Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1103/17

Wie wunderbar ist Gottes Güte



Originaltitel:
Wie wunderbar ist Gottes Güt / a / Hautbois / 2 Violin / Viola / Basson.obl. / Basso Solo / e / Continuo. / Dn. 3. Adv. / 1717.
Abschnitt im Kirchenjahr: Advent
Sonntag im Kirchenjahr: 3. Advent
Entstehungszeit: 1717
Vokal: Bass
Solostimmen: 1
Instrumente: ob (am), fg, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.aria (B,ob am,vl unis,vla,bc) - h - 3
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,ob am,fg,bc) - G - 12/8 (allegro)
     4.rec (B,bc)
     5.choral (B,ob am,vl unis,vla,bc) - h - 6/8

Melodie zum 5. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Jesu, meine Freude (Seite 75)
Liedtext: Jesu, meine Freude

Dichter: ?
Partitur: 9 Seiten;
B: 2 - vl 1, 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 2, 2, 2 - ob, Basson: 1, 2f.
Kommentar: ob in A -> amore



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-425-03
RISM ID:   450005865
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    
Eingespielt auf CD, LP, usw.:



 Ich möchte einen Fehler oder eine Verbesserung zu
    dieser Kantate melden:  
 


    Text der Kantate:
  1. Arie
    Wie wunderbar ist Gottes Güt’,
    dass mein erstaunendes Gemüt
    stets Wunder über Wunder sieht!
    Die Wunderkräfte der Natur,
    die Wunder seiner Gnaden-Spur,
    die Wunder jener Herrlichkeit,
    der wunderbaren Himmelsfreud!
  2. Secco-Rezitativ
    Allmächt’ge, ew’ge Wunderkraft,
    die All’s aus Nichts hervor gebracht
    und itzund All’s in Allem macht.
    Die alle Größe übertrifft,
    im Kleinen nichts geringes stift’t,
    im Unsichtbaren sichtbar ist
    und wunderbar zu aller Frist.
    Allmächtig’s Wort, das alles schafft,
    was es nur denket, red’t und will
    aus seiner wunderbaren Füll’.
    Es denkt und sieh! es muss geschehen,
    es red’t und sieh! es muss bestehen,
    es will und sieh! es muss so gehen.
    Allmächt’ge Hand, die Alles heilet,
    und wenn es auch unheilbar wär,
    die hilft und rettet unverweilet
    und schien es noch einmal so schwer.
    Davor die lahmen Krüppel gehen,
    die blind Gebor’nen wieder sehen,
    der Aussatz muss wie Schnee vergehn
    und selbst die Toten auferstehn.
    Allmächt’ge Gnad’, die alles sättigt
    mit segensreichem Überfluss
    und durch die gnadenreiche Predigt
    erfüllt den ew’gen Liebesschluss
    zum Trost der geistlich armen Seelen
    in Mesechs Angst- und Jammerhöhlen.
    Was Wunder dann, dass mein Gemüt
    stets Wunder über Wunder sieht.
  3. Arie
    Groß sind des Herren Werke,
    die er an uns getan.
    Unendlich seine Stärke,
    die alles ändern kann:
    mehr, als wir hören oder seh’n ,
    mehr, als wir wissen und versteh’n.
  4. Secco-Rezitativ
    So sieh denn, Seele, sieh! Das ist der Grund,
    der Gottes Stadt
    gegründet hat
    in dem erneuten Gnadenbund,
    der wider alle Wut und Stürmen
    dich und sich selbsten kann beschirmen.
    Dein Heiland, der dir Zeichen zeigen kann
    und Werke, die kein andrer hat getan.
    Dadurch er klärlich zeiget an,
    dass er der Stein, in Zion eingelegt,
    der köstlich ist und unbewegt,
    der Eckstein, der so wohl bewehrt,
    dass ihn nicht Zeit noch Macht versehrt,
    der Grundstein, der so fest gegründet,
    dass man nie seines gleichen findet.
    Drum höre was der Geist zu den Gemeinen spricht:
    „Wer glaubet, der fleucht nicht
    Wohlan!
    So glaube dann
    und sei gewiss,
    dass, ob er schon
    in diesen letzten bösen Zeiten
    den ungeschlachten rohen Leuten
    ein Anstoß und ein Ärgernis,
    er doch der Christ
    und des lebend’gen Gottes Sohn,
    dein Herr, dein Heiland ist.
    Gewiss, du wirst mit diesen Worten
    auch wider alle Höllen-Pforten,
    wenn alle Worte dir vergehen,
    als wie ein Fels ganz unverletzt bestehen.
    Drum sei getreu bis in den Tod,
    verlache Kummer, Angst und Not,
    Kreuz, Elend und Gefahr.
    Dein Trost ist: Er heißt wunderbar.
  5. Choral
    Unter deinen Schirmen
    bin ich vor den Stürmen
    aller Feinde frei.
    Lass den Satan wittern,
    lass den Feind erbittern:
    Mir steht Jesus bei!
    Ob es itzt gleich kracht und blitzt,
    obgleich Sünd’ und Hölle schrecken:
    Jesus will mich decken.