Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1106/45

Jerusalem wie oft habe ich



Originaltitel:
Jerusalem, wie offt habe ich / deine Kinder / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Fer. 2. Nativ. Chr. / 1745. / ad / 1737.
Abschnitt im Kirchenjahr: Weihnachtszeit
Sonntag im Kirchenjahr: 2. Weihnachtstag
Entstehungszeit: 1745
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.dictum (T,str,bc) - f - C (grave)
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,str,bc) - G - C
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,str,bc) - C - 12/8
     6.choral (SATB,str,bc) - F - C (largo)

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
O Mensch, bewein dein Sünde groß (Seite 113)
Liedtext: Ach, lieber Mensch, erkenne recht

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-453-36
RISM ID:   450006875
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Jerusalem, Jerusalem, wie oft habe ich
    deine Kinder versammlen wollen, wie
    eine Henne versammlet ihre Küchlein
    unter ihre Flügel und ihr habt nicht gewollt.
  2. Secco-Rezitativ
    Ein Tier ernährt und schützet seine Brut,
    und weil ihr dieses gütlich tut,
    so macht ein kleiner Lock sie auch zur Folge willig.
    Ach, Sünder! Ist’s nicht billig,
    dass du die Stimme Jesu hörst?
    Was tut Er nicht an dir!
    Er will dich noch mit Gnadenflügeln decken.
    Und, ach! du kehrst
    Ihm immerfort den Rücken zu.
    O Mensch, wie schändlich handelst du!
    Ach, lass dich doch ein unvernünftig’ Tier
    zu einem andern Sinn erwecken.
  3. Arie
    Bei Jesus Locken
    sein Herz verstocken,
    heißt mehr als tierisch sein.
    Wer Gott verspottet
    wird ausgerottet.
    Sein rechter Lohn ist Höllenpein.
  4. Secco-Rezitativ
    Bespieg’le dich,
    o Sünder, an der Art der Tiere.
    Entzieh’n sie sich,
    wenn sie ein Führer warnt und lockt,
    damit er deren kein’s verliere?
    Gewisslich nein!
    Sie stellen sich
    gehorsam ein.
    Ach, bist du denn so gar verstockt?
    Dein Herz hat sich
    von Jesu abgewendet,
    Er aber nimmt sich deiner an,
    da Er dir ruft, da Er die Boten sendet.
    Doch kehrst du dich nicht dran!
    Versäume doch nicht so die Gnadenzeit
    und schäme dich der Widerspenstigkeit.
  5. Arie
    Seele, fleuch auf Zions Hügel
    unter Jesus Gnadenflügel,
    der dir Trost und Schutz verschafft.
    Bist du schwach und abgemattet:
    Wenn dich Jesus überschattet,
    so erlangst du neue Kraft.
  6. Choralstrophe
    Herr, der Du bist von Ewigkeit,
    ein Gott von großer Herrlichkeit,
    von Güte, Macht und Ehre.
    Dich ruf’ ich an herzinniglich,
    mit Deiner Gnad’ umfahe mich,
    Dein Wort und Recht mich lehre.
    Den Heil’gen Geist verleihe mir,
    Der mich zu Jesu Christo führ’,
    dass ich recht glaub’ und lebe.
    Du selbst, o Herr, regiere mich
    zu Deinen Ehren, auf dass ich
    der Sünd’ stets wiederstrebe.