Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1104/48

Wer bin ich Armer



Originaltitel:
Wer bin ich Armer, Asch / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 4. Adv. / 1748. / ad / 1734.
Abschnitt im Kirchenjahr: Advent
Sonntag im Kirchenjahr: 4. Advent
Entstehungszeit: 1748
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.aria (B,str,bc) - A - 3
     2.rec (B,bc)
     3.choral (SATB,str,bc) - a - 3
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,vl unis,vla,bc) - G - 3
     6.rec (T,bc)
     7.choral (3) DC
Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Edition: nicht bekannt
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-456-32
RISM ID:   450006991
Graupner-Werke-Verzeichnis:   157630000001192437
Faksimile an der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Arie
    Wer bin ich armer? Asch´ und Erde!
    Gebührt mir Ruhm und Ehre? Nein!
    Ich bin nur Ton, Gott ist der Töpfer.
    Bereitet mich der große Schöpfer,
    so kann ich endlich etwas sein.
  2. Secco-Rezitativ
    Ihr Stolze dieser Zeit,
    die ihr so streng nach Ruhm und Ehre ringt,
    und eure Nichtigkeit
    wohl selbst durch Eigenlob besingt.
    Ach, denkt zurück,
    tut einen Blick
    auf einen großen Glaubenshelden,
    den Jesus Selbst den größten Menschen nennt.
    Er will nichts mehr als eine Stimme gelten.
    Reizt ihn die Welt zu großer Ehre,
    er mag sie nicht, nein, er bekennt,
    er sei nicht, was die Leute denken.
    Eilt, Sterbliche, nach seinem Sinn und Lehre
    auch eures Herzens Sinn zu lenken.
  3. Choralstrophe
    Reiß alles aus aus meiner Seelen,
    was Dich nicht sucht und Deine Ehr´.
    Ja, wollte es sich auch verhehlen,
    so prüfe es je mehr und mehr
    mein´ innere Beschaffenheit
    und gib mir Herzens Redlichkeit.
  4. Secco-Rezitativ
    Der hat recht großen Ruhm,
    der auch den Reichtum seiner Gaben
    nicht vor sein Eigentum,
    ach nein, vor ein Geschenke hält,
    das ihm der Herr aus Gnaden zugestellt.
    Gott muss allein die Ehre haben,
    der alles durch und in uns tut.
    Und schmeichelt uns die Welt,
    sie nennet unser Wirken gut,
    so spricht
    ein Glaubiger: „Ich bin es nicht.“
  5. Arie
    Unter allen Tugendschätzen
    steht die Demut oben an.
    Aller Schein von Diamanten
    wird bei ihrem Glanz zuschanden.
    Trutz dem, der sie tadeln kann.
  6. Secco-Rezitativ
    Tritt sie ein Stolzer gleich mit Füßen
    und spottet den, der ihre Kleidung trägt,
    ihr Ruhm wird ihr doch bleiben müssen,
    weil selbst der Herr sie angelegt.
    Mein Jesu, schmücke Du mich auch mit solchem Kleide.
    Ich weiß, Du leidest mit, wenn ich deswegen leide.
  7. Choralstrophe
    Legst Du was auf, so hilf’s auch tragen,
    gib nur Geduld in Leidenszeit.
    Und sei in gut’ und bösen Tagen
    mein Trost, mein Rat und meine Freud’.
    Gib Demut, Einfalt, Lieb’, und Zucht;
    was hoch und falsch ist, sei verflucht.