Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1112/43

Wo ist mein Jesus ach verloren



Originaltitel:
Wo ist mein Jesus? Ach! / Verlohren / a / 2 Violin / Viola / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 1. p. Epiph. / 1743.
Abschnitt im Kirchenjahr: Epiphanias
Sonntag im Kirchenjahr: 1. Sonntag nach Epiphanias
Entstehungszeit: 1743
Vokal: ATB
Solostimmen: 2
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (ATB,str,bc) - G - 3 (largo)
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,vl unis,vla,bc) - C - C (vivace)
     4.rec (T,bc)
     5.choral (ATB,str,bc) - G - 3

Melodie zum 5. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Hast du denn, Jesu, dein Angesicht gänzlich verborgen (Seite 50)
Liedtext: Hast du denn, Jesu, dein Angesicht gänzlich verborgen

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 10 Seiten;
A, T, B: 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-451-3
RISM ID:   450006741
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Ario/Chor
    Wo ist mein Jesus? Ach, verloren!
    O Wort, das Herz und Seel’ durchsticht.
    Ach, Schönster! Wo bist Du verborgen?
    Erbarm’ Dich mein’ in meinen Sorgen.
    Ach, zeige Dich,
    erfreue mich.
    Komm, eh’ mein Herz verzagend bricht.
  2. Secco-Rezitativ
    Betrübte Frucht der Sicherheit!
    Wer Jesum kennt
    und wem Er Seine Freundlichkeit
    im Umgang und recht zarter Liebe
    gewährt und gönnt,
    ach, der versteht,
    wie sehr die Not betrübe,
    wenn das Gefühl von solchem Trost entgeht.
    Und, ach, die besten Seelen
    erfahren diesen Jammerstand.
    Wenn ihre Glaubenshand
    den Seelenfreund nicht immer fasst:
    Sie denken, der gewohnte Gast
    könn’ ihnen nie mit Seinem Troste fehlen.
    Auch das heißt Sicherheit,
    die dieses nach sich ziehet,
    dass Jesus sich verbirgt und fliehet
    und eine kleine Zeit
    macht Seinen Freunden tausend Schmerzen.
    Doch alles das ist fremd bei unerfahr’nen Herzen.
  3. Arie
    Jesus weicht oft auch von Freunden,
    doch nur eine kleine Zeit.
    Sein Entziehen
    ist ein heiliges Bemühen,
    ihre Liebe zu vergrößern
    und die Fehler zu verbessern,
    wenn die Welt den Sinn zerstreut.
  4. Secco-Rezitativ
    Die Weisheit spielt mit Menschenkindern
    gar oft ein Trauerspiel!
    Jedoch sie weiß auch Zeit und Ziel,
    wenn sie den Jammer mindern
    und ihre Freunde trösten soll.
    Die Welt kennt diese Wege nicht.
    Sie denkt: Das Freudenlicht
    kann dem, der Gott und Jesum liebt,
    auch keine Stunde untergehen.
    Sie irrt: Der Herr betrübt
    die Seinen oft,
    doch muss es so geschehen,
    dass sie zuletzt Sein Angesicht
    mit desto größ’rer Freude sehen.
  5. Choralstrophe
    Muss ich in diesem betrübten und zeitlichen Leben
    gleich in des Todes gefährlichen Schranken stets schweben,
    so wird mir dort
    Jesus am seligen Ort
    himmlische Freiheit doch geben.