Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1106/41

Es ist leider zu beklagen



Originaltitel:
Es ist leyder zu be- / klagen / a / 2 Violin / Viola / 2 Oboen / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Fer. 2. Nat. Chr. / 1741. [changed to 1742.]
Abschnitt im Kirchenjahr: Weihnachtszeit
Sonntag im Kirchenjahr: 2. Weihnachtstag
Entstehungszeit: 1741
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 2
Instrumente: ob (2), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.choral (SATB,ob(2),str,bc) - D - C
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,ob(2),str,bc) - c - C
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,vl unis,vla,bc) - A - 3 (affettuoso)
     6.choral (1) DC
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 13 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 2, 1, 2 - ob 1, 2: 1, 1f.
Edition: nicht bekannt
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-449-58
RISM ID:   450006676
Graupner-Werke-Verzeichnis:   157630000001191177
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Choralstrophe
    Es ist leider zu beklagen,
    ja, wem bricht das Herze nicht,
    wenn man siehet so viel tausend
    fallen an dem hellen Licht.
    Ach, wie sicher schläft der Sünder!
    Ist es nicht ein großes Wunder?
  2. Secco-Rezitativ
    O böse Welt, o böse Zeit!
    Des höchsten Lehrers Freundlichkeit,
    die doch so treu zur Buße leitet,
    wird, ach, verlacht.
    Was Menschenwitz erdacht,
    was wider Gott und Seine Wahrheit streitet,
    dem hängt man hitzig an.
    Die Schrift heißt ‚Einfalt, armer Wahn!’.
    So rennt die Welt in ihr Verderben.
    O Unvernunft, ruchloser Sinn!
    Verstocktes Volk, wo denkst du hin?
    Ach, warum willst du ewig sterben?
  3. Arie
    Ändert euch, verweg’ne Herzen!
    Gottes Gnade frech verscherzen,
    ist ein allzu tolles Tun.
    Ach, ist das umsonst getan!
    Kommt, sonst kommt sein Zorn gegangen.
    Wo Sein Locken nichts verfangen,
    da wird Seine Rache ruh’n.
  4. Secco-Rezitativ
    Ach, dass man solchen Greu’l
    gleichwohl in Salems Grenzen siehet!
    Wenn Jesus lockt, wenn seine Liebe ziehet,
    was hilft’s, wer stellt sich ein?
    Der Mund nimmt zwar an Jesu Teil,
    allein, das Herz bleibt in der Eitelkeit.
    Sich zu der Buße zu bequemen,
    will vielen ungemächlich sein,
    so spottet man der Gnadenzeit.
    Verfall’ne Christenheit,
    was wird’s mit dir noch vor ein Ende nehmen?
  5. Arie
    Würde doch vor Babels Wunden
    eine Arzenei erfunden,
    doch der Schade[n] ist zu groß!
    Ach, es fällt
    alle Welt
    immer tiefer in die Sünden.
    Will sie gleich ein Arzt verbinden,
    so reißt sie das Heilband los.
  6. Choralstrophe
    Unterdessen, Herr, mein Herrscher,
    will ich treulich lieben Dich,
    denn ich weiß, Du treuer Vater,
    dass Du heimlich liebest mich.
    Zeuch mich kräftig von der Erden,
    dass mein Herz mag himmlisch werden.