?
    Gott nicht,
    Er sorgt mehr, als man fordern kann.
    Die Menschen stehen leider müßig,
    sie sind in ihren Lüsten
    der Arbeit überdrüssig,
    drum kommt so wenig Segen ein.
    Ach, wisst ihr nicht,
    ihr träge Christen,
    wer Trauben lesen will, muss täglich fleißig sein.
  3. Arie
    Edle Reben
    pflegen, süße Frucht zu geben,
    aber nur auf sauren Schweiß.
    Ohne Arbeit, ohne Plagen,
    hier den Christen-Namen tragen,
    kann nicht sein,
    und des Himmels Freudenwein
    schmeck man erst nach vielem Fleiß.
  4. Secco-Rezitativ
    Ach, welche Müh’
    gibt man sich, einen Berg mit Reben anzusetzen.
    Da ist kein Tag so heiß,
    man pflanzt, man baut, man pfleget sie.
    Warum? Man weiß,
    die süße Frucht wird uns ergötzen.
    Ach, aber ach! Wie träg’ ist unser Herz,
    des Himmels Kleinod zu erringen.
    Ein kleiner Kampf, ein kleiner Schmerz
    ist unserm Fleische gleich zu viel.
    Ach, möchten wir dem vorgesteckten Ziel
    auch so wie oftmals eitlen Dingen
    in frohem Lauf entgegen geh’n,
    wie fruchtbar würde nicht der Weinberg Gottes steh’n.
  5. Arie
    Erwecke mich, mein Gott, zum Bau der Seelen.
    Mein Herz ist träg’ zur Arbeitslast.
    Durch Deinen Trieb wird schwachen Reben
    die Kraft zur guten Frucht gegeben.
    Nimmt endlich Last und Hitze zu:
    Ich freue mich der Abendruh’,
    die Du, mein Herr versprochen hast.
  6. Choralstrophe
    Du musst das Gute selbst vollbringen
    in Worten, Werken und Verstand.
    Drum reiche nur in allen Dingen
    aus Gnaden Deine Vater-Hand.
    Denn hier gilt nicht, wer rennen kann,
    bloß kommt’s auf Dein Erbarmen an.